Mobilfunk

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Mobilfunk ist die Sammelbezeichnung für den Betrieb von beweglichen Funkgeräten. Darunter fallen vor allem tragbare Telefone, (Mobiltelefone, siehe auch: Mobilfunknetz) und in Fahrzeuge eingebaute Wechselsprechgeräte (z. B. Taxifunk). Es existieren jedoch viele weitere Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel mobile Datenerfassung, Funkrufdienste, Telemetrie, See- und Binnenschifffahrtfunkdienste, Jedermannfunk und Amateurfunk, die nicht ortsgebunden sind.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Mobilfunk als gesellschaftliches Phänomen

Der Mobilfunk fand vor allem durch die GSM-Netze für Mobiltelefone (umgangssprachlich Handys) Mitte der 1990er Jahre starke Verbreitung. Dadurch wurde er zu einem gesellschaftlichen Phänomen ("Handy-Etikette"). Auch im Straßenverkehrsrecht hat die Nutzung des Mobilfunks ihre Spuren hinterlassen. Über eine Regelung wird festgelegt, unter welchen Voraussetzungen das Mobiltelefon während der Autofahrt benutzt werden darf, um so die Sicherheit des Straßenverkehrs zu gewährleisten. Neben dem Straßenverkehrsrecht gibt es noch Vorgaben der KFZ Hersteller, in Kraftfahrzeugen (ab Baujahr 1995) ist die Inbetriebnahme eines Mobiltelefons nur gestattet, wenn eine nach den Herstellerrichtlinien montierte Außenantenne vorhanden ist, ansonsten kann durch Beeinflussung der KFZ Elektronik die allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) erlöschen. Im Bereich der Medizin wird über mögliche Gesundheitsschäden durch die elektromagnetischen Wellen der Mobiltelefone und Mobilfunksender diskutiert. Bedingt durch diesen Diskurs über Elektrosmog und das immer dichter geknüpfte Netz des Mobilfunk nehmen auch die politischen Auseinandersetzungen über Mobilfunkmasten zu. Nicht zuletzt haben Mobilfunkmasten, die oft aus technischen Gründen an exponierten Lagen aufgestellt werden, Einfluss auf das Landschaftsbild und werfen so neue Fragen für Politik und Raumplanung auf.

[Bearbeiten] Mobilfunk als wirtschaftlicher Faktor

Heute ist der Mobilfunk ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Größtenteils private Mobilfunkgesellschaften konkurrieren um Marktanteile in einem – mittlerweile kaum noch wachsenden – Sektor. Die Mobilfunktechnologie spielte eine besondere Rolle in der Entwicklung der New Economy und bei der Schaffung zahlreicher neuer Arbeitsplätze.

[Bearbeiten] Weiterbenutzung historischer Sendetürme

Durch das Vermieten von Flächen an geeigneten Objekten für die Montage von Mobilfunkantennen können Einnahmen erzielt werden, die unter anderem zum Unterhalt des Bauwerks herangezogen werden können. Auf diese Weise können zum Beispiel historisch bedeutende Sendetürme sehr wirtschaftlich als technisches Denkmal erhalten werden. So werden zum Beispiel die Unterhaltskosten des Sendeturms des Senders Gleiwitz, des letzten noch bestehenden aus Holz gebauten Sendeturms durch Vermietung von Montagemöglichkeiten für Antennen für Mobilfunk gedeckt. Gleiches gilt für den Sendemast des Senders Dobl (Steiermark).

[Bearbeiten] Geschichte der Mobiltelefonie in Deutschland

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.

Seit 1950 gibt es in der Bundesrepublik Deutschland öffentliche Mobilfunknetze, sie waren nicht auf eine breite Vermarktung ausgelegt. Die Mobilfunknetze in Deutschland sind mit fortlaufenden Großbuchstaben benannt.

