Lutherstadt Wittenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Lutherstadt Wittenberg. Für weitere Bedeutungen, siehe Wittenberg (Begriffsklärung).
Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Wittenberg
Koordinaten: Koordinaten: 51° 52′ N, 12° 39′ O 51° 52′ N, 12° 39′ O
Höhe: 67 m ü. NN
Fläche: 128,93 km²
Einwohner: 47.805 (30. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 371 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06886
Vorwahl: 03491
Kfz-Kennzeichen: WB
Gemeindeschlüssel: 15 1 71 077
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lutherstraße 56
06886 Lutherstadt Wittenberg
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Eckhard Naumann (SPD)

Die Lutherstadt Wittenberg ist Kreisstadt des Landkreises Wittenberg im östlichen Teil des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Herausragende Bedeutung erlangte Wittenberg als eines der wichtigsten deutschen Zentren politischer, kulturgeschichtlicher und künstlerischer Bestrebungen im 16. Jahrhundert. Die weltberühmten Reformationsstätten in der Altstadt und in verschiedenen Epochen entstandene Gebäude bilden das architektonisch reichhaltige Bild der Stadt. Die Wirkungsstätten Martin Luthers, Philipp Melanchthons und Lucas Cranachs werden bereits seit Jahrhunderten von internationalen Gästen aufgesucht. Das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Stadt- und Schlosskirche sind als Luthergedenkstätten seit 1996 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Wittenberg war Hauptstadt des sächsischen Kurkreises und einst herzogliche und kurfürstliche Residenz Sachsens.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Von Anfang bis 1200

Ausgrabungsfunde aus verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte auf dem Territorium der Lutherstadt Wittenberg lassen bereits eine frühzeitliche Besiedlung des Stadtgebietes vor zirka 10.000 Jahren erkennen. Mit dem 10. Jahrhundert beginnt auch für Wittenberg die Zeit, in der geschichtliche Erkenntnisse aus Chroniken, Urkunden und anderen schriftlichen Darstellungen erlangt werden können. Diese Zeit betrachtet man als erste Phase der ostelbischen Herrschaftserrichtung deutscher Feudalherren auf altsorbischen Siedlungsgebiet. In einer Urkunde vom 12. April 965 (bei der es sich jedoch vermutlich um eine Fälschung aus dem Jahre 1000 handelt) erfahren wir, dass die Gegend, in der sich die heutige Lutherstadt Wittenberg befindet, der Gau Nizizi genannt wird. Dieser erstreckte sich von den Mündungen der Schwarzen Elster (im Osten) bis zur Mündung der Mulde (im Westen), in die Elbe. Die ersten verlässlichen Erwähnungen, die auf das direkte Territorium der heutigen Lutherstadt Wittenberg zutreffen, stammen aus dem Jahre 973/1004 dort werden die heutigen Ortsteile Pratau (Broth) und 1004 Seegrehna (Grodisti) erwähnt. Die erste Erwähnung des Namens Wittenberg findet sich möglicherweise bereits im Jahre 1174, als ein Graf Thiedrich von Wittburc genannt wird, der offensichtlich der Burgward des in einer Urkunde des Bischofs Balderan von Brandenburg für das Kloster Leitzkau um 1187 erwähnten burchwardum ... Wittenburg war, in dem ebenfalls eine Kirche erwähnt wird, die als Vorläufer der heutigen Stadtkirche anzusehen ist.

