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Geschichte
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Sambia im Überblick

Geographie

  • Seen und Sümpfe:

Sambia hat vier verschiedene Seen- und Sumpfgebiete. Der Karibastausee des Sambesi liegt im Süden. Das Sytem des Kafue mit den Lukangasümpfe, dem Itezhitezhistausee und der Kafuestausee prägt Zentralsambia südlich des Copperbelt. Das Bangweulubassin mit dem Bangweulusee und den ihn umgebenden Bangweulusümpfen breitet sich nördlich des Copperbelt aus. Ganz im Norden in den geologischen Brüchen liegen im Rifttal der Tanganyikasee und in der Senke hinter dem Bangweulublock mit den Mporokosobergen der Mwerusee sowie der Mweru-Wantipa-See.

  • Flüsse:

Sambia wird durch zwei Flusssysteme geprägt: Dem Einzugsgebiet des Sambesi nach Süden und dem des Kongo nach Norden. Beide Einzugsgebiete sind grenzüberschreitend und von kontinentaler Bedeutung. Das System des Sambesi teilt sich in den Oberlauf mit den Nebenflüssen Cuando, Lungwebungu, Luanginga von Angola her, Kabompo mit Westlicher Lunga, Luena, Lufupa von Osten, und Mittellauf mit den Nebenflüssen Kafue mit Lunga und Lusiwishi sowie Chongwe und schließlich dem Luangwa mit seinen Nebenflüssen Mansha, Lunsemfwa, Lukusashi, Mulingushi. Das Teilsystem des Kongo in Sambia ist der Chambeshi, der wie zahlreiche kleinere Flüsse ins Bangweulubassin fließt und dieses als Luapula verläßt, um in den Mwerusee zu münden, zu dem von den Mporokosobergen auch der Kalungwishi kommt.

  • Wasserfälle:

Sambia liegt auf einem über tausend Meter hohen Plateau, das von tiefen Tälern und Senken umgeben ist. Deshalb gibt es zahllose spektakuläre Wasserfälle im Land, von denen die Victoriafälle des Sambesi die berühmtesten sind. Von den weiteren Fällen sind die des Flusses Kalungwishi im Norden hervor zu heben Er bietet mit den Lumangwe-Fälle, Chimperefälle, Kabwelumafälle, Kundabwikufälle und Mumbulumafälle eine beeindruckende Serie, die durch die Kapumafälle, die Lupupafälle und die Pulefälle an seinen Nebenflüssen ergänzt wird. Auch der Luapula hat mit den Mambilimafällen und den fast unzugänglichen Mambatutafällen einzigartige Weißwasserschnellen mit großem Gefälle. Am Tanganyikasee stürzen die Kalambo-Fälle und die Lunzuafälle über 200 Meter in die Tiefe. Nahe dabei liegen die fast unbekannten Sanzyefälle. Neben diesen außerordentlichen Naturschauspielen gibt es ein ganze Reihe von eher lieblichen Wasserfällen wie die Senkelefälle, Chusa-Fälle und Namundelafälle des Flusses Mansha zwischen Mpika und Kasama. In dieser Gegend liegen auch die Chishimba-Fälle, Mutinondo-Wildnisfälle und Lwitikilafälle. Weiter südlich finden sich die Kundililafälle.

  • Städte und Orte:

Sambia ist fast ausschließlich entlang der Eisenbahnlinie Livingstone-Lusaka-Kabwe-Copperbelt urbanisiert. Hier liegen die meisten, größten und bedeutendsten Städte. Alle anderen bedeutenderen Städte sind überregionale Zentren, die sehr weit über das Land verstreut liegen wie Kasama, Mansa, Mongu, Chipata oder wie die Region um Mazabuka oder die Orte Nchelenge, Kashikishi‎, Kafulwe Mission, Chiengi ein einziges in einander übergehendes agrarisches Ballungsgebiet bilden. Nach diesen rangieren die Bezirkshauptstädte, die sehr zahlreich und ländlich integriert sind. Ihre Bedeutung gewinnen sie vor allem durch den Markt und die Geschäfte mit Industriewaren. Darunter gibt es nur noch Dörfer, aber auch touristische Lodges und Anlagen wie Itezhitezhi oder Mfue. Die wichtigsten Städte und Orte Sambias in alphabetischer Reihenfolge sind:

Chadiza‎ - Chama‎ - Chambishi‎ - Chavuma - Chibombo‎ - Chibulumba - Chiengi - Chilanga - Chilanga (Nordprovinz) - Chililabombwe - Chilubi‎ - Chingola - Chinsali‎ - Chinyingi - Chipata - Choma‎ - Chongwe - Gwembe - Isoka - Itezhi Tezhi - Kabompo - Kabwe - Kafue‎ - Kafulwe Mission - Kalabo - Kalomo‎ - Kalulushi‎ - Kansanshi‎ - Kaoma - Kapatu - Kapiri Mposhi - Kaputa‎ - Kasama‎ - Kasempa - Kashikishi - Kataba - Katete - Kawambwa - Kazungula - Kitwe - Lealui - Limulunga - Livingstone - Luangwa - Luanshya‎ - Lufwanyama - Lukulu‎ - Lundazi - ‎Lusaka - Luwingu - Maamba‎ - Mambwe - Mansa - Masaiti - Mazabuka - Mbala - Mfue - Milenge - Mkushi‎- Mongu - Monze‎ - Mpika - Mpongwe - Mporokoso - Mpulungu - Mufulira‎ - Mufumbwe‎ - Mumbwa - Mungwi - Mwange - Mwanzakombe - Mwense - Mwinilunga - Nakambala‎ - Nakonde‎ - Namwala - Nchanga - Nchelenge - Ndola - Ngoma - Nkana - Nyimba - Petauke - Samfya‎ - Senanga - Serenje - Shangombo - Siavonga - Sinazongwe‎ - Solwezi - Zambesi - Zimba

Geschichte
Die Geschichte Sambias lässt sich in vier größere, voneinander relativ unabhängige Abschnitte unterteilen. Der erste ist vom Munhumutapa-Reich ab 700 geprägt, wie Artefakte aus Ingombe Ilede‎ belegen. Der zweite ist von der Bantuwanderung ab 1400 geprägt, dessen erste Spuren in Kalulushi und dessen späte im Barotse (Königreich) mit seinem Königssitz Lealui zu finden sind. Der dritte ist Kolonialgeschichte ab 1800, die sich wirtschaftlich im Copperbelt und skurril im Außenposten Lundazi-Castle widerspiegelt. Der vierte ist die Zeit seit der Unabhängigkeit ab 1964, deren Wurzeln bei Harry Nkumbula, Kenneth Kaunda und Simon Kapwepwe, aber auch Alice Lenshina und ihrer Lumpa-Bewegung zu finden sind.

Politik
Seit 1991 ist Sambia wieder eine Demokratie mit in freien Wahlen gewählten Präsidenten und Parlamenten aus frei gegründeten Parteien. Das Kabinett Sambias 2006‎‎ ist ein Ergebnis demokratischer Kompromisse. Nach wie vor sind die Gewerkschaften der dominante Einfluss auf die sambische Politik, doch wachsen mit dem politischen Selbstbewußtsein auf dem Lande, in den Townships und in den Städten neue Gewichte heran. Dem entsprechend findet seit etwa zehn Jahren ein Kampf unter Politikern der alten und der neuen Zeit statt, dessen Ende sich noch lange nicht abzeichnet.

Wirtschaft, Industrie, Technik, Verkehr
Sambia ist mit Zambian Airways und über den Flughafen Lusaka International Airport auf dem Luftweg zu erreichen, aber auch mit den Eisenbahnen Zambia Rail von Süden oder der TAZARA von Norden. Daneben gibt es Teerstraßen über Sesheke, Livingstone, Chirundu, Chipata, Nakonde und den Copperbelt. Alle übrigen Straßen erfordern Allradantrieb und auch Landeskenntnis. Straßen und Schienen folgen den wirtschaftlichen Ballungszentren Sambias. Da Kupfer das wichtigste Exportgut des Landes ist, ist die umfangreichste Infrastruktur zwischen Lusaka und Copperbelt zu finden. In Lusaka finden sich alle Zentralen der Banken und die Börse. Im Copperbelt arbeiten überwiegend die staatlichen Unternehmen und die Aktiengesellschaften, also die wichtigsten, sprich: devisenstärksten Wirtschaftszweige. Diese beherrschen die Gewinnung der verschiedenen Erze des Kupferbergbaus bis zur Raffinierung. Deren weitere Verarbeitung steckt noch in der Entwicklung. Eine gewisse Konsumgüterindustrie ist in Kafue angesiedelt. Daneben siedelt im Süden, vor allem bei Livingstone viel Gastgewerbe und in der Region um Mazabuka und Monze eine Agrarindustrie, die ein weiteres wirtschaftliches Rückgrat Sambias bilden. Hier siedelt eine nicht unerhebliche Ernährungsindustrie. Im übrigen Land findet sich die nur vereinzelt, wie die Rinderzucht am oberen Sambesi oder die Baumwolle um Katete, Petauke und Chipata oder die Fischverarbeitung in Mpulungu und Sinazongwe, die es in Samfya und Nchelenge auch geben sollte. Das weitere Land ist von Subsistenzlandwirtschaft geprägt, die sich nur langsam durch besseres Saatgut, neue Produkte, Künstdünger und veränderte Anbaumethoden zu einem wirtschaftlichen Faktor des Landes entwickelt. Weiteres unter: Wirtschaft.

