Museum

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Dieser Artikel erläutert die Institution Museum, für die Endung .museum im Internet siehe Top Level Domain




Das Museum ([alt]griechisch μουσείο[ν], musío - ursprünglich das Heiligtum der Musen, welche Schutzgöttinnen der Künste, Kultur und Wissenschaften waren) ist eine Institution, die eine Sammlung interessanter Gegenstände für die Öffentlichkeit aufbewahrt und Teile davon ausstellt. Meistens wird heute von den Besuchern ein Eintrittsgeld erhoben, das dem Erhalt der Sammlung und der Anlage zugute kommt; oftmals ist es an einem Tag in der Woche oder wenigstens zu bestimmten Stunden eines Tages möglich, einzelne Museen unentgeltlich zu besuchen.

Die in der Fachwelt weitgehend anerkannte Definition stammt vom International Council of Museums (ICOM), das ein Museum definiert als „eine gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienst der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien-, Bildungs- und Unterhaltungszwecken materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt“.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Übersicht

Ziel eines Museums ist es, Gegenstände (Exponate) aus zumeist vergangenen Zeiten zu einem bestimmten Thema fachgerecht und dauerhaft aufzubewahren und den Besuchern zugänglich zu machen. Dies geschieht in Dauer- und Wechselausstellungen; Bestände, die aus Platzmangel nicht gezeigt werden können, werden im Depot verwahrt. Jedoch gibt es das Konzept des "museum of ideas", in dem statt Gegenständen Ideen, Konzepte o.ä. dargestellt werden. Ein "museum of ideas" dient darüber hinaus als Ort der Diksussion und des thematischen Austausches.

Die Gegenstände, die in Museen bewahrt und gezeigt werden, sollen nach der Überzeugung der Wissenschaft Zeugnisse aus der Geschichte der Menschheit sein. Sie sollen den Ablauf unserer historischen, technischen, soziokulturellen, unserer physischen, psychischen und philosophischen, aber auch unserer künstlerischen Entwicklung aufzeigen.

Nach der Definition des Deutschen Museumsbunds von 1978 darf ein (öffentliches) Museum keine kommerzielle Struktur aufweisen, muss fachlich geleitet und wissenschaftlich betreut werden und muss eine wissenschaftliche Sammlung führen.

Heute leiden fast alle Museen unter Budgetknappheit. Die obige Definition sollte daher kein Hindernis sein, durch ansprechende Präsentationen bzw. Ausstellungsräume genügend Publikum "anzulocken". In gewisser Weise müssen Museen auch dem Zeitgeschmack Rechnung tragen und den Besuchern eine klare Struktur, Querverbindungen und auch die Möglichkeit zu eigenem Tun bieten.

[Bearbeiten] Geschichte

Museen gingen oftmals aus fürstlichen Wunder- bzw. Kunstkammern oder speziellen Kunstsammlungen hervor und Johann Daniel Major eröffnete 1688 in Kiel ein öffentliches natur- und kulturgeschichtliches Landesmuseum, das Museum Cimbricum. In einigen Städten im deutschen Sprachgebiet kam es im 19. Jahrhundert zu bürgerlichen Neugründungen: Kunstmuseum Basel (das aus dem bürgerlichen Amerbach-Kabinett hervorging), Kunsthalle Bremen, Städelsches Kunstinstitut in Frankfurt, Hamburger Kunsthalle, Kunsthalle Wien, Museum Wiesbaden etc. Vielfach sind jedoch Vereine - in kleinerem Stil bzw. für lokale Gegebenheiten tätig geworden, z.B. Bezirks- oder Bergbaumuseen. In Kassel wurde 1779 das Fridericianum gebaut. Es war nach dem Britischen Museum das zweite öffentliche Museum, aber das erste als Museum konzipierte Bauwerk der Welt.