[Bearbeiten] Von 1200 bis 1500

[Bearbeiten] Von 1500 bis 1600

[Bearbeiten] Von 1600 bis 1900

  • 1626 Während des Dreißigjährigen Krieges beginnen neue Befestigungsarbeiten. Die Stadt gewinnt immer mehr an militärischer Bedeutung.
  • 16361637 Der schwersten Pestepidemie fällt etwa die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer.
  • 17061707 Im Zuge des Nordischen Krieges besetzen schwedische Truppen die Stadt. Durch hohe Kontributionen werden die Bürger schwer belastet.
  • 1756 Mit Beginn des Siebenjährigen Krieges wird Wittenberg von preußischen Truppen besetzt.
  • 1760 Die Beschießung durch die Reichsarmee, während des Siebenjährigen Krieges, am 12. und 13. Oktober bringt der Stadt große Verluste. Nach der Befreiung von den preußischen Besatzern liegt der größte Teil der Stadt in Schutt und Asche.
  • 1770 Kirchweihe der im Siebenjährigen Krieg schwer getroffenen und in spätbarocken Formen neu erbauten Schlosskirche.

[Bearbeiten] Von 1900 bis heute

  • 19071909 Bau des neuen Amtsgerichts.
  • 1908 Mit der Errichtung des städtischen Elektrizitätswerkes setzt die durchgehende Elektrifizierung der Stadt ein.
  • 1914 Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers in Kleinwittenberg
  • 1915 Mit Gründung des Stickstoffwerkes in Piesteritz, eines chemischen Großbetriebes, steigt die Zahl der Industriearbeiter beträchtlich an.
  • 1916-1919 Die gartenstädtische Werkssiedlung Piesteritz wird nach Plänen von Paul Schmitthenner und Otto Rudolf Salvisberg unter der Leitung Georg Haberland und Karl Janisch erbaut.
  • 1918 Gründung der Luthergesellschaft in Wittenberg. Novemberrevolution. Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates. Wichtige Gebäude und Institutionen werden besetzt.
  • 1919 Am 23. Februar erste geheime Stadtratswahl. Wittenberg hört auf, eine Garnisonsstadt zu sein.
  • 1922 Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung beschließen, den Namen „Lutherstadt Wittenberg“ zu führen. Die offizielle Anerkennung erfolgt erst 1938. Mit Inbetriebnahme einer elektrischen Feuermeldeanlage entfällt das Amt des Türmers auf der Stadtkirche.
  • 1933 Nach Machtantritt der Hitlerregierung erfolgt in Wittenberg auf allen Ebenen eine Gleichschaltung. Die SA ruft zum Boykott jüdischer Geschäfte, Arztpraxen und Anwaltskanzleien auf.
  • 1935 Das schwerste Explosionsunglück seit Bestehen des Reinsdorfer Sprengstoffwerkes ereignet sich am 13. Juni. Zahlreiche Tote und starke Schäden sind die Folgen.
  • 1935-1936 Errichtung des „Arado“-Flugzeugwerkes in der Dresdener Straße. Frauen aus dem KZ Ravensbrück werden zur Arbeit eingesetzt.
  • 1938 Am 10. November, in der so genannten „Kristallnacht“, kommt es zur Randale vor jüdischen Geschäften und Wohnungen. In der Folge werden jüdische Einwohner verhaftet und deportiert. Gründung des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes in der Schlosskirche.
  • 1944 Angloamerikanische Bombenabwürfe beschädigen und zerstören im östlichen Teil der Stadt mehrere Häuser und den Bahnhof.
  • 1945 Am 26. April marschiert die Rote Armee in Wittenberg ein. Die ersten Betriebe beginnen mit der Arbeitsaufnahme. Es kommt zur Demontage der beiden Rüstungsbetriebe. Ein Teil des Stickstoffwerkes wird zum Zwecke der Reparation abgebaut.
  • 1946 Wiedereröffnung der Lutherhalle. Zwangsvereinigung von SPD und KPD am 24. März.