Kultur

Die sambische Küche in den Städten folgt im wesentlichen britischen Vorbildern, doch ohne deren Exzesse wie Mintsauce oder Plumpudding zu teilen. Auch die Farbgebung ist weniger brüsk. Die lokale Küche ist für Europäer gewöhnungsbedürftig und wird oft als monoton empfunden. Die gängigsten Gerichte sind: Nshima (Polenta), Ibwatu (Mais-"Bier"), Inswa (Termiten), Vinkubala (Raupen), Dobe (roher Mais), chikwangwa (die Nshima-Kruste am Topfboden), vimbombo va nkhuku (eine Delikatesse aus Hühnerfüßen), chiwaya cho kazinga (gerösteter Mais). Die meisten Touristen beschränken sich auf Roastbeef, Steak, Bohnen und frisches Obst. Heimischer Gin-Tonic und Bier sind gut.

  • Sprachen:

Sambias Bevölkerung besteht aus etwa 72 bantusprachigen ethnischen Gruppen, aber 90% gehören zu acht ethnolinguistischen Gruppen: Bemba, Luba, Nyanja-Chewa, Tonga, Lunda, Luvale, Kaonde und Lozi. Die meisten anderen Gruppen sind sehr klein. Verkehrssprachen sind Englisch und (vor allem im Norden, Osten und in der Landesmitte) als lingua franca ChiBemba und im Westen Rotse.

  • Religionen:

Überwiegende Religionsgruppe ist das Christentum in vielen, auf unterschiedliche Missionstätigkeit zurück gehenden Denominationen (ca. 50 %; davon 60 % katholisch, 20 % Protestanten, 20 % Freikirchen). Daneben bestehen Naturreligionen, Moslems und Hindus in Sambia.

  • Zeremonien und Riten:

Es gibt in Sambia alljährlich gut zwanzig traditionelle Feste mit Bezügen zu Stämmen und Regionen. Zu den bekannteren gehört Kuomboka der Lozi und die Kalela im Copperbelt. Diese Feste, oft mit traditionellen Tänzen und Essen, lösen sich ganz langsam aus ihren bisherigen Bezügen und bieten sich auch als Touristenattraktion. Da die Zahl der Touristen relativ überschaubar ist, verlieren die Feste kaum etwas von ihrer Ursprünglichkeit.

  • Kunst‎:

Kunst genießt in Sambia einen hohen Stellenwert. Das National Arts Council of Zambia ist die von Künstlern getragene nationale Kulturorganisation, die durch ihre Mitgliedsorganisationen das Kulturleben in vielfacher Weise fördert. Es verleiht die Kunstpreise Ngoma Awards, berät die Museen in Sambia, arrangiert Ausstellungen für Maler und Bildhauer sowie Lesungen für Schriftsteller. Mit dem wachsenden Interesse in Europa an Ethno-Art haben es zahlreiche sambische Künstler in internationale Galerien geschafft. Mit dem Evelyn Hone College existiert eine bemerkenswerte Kunstakademie. Im öffentlichen Leben spielt die Musik Sambias eine dominante Rolle. Sie ist durch den Kalindula-Stil auf dem sogenannten Banjo geprägt. Auch die Mbira findet sich. Daneben gibt es starke Einflüsse westlicher Kirchenmusik. Das Musikleben, vor allem die Pop-Kultur ist ausgesprochen lebhaft. Es gibt zahlreiche Sänger und Gruppen, von denen einige im internationalen Musikleben zu finden sind und deren Stil von Gospel, Traditionals, Rumba, Reggae, Hip-Hop, Rock bis Jazz reicht mit teilweise ganz eigenen, sambischen Ausprägungen.

  • Bildung, Medien, Sport:

Sambia verfügt über Universitäten, Colleges, Aus- und Fortbildungsinstitute, aber bei ihre Zahl ist nicht sehr hoch und ihre Ausrichtung sehr praxisorientiert. Das Land kann die Kosten einer Ausbildung breiter Schichten noch lange nicht tragen. Die Bildungselite ist immer noch eine sehr dünne Schicht. Zu ihr gehören die Medien in Sambia, die frei, doch überwiegend staatlich und inhaltlich sehr auf die urbanen Zentren ausgerichtet sind. Das ist ganz anders im Sport. Es gibt in vielen Städten Sportstadien und -plätze mit teilweise äußerst populären Fussballclubs, die im Nationalen Fußballverband von Sambia organisiert sind.

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