  • Das analoge handvermittelte A-Netz wurde 1952 von der Deutschen Bundespost unter der Bezeichnung Öffentlich beweglicher Landfunk (ÖbL) eingeführt und existierte bis 1977 (max. 10.000 Teilnehmer).
  • Das analoge Selbstwählnetz B-Netz wurde 1972 eingeführt und war bis 1994 in Betrieb (max. 27.000 Teilnehmer)
  • Das analoge C-Netz war ein zellulares Mobilfunknetz der deutschen DeTeMobil (früher Deutsche Bundespost). Es war die dritte und gleichzeitig letzte analoge Generation des Mobilfunks in Deutschland mit maximal 800.000 Teilnehmern und von 1986 bis Ende 2000 in Betrieb.
  • Das erste digitale D-Netz in Deutschland wurde im Juli 1992 von der Telekom-Tochter DeTeMobil eingeführt.
  • Das erste digitale E-Netz in Deutschland wurde 1993 von E-Plus eingeführt.
  • Die UMTS-Netze werden in Deutschland in den größeren Städten und Ballungszentren von allen Mobilfunkunternehmen angeboten.

Die Mobilfunknetze im GSM- Standard werden in D-Netze / 900 MHz und E-Netze / 1800 MHz unterteilt.

[Bearbeiten] Landfunknetze

Das "öffentlich bewegliche Landfunknetz" (Autotelefon, Landfunk, öffentlicher beweglicher Landfunkdienst, öbL) ist ein "öffentliches Funknetz für Nachrichtenverbindungen von beweglichen Funkstellen untereinander und mit Endstellen des öffentlichen Fernsprechnetzes". Die in einem solchen Netz gebotenen Dienste heißen "öffentliche bewegliche Landfunkdienste".

Mit dem Landfunknetz ist es möglich, über ein Autotelefon In- und Auslandsgespräche über das öffentliche Fernsprechnetz herzustellen: "Der Verbindungsaufbau von einem Teilnehmer des Fernsprechnetzes zum PKW-Teilnehmer erfolgt über die gewöhnlichen Vermittlungseinrichtungen, eine Überleitvermittlung (die in das Funknetz überleitet) sowie über diejenige Landfunkstelle, die dem PKW-Teilnehmer geographisch am nächsten liegt". Die Fahrzeuge müssen mit einer Sprechfunkanlage ausgerüstet sein und sich im Versorgungsbereich einer festen Landfunkstelle befinden.

[Bearbeiten] Satellitenkommunikation

Daneben existieren und existierten auch noch satellitengestützte Mobilfunknetze. Der Nutzen dieser Systeme, obwohl sie weltweit funktionieren, ist wegen unhandlicher und teurer Endgeräte und hoher Gesprächskosten nur in speziellen Bereichen sinnvoll. Es etabliert sich aber immer mehr durch bessere Technik und günstigerer Preise dort wo kein Festnetz oder terrestrisches Mobilfunknetz vorhanden ist, so z. B. im Nahen Osten.

[Bearbeiten] Systematiken

[Bearbeiten] Technische Systematiken

Grob unterschieden werden Einwegesystem (Simplex), Mehrwegesysteme (Halb-Duplex und Duplex) und Mehrbenutzersysteme (Multiplex). Bei Einwegesystemen ist nur der Empfang (Funkruf) oder seltener nur das Senden (Rundfunk, autonome Pegelstandsmelder der Wasserwirtschaft, Wetterstationen oder auch "Abhörwanzen") möglich. Bei Mehrwegesystemen kann das Endgerät sowohl senden als auch empfangen. Ist dies gleichzeitig möglich (wie bei Mobiltelefonen), so spricht man von Vollduplex.

[Bearbeiten] Nicht-öffentliche und öffentliche Mobilfunknetze

Mobilfunk unterteilt sich in einen öffentlichen und einen nicht öffentlichen Teil.

Unter den nicht öffentlichen Mobilfunk fällt zum Beispiel der Flugfunk, der CB-Funk und der Betriebsfunk (diese überraschende Zuordnung des CB-Funks entstammt der offiziellen DBP-/Telekom-Systematik). Das Spektrum der Nutzer des Betriebsfunks reicht von der Polizei (Polizeifunk), der Feuerwehr (BOS-Funk) über Verkehrsbetriebe (zum Beispiel Flugfunk) und Taxi-Unternehmen bis zu privaten Unternehmen, beispielsweise des Baugewerbes.