  • 1948 Der erste Ausstellungsraum des heutigen Museums für Natur- und Völkerkunde „Julius Riemer“ wird eröffnet.
  • 1949 Das erste Geschäft (Freier Laden), in dem man ohne Lebensmittelkarten kaufen kann, wird eröffnet. Das Elbe-Elster-Theater wird am 14. September gegründet. Durch die sowjetische Kommandantur erfolgt mit Gründung der DDR die Übergabe der Verwaltungsfunktionen an die Stadtverwaltung.
  • 1953 Im Rahmen der Lucas-Cranach-Ehrung öffnet in der Lutherhalle eine Ausstellung zum 400. Todestag Lucas Cranachs d. Ä.
  • 19571963 In Kleinwittenberg werden erstmals Wohnungen in Großblockbauweise errichtet.
  • 1959 Das Schwimmbad in Piesteritz öffnet.
  • 1967 Ein großer historischer Festzug, ein internationales Symposium und ein akademischer Festakt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bilden die Höhepunkte der 450-Jahrfeier der Reformation. Zu Ehren Philipp Melanchthons wird in seinem ehemaligen Wohnhaus ein Memorialmuseum eröffnet.
  • 19701976 Das Stickstoffwerk Piesteritz erfährt eine Erweiterung mit dem Bau von zwei Ammoniak- und drei Harnstoffanlagen.
  • 19711980 Am nördlichen Stadtrand entsteht ein großes Wohngebiet.
  • 1973 Nahe der Schlosskirche, unterhalb des sowjetischen Ehrenfriedhofs, wird ein Denkmal der Befreiung enthüllt. (Der dort aufgestellte Panzer wird im April 1990 vom Sockel entfernt.)
  • 1979 Abzug der seit 1945 in Wittenberg stationierten sowjetischen Panzerdivision aufgrund der SALT-II-Verhandlungen
  • 1983 Eine Vielzahl von Ereignissen stehen im Zeichen des Lutherjubiläums. Zu Pfingsten erfolgt in der Stadtkirche die Weihe einer neuen Orgel. Die Lutherhalle öffnet nach baulicher Umgestaltung und musealer Neugestaltung anlässlich der 500. Wiederkehr des Geburtstages Martin Luthers ihre Ausstellung. Die Restaurierungsarbeiten am Turm der Schlosskirche und an der Thesentür sind abgeschlossen. Gäste aus 15 Ländern nehmen am Evangelischen Kirchentag teil. Pfarrer Friedrich Schorlemmer lässt ein Schwert zu einer Pflugschar umschmieden.
  • 1985 Die Röhrwasserleitung wird zu einem technischen Kulturdenkmal erklärt.
  • 1988 Im Mai wird ein Vertrag über Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und Wittenberg geschlossen. Der Opfer der „Reichskristallnacht“ wird im November gedacht. Als Zeichen der Mahnung wird an der Südseite der Stadtkirche unterhalb der „Judensau“ eine Gedenkplatte in das Pflaster eingelassen.
  • 1989 „Gebete um Erneuerung“ in der Schloss- und Stadtkirche leiten den demokratischen Wandel in Wittenberg ein.
  • 1990 Erste freie und demokratische Kommunalwahl seit 1933.
  • 1994 Gründung der Stiftung „Leucorea“ an der Martin-Luther-Universität. Wittenberg ist wieder Universitätsstandort.
  • 2000 Eröffnung der neuen Elbebrücken für Straße und Schiene.
  • 2002 Am 18. August Dammbrüche in den südlich der Elbe gelegenen Ortsteilen Pratau und Seegrehna aufgrund des Hochwassers: Beide Ortsteile werden überflutet.
  • 2007 Am 18. Januar gegen 18:45 zog ein Tornado durch den Süden der Stadt und richtete Schäden in Höhe von mehr als 10 Millionen Euro an. Über 40 Häuser wurden zum Teil sehr stark beschädigt und mindestens 3 Personen verletzt. Die Schneise des Tornados, welcher vermutlich die Stärke eines unteren F3 Tornados hatte, ist zwischen 100 m und 350 m breit gewesen und beläuft sich auf mindestens 8 Kiliometer Länge.