[Bearbeiten] Museologie, Museumskunde, Museographie

Gegenstand der Museologie ist nicht das Museum, auch wenn dies etymologisch naheliegen mag. Museologie ist im echten Sinne eine Wissenschaft, die sich mit einer spezischen Subjekt-Objekt-Subjekt-Relation (Museumsprofessional-Musealobjekt-Besucher) beschäftigt, die zeit- und ortsunabhängig ist und für alle Kulturen gilt. Dabei unterwirft sich Museologie allen Bedingungen für Wissenschaft generell. Der Begründer der wissenschaftlichen Museologie ist Prof. Dr. Zbynek Z. Stránský, Brno/Brünn, auf dessen Erkenntnissen der im deutschen Sprachraum weitaus mehr bekannte Prof. Dr. Friedrich Waidacher, Graz, basiert.

Im Gegensatz dazu beschäftigt sich die (z.B. in Berlin und Leipzig gelehrte) Museumskunde eher mit museumspraktischen Fragen für Personen ohne abgeschlossenes Fachstudium, wenngleich verwirrenderweise ihre Abschlusstitel "Diplommuseologe" lauten. Museologie wird in Europa vor allem in Grossbritannien, den Niederlanden, Finland, der Tschechischen und Kroatischen Republik gelehrt. In der Schweiz gibt es ein Nachdiplomstudium "Museologie" mit dem Titel "Master of Advanced Studies".

Unter Museographie schliesslich versteht man museale Inszenierungskunst.

[Bearbeiten] Museumspädagogik

Die Wissenschaft und Lehre von der Vermittlung des Sammlungsgutes ist die Museumspädagogik.

[Bearbeiten] Museen nach Orten oder Ländern

Museumsportale im Internet erlauben die weitergehende Recherche nach Museen.

[Bearbeiten] Bekannte Museumsleiter und Kuratoren

Die Außenwirkung, das Selbstverständnis und nicht zuletzt die Publikumswirksamkeit und das Ansehen eines Museums werden oft geprägt von den starken Persönlichkeiten international anerkannter Museumsleiter und Kuratoren. Berühmte Ausstellungsmacher sind u.a. Jan Hoet, Wulf Herzogenrath, Harald Szeemann, Kasper König und Edy de Wilde.

[Bearbeiten] Literatur

Bücher

  • Pierre Bourdieu et Alain DARBEL, L'Amour de l'art, Paris, Les Editions de Minuit, 1967
  • Jean-Louis DEOTTE , Le musée, l'origine de l'esthétique, Paris, L'harmattan, 1993
  • Tony Bennett, The Birth of the Museum: History, Theory, Politics, Routledge, 1995
  • Joachim Kallinich, Keine Atempause - Geschichte wird gemacht : Museen in der Erlebnis- und Mediengesellschaft , Antrittsvorlesung 12. Februar 2002, Berlin : Humboldt-Univ., 2003
  • Gottfried Korff, Museumsdinge. Deponieren - Exponieren, Köln/Weimar/Wien: Böhlau , 2002
  • Grasping the world : the idea of the museum, ed. by Donald Preziosi and Claire Farago, Aldershot [u.a.] : Ashgate, 2004
  • Friedrich Waidacher, Museologie - knapp gefasst, Mit einem Beitrag von Marlies Raffler, Wien [u.a.] : Böhlau, 2005
  • Volker Kirchberg, Gesellschaftliche Funktionen von Museen : makro-, meso- und mikrosoziologische Perspektiven, Wiesbaden : VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005
  • Claudio Beccarelli, Finanzierung von Museen: Theorie und Anwendung am Beispiel der Schweizer Museumslandschaft, Bern: Haupt, 2005
  • Lindemann, Adam: Collecting Contemporary, Taschen Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-8228-4938-5

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[/Commons:Museum?uselang=de Commons: Museum] – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wiktionary: Museum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

[Bearbeiten] Quellen

  1. Deutscher Museumsbund (Hrsg.): Geschichte & Definition. (Zugriff am 17.5.2006)
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