Als CB-Funk (Citizens Band Radio, "Bürgerfrequenzband", Jedermann-Funk, Bürgerfunk) bezeichnet man einen Funk im 11-Meter-Band auf insgesamt 80 Kanälen 26,565 MHz bis 27,405 MHz. Die Reichweite liegt bei etwa 10–15 km bei der höchstzulässigen Ausgangsleistung. Der Betrieb von mobilen Anlagen (insbesondere in Kfz) ist in Deutschland seit 1975 genehmigungs- und gebührenfrei.

Der Amateurfunk ist privater Funkverkehr, der das erfolgreiche Ablegen einer Prüfung voraussetzt, die zu einer staatlichen Genehmigung (Amateurfunk-Lizenz) führt. Jedem Funkamateur ist ein Rufzeichen zugeteilt, das aus einer 3-6-stelligen Buchstaben-Ziffern-Kombination besteht und dessen erste Stellen den jeweiligen Staat angeben. Die Frequenzen für Funkamateure sind international vereinbart.

Entsprechend der benutzten Frequenz kann jeder Punkt der Erde erreicht werden, zum Teil unter Verwendung von Amateurfunksatelliten. Die Nutzung ist jedoch nur für rein private Zwecke erlaubt; das Austauschen von politischen Informationen ist zum Beispiel verboten. In den USA waren die ersten Funkamateure bereits 1911 aktiv, heute weltweit über eine Million, davon 78.000 in Deutschland (Stand 12/2003).

Die öffentlichen Mobilfunknetze werden unter anderem von der Telekom AG, vormals Deutsche Bundespost TELEKOM, zur Verfügung gestellt. Sie können von jedermann benutzt werden. Die öffentlichen Mobilfunknetze sind die Funktelefonnetze, die Funkrufnetze, das Rheinfunknetz und das [1] Seefunknetz. Die Funktelefonie (drahtloses Fernsprechen, Funkfernsprechen) basiert auf dem Prinzip des Fernsprechens, welches folgende drei Schritte umfasst:

  1. Signalumwandlung der vom Sprecher erzeugten Schallwellen über die Membranbewegungen in einem Mikrophon in ein elektrisches Signal;
  2. elektrische Übertragung dieses Signals über eine Vermittlungseinrichtung zum zweiten Teilnehmer;
  3. Rückwandlung des elektrischen Signals durch die Membranbewegungen in der Hörkapsel in Schallwellen.

Die Übertragung des Fernsprechsignals kann oberirdisch als Freilandleitung, unterirdisch als Kabel, im Inlandsverkehr drahtlos über Richtfunkstrecken oder im Überseeverkehr drahtlos über Kommunikationssatelliten (Nachrichtensatelliten) erfolgen. In Berlin standen 1989 2.700 analoge Telefonkanäle über Kupferkabel, 28.800 digitale Telefonkanäle über Glasfaserkabel, 18.240 analoge und 2.160 digitale Telefonkanäle über Richtfunkstrecken zum Fernnetz des Bundesgebietes zur Verfügung.

[Bearbeiten] Funkrufnetze

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[Bearbeiten] Aktive Systeme

[Bearbeiten] e*Cityruf

e*Cityruf ist ein Funkrufdienst der e*Message W.I.S. Deutschland GmbH (e*Message), Berlin, bei dem Mitteilungen per Funk von der e*Cityruf-Sendestelle zum tragbaren e*Cityruf-Empfänger übertragen werden. Der öffentliche Cityruf-Probebetrieb wurde im November 1988 in Berlin und Frankfurt/Main aufgenommen, im März 1989 wurde Cityruf offiziell als Dienstleistung der Deutschen Bundespost TELEKOM eingeführt. Ende 1999 übernahm e*Message sämtliche Funkrufdienste von der DeTeMobil, darunter auch e*Cityruf und e*Skyper.

e*Cityruf wird bundesweit oder in so genannten Rufzonen (insgesamt 16) ausgestrahlt, häufig mit besserer Netzversorgung als die von Mobiltelefon-Netzen, insbesondere zu Zeiten großer Netzbelastung (Neujahrsfeiern, Großveranstaltungen).