[Bearbeiten] Das Stadtwappen

Das Wappen der Lutherstadt Wittenberg vermittelt mit seinen Symbolen ein Stück Stadtgeschichte. Am 27. Juni 1293 wird Wittenberg durch Herzog Albrecht II. das Stadtrecht verliehen. Es entsteht eine mittelalterliche Stadtgemeinde mit dem Rat als oberstem Verwaltungsorgan. Diesem Rat, erstmals 1317 nachgewiesen, überträgt man die Aufgabe, die Stadt im Innern durch Recht und Gesetzgebung zu regieren und die städtischen Einnahmen zu verwalten. Zur Beurkundung gebrauchte die Verwaltung ihr eigenes Siegel. Eine Darstellung auf dem vermutlich ältesten Wittenberger Stadtsiegelstempel, den die Verwaltung nutzte, und der aus der l. Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt, bildet in ihren Grundzügen die Vorlage für verschiedene Stadtwappen bis in die heutige Zeit.

Das Wappen symbolisiert, durch die mit Zinnen bekrönte Mauer, den dahinter liegenden und den seitlich freistehenden Türmen, eine seit 1409 stark befestigte Stadt.

Die beiden Schilde im Zentrum bilden zusammen das Wappen von Kursachsen. Rechts das sächsische Rautenkranzwappen in dem die schwarz-goldenen Balken auf die Hausfarben des askanischen Stammhauses verweisen. Der darüberliegende grüne Rautenkranz schmückt bereits 1262 das Schild des Stadtgründers Herzog Albrecht II. von Sachsen-Wittenberg.

1356 bestätigt Kaiser Karl IV. dem Herzog von Sachsen-Wittenberg die Kurwürde. Wittenberg wird kurfürstliche Residenz. Das Linke mit Schwertern belegte Schild steht für das mit der Kurwürde untrennbar verbundene Amt des Erzmarschalls des Römisch-Deutschen Reiches, das Rudolf l. nach Wittenberg bringt. Sowohl das sächsische Rautenkranzwappen als auch das Wappen mit den Kurschwertem werden nach dem Aussterben der Askanier im Jahr 1422 von den Wettinern weitergeführt.

Das im Schildfuß dargestellte fließende Wasser symbolisiert die Lage Wittenbergs an der Elbe. Der im Wasser schwimmende Fisch stellt einen Lachs dar, der früher reichlich in der Elbe vorhanden war und von großem Fischreichtum zeugte. So erhielten auch die Fischer, wie jedes Gewerk in der Stadt, 1422 ihre eigene Ordnung und der Lachs erhielt Einzug in das Wappen.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke


Schloss und Schlosskirche
Einer der Hauptanziehungspunkte ist das Wittenberger Schloss und die Schlosskirche, vor allem in Verbindung mit dem mutigen Angriff auf die Ablasspraxis der römisch-katholischen Kirche im 16. Jahrhundert durch die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers. Nach den Zerstörungen der Kirche und des Schlosses in den Jahren 1760 und 1814, wird das Schloss als Bestandteil der Verteidigungsanlagen als Kaserne errichtet und die Schlosskirche erhält 1884 eine Umgestaltung. Nach den Absichten der Bauherrn sollte es die weltgeschichtliche Bedeutung der Schlosskirche zum Ausdruck bringen. Im Sinne des Historismus der Zeit wurde die Aussage auf die Vorläufer und Träger der Reformation bezogen und somit wurde eine Reformationsgedenkstätte geschaffen.
Stadtkirche
Die Stadtkirche ist die Mutterkirche der Reformation. In ihr wurde 1521 die erste evangelische Messe durch Justus Jonas dem Älteren und Andreas Bodenstein von Karlstadt abgehalten. Als Predigerkirche Martin Luthers, war sie seit der Reformation Amtskirche der Generalsuperintendenten des sächsischen Kurkreises. Nach dem Wiener Kongress war sie Amtssitz der Wittenberger Superintendenten. Die künstlerische Ausstattung ist gut erhalten und beherbergt unter anderem Werke von Lucas Cranach dem Älteren und Lucas Cranach der Jüngere. Epitaphe an den Innen und Außenwänden, weisen auf das Wirken vieler bedeutender Persönlichkeiten hin. Die Friedhofskapelle zum heiligen Leichnam steht südlich neben der Marienkirche und gehörte einst zum ummauerten Friedhofsbereich der Stadtpfarrkirche.
Melanchthonhaus
Der die selbstbewusste Modernität der Renaissance ausdrückende Baustil des Melanchthonhauses ist eine architektonische Sehenswürdigkeit. In diesem Haus lebte und starb der Reformator Philipp Melanchthon. In ihm befindet sich eine Ausstellung.
Cranachhöfe
Die Cranachhöfe und Häuser belegen das Wirken von Lucas Cranach d.Ä, Lucas Cranach d.J., Hans Cranachs, Augustin Cranachs und Lucas Cranach III. in Wittenberg. Das Gebäude am Markt 4 und die Apotheke mit Hof an der Schlossstraße 1 belegen Berührungspunkte zu der Persönlichkeit Lucas Cranachs und seiner Nachkommen.
Hundertwasserschule
Das Martin-Luther-Gymnasium ist nach Entwürfen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgestaltet worden, wobei aus der Standardtypplattenbauschule Erfurt II die Hundertwasserschule wurde. In der verspielten, ungewöhnlichen und zugleich anregenden Bildungsstätte, die auch Europaschule ist, setzen sich die Schüler mit ökologischen Zusammenhängen auseinander und entfalten ihre künstlerische Kreativität. Als Besonderheiten der Schule gelten die Sternenwarte, der Zwiebelturm, der Tolerzanz zu anderen Religionen und Menschen symbolisiert, und die Fruchtkapsel, ein der Natur gewidmeter Turm. Die Dachterrassen, die aus Fenstern herausragenden Bäume ("Baummieter") und die mit farbenfrohen Säulen gestaltete Aula sind weitere Elemente der Schule.
Hundertwasser hat den Umbau von seinem Wohnsitz in Neuseeland aus über sein Architekturbüro gesteuert. Zur Einweihung war er nicht anwesend; kurz darauf verstarb er. Sein einziges Projekt des Umbaus einer vorhandenen Architektur hat er selbst nie gesehen.
Hamlethaus
Das architektonisch reizvolle Hamlethaus bindet sich in das Ensemble der Stadt ein.
Universität „Leucorea“ Wittenberg
Die 1502 gegründete Universität Leucorea war und ist nicht nur Lehreinrichtung. In ihr wirkten auch die berühmten Persönlichkeiten der Reformation Martin Luther und Philipp Melanchthon. In der traditionsreichen Geschichte der Universität fanden Innovationen statt, die sich nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf große Teile der Welt auswirkten.
Augusteum und Lutherhaus
Der repräsentative Schaufassadenbau Augusteum ist einst ein Erweiterungsbau der Universität Wittenberg „Leucorea“ gewesen. Er beherbergt heute das evangelische Predigerseminar und dessen altehrwürdige Bibliothek. Im Innenhof des Augusteums befindet sich das einstige Wohnhaus Martin Luthers. Heute befindet sich in dem Gebäude das reformationsgeschichtliche Museum mit seinen Sammlungen von Bildern, Schriften und zeitgenössischen Exponaten der Reformationszeit. Bei der Renovierung des Lutherhaus ging dessen mittelalterlicher Charme teilweise verloren.
Rathaus und Marktplatz
Im Zentrum der Altstadt befindet sich ein großzügig bemessener Marktplatz, an dem über Jahrhunderte ein harmonisches Bauensemble von Bürgerhäusern gewachsen ist. Auf ihm befinden sich das Renaissancerathaus, die Denkmäler Martin Luthers (Entwurf von Schadow) und Philipp Melanchthons (von Drake) sowie der Marktbrunnen.