Im e*Cityruf gibt es drei Typen von e*Cityruf-Empfängern: Nur-Ton-Empfänger, Numerik-Empfänger und Alphanumerik-Empfänger. Die Eingabe erfolgt abhängig von der Rufklasse des Empfängers mit verschiedenen Zugangs-Rufnummern, z. B. über das Internet (e*Cityruf), per E-Mail oder Telefon.

Für die Eingabe von numerischen oder alphanumerischen Mitteilungen steht auch eine Handvermittlung zur Verfügung. Die Rufabsendung erfolgt über die Vorwahl 0164 plus <Rufnummer>.

[Bearbeiten] Inmarsat-Paging

Inmarsat-Paging ist ein weltweiter Rufdienst via Satellit (speziell für Anwendung auf See konzipiert, siehe Inmarsat).

[Bearbeiten] sonstige Funkrufnetze

In Deutschland gibt es außerdem noch zahlreiche, räumlich begrenzte Funkrufdienste im Bereich der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, die von diesen zur Alarmierung von Einsatzkräften mittels Pagern nutzen.

Weitere Funknetze sind das Rheinfunknetz und das Seefunknetz.

[Bearbeiten] Nicht mehr aktive Systeme

[Bearbeiten] Chekker

Chekker war ein öffentlicher Mobilfunkdienst der Telekom, bei dem Kunden mit Funkgeräten über eine Entfernung von bis zu 100 km miteinander kommunizieren konnten. Chekker wurde insbesondere von Unternehmen mit Außenstellen genutzt und sollte den herkömmlichen Betriebsfunk ersetzen, der mit Reichweiten von 10 bis 15 km nur für innerbetriebliche Kommunikation zur Verfügung steht.

Die Funkdienste der seit 1992 in Konkurrenz zur Telekom anbietenden 28 privaten Unternehmen durften seit April 1993 zwischen den Funkstationen eigene Übertragungswege aufbauen, die bis dahin von der Telekom gemietet werden mussten. Private Funkdienste erlauben Anrufe von Funkgerät zu Telefon und umgekehrt. Chekker ermöglichte lediglich Anrufe von Funkgerät zu Telefon.

Chekker wies gegenüber dem privaten Betriebsfunk einige Vorteile auf: Der Teilnehmer nutzte das öffentliche Funknetz, ihm entstanden keine Kosten für den Aufbau einer eigenen Infrastruktur (zum Beispiel für Einrichtung und Wartung eines Sendemastes). Die Gespräche wurden gleichmäßig auf die verfügbaren Kanäle verteilt (sog. Bündelfunktechnik); freiwerdende oder vorübergehend nicht genutzte Frequenzen wurden sofort anderweitig vergeben, so dass Wartezeiten auf eine der nur begrenzt vorhandenen Frequenzen entfallen. Durch Umverteilung der Kanäle während des Gesprächs war ein gewisser Schutz vor Mithören gewährleistet.

Anfang 1993 waren in Deutschland insgesamt 27 Chekker-Funknetze eingerichtet, davon zehn in Ostdeutschland. Bei der Telekom waren 32.000 Chekker-Geräte angemeldet, 19.000 davon in den neuen Ländern. Mitte 1993 kostete das Gerät für die Chekker-Zentrale knapp 4.000 DM (ca. 2000 €), ein Funkgerät rund 2.500-3.500 DM (ca. 1500 €). Die monatliche Gebühr pro Funkgerät, mit der auch alle Gesprächskosten abgegolten waren, betrug 59,80 DM (ca. 30 €).

Im März 1999 wurde die Chekker ProRegio Bündelfunk GmbH & Co. Deutschland KG von der Deutschen Telekom an den Mitbewerber RegioKom verkauft. In einem weiteren Schritt wurde die RegioKom in Dolphin Telecom (Deutschland) GmbH umbenannt, welche nun die analogen Bündelfunknetze der ehemaligen RegioKom, Quickfunk und Chekker weiterführte. Diese Netze wurden später unter einer gemeinsamen Marke ("Chekker") zusammengefasst.