[Bearbeiten] Theater

Die Historie des Theaters in Wittenberg reicht bis in das 18. Jahrhundert, als die Theaterreformatorin Friederike Caroline Neuber zum Unwillen der Universitätsoberen im Rathaussaal von Wittenberg 1728 ihre Gastspiele gab. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Balzers Festsälen zeitweilig ein kleines Ensemble das durch die Kapelle der hiesigen Garnison verstärkt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg intensivierte sich das Theatergeschehen in Wittenberg. Die Kulturabteilung der sowjetischen Militärstadtverwaltung Wittenberg, regte die Gründung eines kleinen Theaters an, das am 1. November 1945 mit der Operette "Im weißen Rößl" und mit Gerhart Hauptmanns "Hamlet in Wittenberg" eröffnet wurde, dass sich jedoch nicht lange hielt. Am 30. Mai 1946 erfolgte die Gründung des Stadttheaters in der Wichernstrasse. Finanzielle Probleme bereiteten diesem Theater jedoch das Ende. Am 14. September 1949 kam es zur Gründung des Elbe-Elster-Theaters als Wandertheater mit Hauptsitz in Wittenberg. Das Spielgebiet des Elbe-Elster-Theaters erstreckte sich dabei über 5 Bezirke der DDR und wurde unter anderem durch den dienstältesten Intendanten Helmut Bläss geleitet. In der Nachwendezeit verursachten verschiedene Gründe das Ende des zum Mitteldeutschen Landestheater umbenannte Elbe-Elster-Theaters, welches am 31. August 2002 aufgelöst wurde. Im Schlosshof wurde 1972 der „Brett’l Keller“ geschaffen, der mit Kabarettvorstellungen und kleinen Stücken zur beliebtesten Spielstätte werden sollte. In ihm werden gelegentlich noch heute verschiedene kleine Stücke aufgeführt.

Nach der Schließung des zuletzt "Mitteldeutsches Landestheater" genannten Theaters entstand durch privates Engagement die "Phönix Theaterwelt" als Theaterspielort in der Lutherstadt Wittenberg. Des Weiteren entwickelte sich ein Theaterjugendclub und eine Musikwerkstatt "Chamäleon". Die "Capella Wittenbergensis" bietet als Renaissancemusikensemble mit einem geistlichen und weltlichen Programm auf historischen Instrumenten eine kulturelle Bereicherung in der Lutherstadt. In der Kleinkunstbar "Barrik" mit ihren Travestie-, Kabarett- und Musikabenden wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Seit 1996 veranstaltet die Stadt im Kultursommer besondere Open air-Theateraufführungen an den Originalschauplätzen der Lutherischen Reformation. Der Verein WittenbergKultur hat seit 2001 gemeinsam mit dem italienischen Regisseur Fernando Scarpa das Projekt Bühne Wittenberg ins Leben gerufen, das jährlich Theaterstücke mit Themen der Reformationszeit auf die Bühne bringt.

[Bearbeiten] Museen

[Bearbeiten] Weitere Sehenswürdigkeiten

Röhrwasser
Im 16. Jahrhundert wurde durch das stetige Anwachsen der Bevölkerung der Stadt Wittenberg, eine Versorgung mit frischem und klarem Wasser immer notwendiger. Die vorhandenen Brunnen und Bäche genügten nicht mehr, da sie zunehmend mit Unrat verschmutzt wurden. Durch das Röhrwasser änderte sich dies. Den Bürgern stand mit dem Röhrwasseranschluss Tag und Nacht, Sommer wie Winter, frisches Quellwasser zur Verfügung. Erst 1883 verlor das Röhrwasser durch die zentrale Wasserversorgung an Bedeutung. Heute ist das Wittenberger Röhrwasser mit seinen noch ca. 20 vorhandenen Brunnen, nördlich der Alpen, das noch einzig funktionierende Röhrwasserleitungssystem aus dem Mittelalter und somit ein technisches Baudenkmal.