Ende Juli 2001 musste die Dolphin Telecom (Deutschland) GmbH wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren beantragen, das Chekker-Netz wurde jedoch weiterbetrieben. Nachdem die Investorengruppe Inquam aber im Oktober 2005 alle weiteren Zahlungen einstellte, musste Dolphin Telecom den Geschäftsbetrieb aufgeben. Teile des Chekker-Netzes wurden verkauft und werden nun von anderen Unternehmen weiterbetrieben.

[Bearbeiten] Modacom / GfD

Datenfernübertragung (DFÜ) unabhängig von Leitungen wurde ermöglicht durch Modacom (= Mobile Data Communication), einem zellularen Mobilfunkdienst mit Handover und Roaming. Die Informationen wurden vom Teilnehmer über ein Funkmodem an eine Modacom-Basisstation übermittelt und von dort über Datenleitungen an Firmen weitergegeben, die an das Datex-P-Netz angeschlossen waren. Nach Aufnahme des Regelbetriebes (1. Juni 1993) plante die Betreiberin DeTeMobil, im Endausbau eine Versorgung von etwa 80% des Bundesgebietes zu gewährleisten. Nach neun Jahren Betrieb wurde der Modacom-Dienst am 1. Juli 2002 eingestellt.

In Konkurrenz zu dem auf DataTAC basierenden Modacom-Netz betrieb die GfD Gesellschaft für Datenfunk mbH von Januar 1995 bis September 1996 ein Mobitex-Netz mit ähnlicher Funktionalität.

[Bearbeiten] Birdie

Birdie war ein Mobilfunkdienst der Telekom, der mit einem schnurlosen Handgerät im Umkreis von 50–300 m um eine speziell gekennzeichnete Vermittlungsstation (primär Telefonzellen) abgehende Telefonate ermöglichte. Mit dem selben Handgerät konnte man zu Hause darüber hinaus wie gewohnt mit einer entsprechenden Heimstation sowohl abgehende wie ankommende Anrufe tätigen.

Der im Rahmen eines Feldversuches in Münster (analog, CT1+) und München (digital, CT2) erprobte Dienst hatte der Telekom zufolge insbesondere vor dem Hintergrund des in den Startlöchern stehenden Mobilfunkdienstes D1 keine ausreichenden Marktchancen mehr in Deutschland; der Feldversuch wurde daher Mitte 1993 eingestellt.

Der allgemeine Oberbegriff für diese Art von Mobilfunk war Telepoint. In anderen Staaten Europas und Asiens wurde dieser Dienst zum Teil mit Erfolg als Regelbetrieb durchgeführt. Die Idee, mit demselben Gerät unterwegs und -zu günstigeren Konditionen- zu Hause zu telefonieren, wird aktuell von Mobilfunkangeboten mit "Homezone" verwirklicht (etwa Genion von O2).

[Bearbeiten] Eurosignal

Eurosignal (Europäischer Funkrufdienst, auch "Europiep", "Europiepser" oder "Eurosignal" genannt) ist ein von den Post- und Fernmeldeverwaltungen der europäischen Staaten konzipierter drahtloser Personenruf, der ursprünglich in der Bundesrepublik Deutschland (1974), in Frankreich (1975) und in der Schweiz (1985) eingeführt wurde.

Früher wurden Nachrichten an Eurosignal-Empfänger über das Telefon abgesetzt. Der Empfänger erhielt ein optisches oder akustisches Signal. Die Übermittlung von bis zu vier verschiedenen Signalen je Empfänger war durch Wahl einer bestimmten Rufnummer möglich; die Bedeutung der Signale musste vorher zwischen den Partnern verabredet werden, da keine direkte Übermittlung einer Nachricht möglich war, sondern nur angezeigt wurde, welche der bis zu vier Rufnummern angerufen wurde.

Um dem Eurosignal-Teilnehmer eine Information zu übermitteln, musste der Anrufer wissen, in welchem Funkrufbereich sich der Eurosignal-Teilnehmer befindet; die BRD war im Jahre 1989 in die drei Funkrufbereiche Nord, Mitte und Süd unterteilt. Dazu wählte man eine der drei Vorwahlen sowie eine der bis zu vier Rufnummern und bekam dann die Ansage "Eurosignal Mitte, Eurosignal Mitte", sobald das System die Nachricht für den Funkrufbereich Mitte aufgenommen hatte.

An Eurosignal dürften sich viele Radiohörer noch erinnern, denn das Signal war für das am unteren Ende des UKW-Bandes hörbare Gedudel (kurze Eurosignal-Sequenz zum Download) verantwortlich.

Zu seiner Zeit hatte Eurosignal gegenüber dem Autotelefon (A-, B- oder C-Netz) den Vorteil, etwa um den Faktor 10 preiswerter zu sein und nur einen kleinen Empfänger in der Größe eines Notizbuchs zu benötigen. Außerdem waren Eurosignal-Empfänger überall dort erreichbar, wo auch normaler UKW-Radio-Empfang möglich war, also auch in entlegenen Gebieten und in Wäldern.

[Bearbeiten] Scall

Scall war ein Funkrufdienst, der von der DeTeMobil GmbH, Bonn, 1994 in Betrieb genommen wurde. Zuletzt wurde es von e*Message Wireless Information Services Deutschland GmbH betrieben und für Privatkunden zum 30. März 2002 abgeschaltet. Die Besonderheit von Scall war das Fehlen monatlicher Grundgebühren. Der Besitzer eines Scall-Empfängers war in seinem persönlichen Empfangsbereich – in einem Kreisdurchmesser von etwa 50 km um seine Postleitzahl – erreichbar. Scall konnte deutschlandweit genutzt werden. Die Rufabsendung erfolgte durch das Anwählen der Vorwahl 01681 plus Rufnummer; Kosten fielen für den Anrufenden an (CPP: Calling-Party-Pays).

[Bearbeiten] TeLMI

TeLMI war ein Funkrufdienst der Deutschen Funkruf GmbH (DFR); die DFR ist ein Zusammenschluss von Mannesmann, Motorola und anderen Firmen.

Es konnten numerische und alphanumerische Daten übertragen werden sowie Nachrichten auf einer Sprachbox hinterlassen werden. Kosten fielen ausschließlich für den Anrufenden, nicht aber für monatliche Grundgebühren an (wie beim Dienst Scall und im Gegensatz zu vielen ähnlichen Diensten).

Der Funkrufdienst war seit Dezember 1995 in Betrieb; aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und einem Insolvenzverfahren wurde der Betrieb des Funknetzes zum 3. Januar 2002 eingestellt.

Bis Anfang 1997 ist TeLMI nur in Ballungszentren verfügbar gewesen; auf Autobahnen konnten TeLMI-Botschaften nicht empfangen werden, eine flächende Netzdeckung war nicht geplant.

[Bearbeiten] Quix

Quix war ein Funkrufdienst der Miniruf GmbH, Hannover, der 1995 in Betrieb ging. Es wurden bundesweit acht Regionen unterschieden; gegen Monatstarif war auch eine nationale Erreichbarkeit möglich. Eine Besonderheit von Quix lag in der Möglichkeit, dpa-Agenturmeldungen (Nachrichtenschlagzeilen) zu empfangen. Der Dienst wurde am 31. Dezember 2000 abgeschaltet, da bedingt durch die weite Verbreitung der Mobiltelefone das System finanziell nicht mehr rentabel war.

[Bearbeiten] ERMES

ERMES ist ein Funkrufdienst mit zellularer Struktur, der als europäischer Funkrufstandard konzipiert war. In Deutschland musste die Einführung unterbrochen werden, da das Kabelfernsehen erheblich gestört wurde.

[Bearbeiten] Omniport

Omniport war ein Funkrufdienst der Detex, Darmstadt, der seit 1994 in Betrieb war. Der Funkrufdienst nutzte RDS und war daher überall in Deutschland verfügbar, wo es Hörfunk gab; aus diesem Grunde gab es auch keine Rufzonen. Der Betrieb wurde zum 31. Dezember 1997 eingestellt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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