Druckerstube im Cranachhof
Lucas Cranach der Ältere hatte in der einst berühmten Druckerstadt Wittenberg eine eigene Druckerei eingerichtet. In dieser wurden unter anderem die 95 Thesen, der erste Teil der Lutherbibel, Luthers Tischreden und zahlreiche Holschnitte gedruckt. Nach der Rekonstruktion der Lutherhöfe richtete man in der Schlossstrasse wieder eine Historische Druckstube ein in der heute im Buchhochdruckverfahren Texte (z.B. Luthers-Tischreden) und Illustrationen (im Linolschnitt) als Privatdrucksachen hergestellt werden. Zu Schauveranstaltungen erfolgt auf der historischen Gutenberg Presse im Cranachhof Markt 4 eine Vorführung, wie einst zur Zeit des Mittelalters gedruckt wurde.
Luthereiche
Dort, wo Martin Luther 1520 die Bannbulle des Papstes verbrannte und damit seine Trennung von der römisch katholischen Kirche vollzog, steht die Luthereiche.
Katholische Kirche Wittenberg
Die Katholische Kirche wurde 1872 von Bischof Konrad Martin konsekriert. Die Kirche wurde in den Jahren 1999/2000 renoviert.
Schloss Nudersdorf

Das Schloss Nudersdorf ist ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Bauwerk im Ortsteil Nudersdorf. Es ist eng mit der Geschichte der Familie Löser, die generationenübergreifend den Erbmarschall von Sachsen stellten, verbunden.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Nicht nur die großen Männer der Reformationszeit Martin Luther, Philipp Melanchthon und Lucas Cranach hinterließen ihre Spuren in der Lutherstadt Wittenberg. Viel mehr noch als in der Rolle als Hauptstadt Kursachsens und als Residenzstadt Sachsen-Wittenbergs, wurde die Stadt durch die (im ausgehenden Mittelalter wohl bedeutendsten Universität Mitteleuropas) geprägt. Sie war Wirkungsstätte vieler Persönlichkeiten, die gleichzeitig Einfluss auf die Lutherstadt Wittenberg ausübten. Heute sind die Namen vieler Persönlichkeiten auf Gedenktafeln an den Häusern der Altstadt Lutherstadt Wittenbergs verzeichnet.

Siehe auch: Persönlichkeiten Wittenberg

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Die „Ehrenbürgerschaft der Lutherstadt Wittenberg“ ist die höchste Auszeichnung, die die Lutherstadt Wittenberg neben der „Ehrenurkunde der Lutherstadt Wittenberg“, der „Ehrenurkunde des Oberbürgermeisters der Lutherstadt Wittenberg“ und des „Lucas-Cranach-Preises der Lutherstadt Wittenberg“ vergeben kann. Nach der Ehrungssatzung der Lutherstadt Wittenberg, kann die Ehrenbürgerschaft nur an lebende Personen verliehen werden und erlischt mit dem Tod der Person. Am 8. August 1976 beschloss der Rat der Lutherstadt Wittenberg, dass Hans Lorbeer postum zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wird. Aufgrund des Widerspruchs mit der derzeitigen Ehrenbürgersatzung ist diese Ernennung jedoch vakant. Aufgrund einer weiteren rechtlichen Vakanz kann in dieser Aufführung ebenfalls nicht die am 25. April 1933 beschlossene Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers erscheinen: Dieser verweigerte die persönliche Annahme der Ehrenbürgerschaft. Der Vollständigkeit halber sind sie erwähnt.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Die Liste enthält Personen, die in Wittenberg geboren sind. Ob die Stadt zu ihrem späteren Wirkungskreis gehört, ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Siehe auch: Liste Wittenberger Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Wirtschaft

Die Lutherstadt Wittenberg wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts mehr und mehr zum Industriestandort. International agierende Unternehmen sowie eine breite Anzahl kommunaler und mittelständischer Betriebe, bestimmen die gegenwärtige Wirtschaftsstruktur. Die Lutherstadt bietet als Eisenbahnknotenpunkt, mit der Bundeswasserstraße Elbe, mit einer guten Straßenanbindung, einem modernen Klärwerk und einer ausgeprägten Ressourcenanbindung in den 5 Gewerbegebieten ein innovatives Ansiedlungsumfeld.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

  • SKW Stickstoffwerke Piesteritz (chemische Industrie)
  • PCI Augsburg GmbH (Bauzusatzstoffe)
  • SIG Combibloc GmbH (Verbundverpackungsmittel)
  • Unilever Bestfoods Deutschland GmbH (Margarinewerk Pratau)
  • Wikana GmbH (Feinbackwaren)
  • AMI Agrolinz Melamine International Deutschland GmbH (Melaminproduzent)
  • PTE Polymer - Technik Elbe GmbH (Kautschukindustrie)
  • FFB Feldbinder Spezialfahrzeugwerke GmbH
  • Al-ko Therm GmbH (Klimatechnik)
  • TIP TOP Oberflächenschutz Elbe GmbH
  • Omnisal GmbH (Tochterunternehmen von Termphos Vlissingen/Holland, Herstellung von Phosphaten)
  • SPS Schaltanlagenbau Wittenberg GmbH (Anschlussfertige Energieverteiler)

[Bearbeiten] Medien

  • Offener Kanal Lutherstadt Wittenberg
  • Wittenberger Wochenspiegel
  • Super Sonntag
  • Regionalbeilage Mitteldeutsche Zeitung
  • INGO
  • OnlineMagazin Stadtnetz Wittenberg (www.stadtnetz-wb.de)

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straße

Die Lutherstadt Wittenberg ist über die Autobahn A 9 (Anschlussstelle 6 - Klein Marzehns, Anschlussstelle 7 - Köselitz und Anschlussstelle 8 - Coswig (Anhalt)) erreichbar. Die Bundesstraßen 2 und 187 kreuzen sich in der Kreisstadt Lutherstadt Wittenberg. Südlich der Elbe, im Gebiet des Landkreises Wittenberg, enden die Bundesstraßen 100 und 182 an der Bundesstraße 2 in der Gemeinde Eutzsch.

[Bearbeiten] Schiene

In der Lutherstadt Wittenberg kreuzen sich die Eisenbahnlinien Berlin -> Lutherstadt Wittenberg -> Halle (Saale) / Leipzig -> München und Magdeburg / Dessau -> Lutherstadt Wittenberg -> Falkenberg/Elster / Dresden.

Lutherstadt Wittenberg hat Anschluss an die Fernverkehrslinien Hamburg -> Berlin -> Lutherstadt Wittenberg -> Halle (Saale) / Leipzig -> München (ICE-Halt im 2h-Takt) und Stralsund -> Berlin -> Lutherstadt Wittenberg -> Halle (Saale) -> Erfurt-> Altenbeken -> Düsseldorf (IC-Halt im 2h-Takt).

Im Regionalverkehr sind Bahnverbindungen mit dem SPNV - Unternehmen DB Regio in alle vier Himmelsrichtungen möglich. Es gibt alle zwei Stunden eine RE-Verbindung über die Bundeshauptstadt Berlin nach Rostock in Richtung Norden, in Richtung Süden erreicht man Halle (Saale) und Leipzig stündlich im Regionalverkehr mit einer RB-Linie. Ein Umstieg in Bitterfeld ist ggf. nötig. Des Weiteren gibt es in Richtung Osten eine stündliche Regionalverbindung mit einer Regionalbahn in das brandenburgische Falkenberg/Elster, über u.a. Jessen (Elster) und Annaburg. Letztendlich erreicht man von der Lutherstadt Wittenberg aus in Richtung Westen stündlich mit einer RB-Linie u.a. die Orte Coswig (Anhalt) und Dessau sowie, mit ggf. einem Umstieg in Roßlau (Elbe), die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt Magdeburg über u.a. Zerbst/Anhalt und Güterglück. Im Ortsteil Pratau zweigt eine eingleisige Nebenbahn (Dübener-Heide-Bahn) von der Hauptstrecke Berlin -> Halle (Saale) / Leipzig -> München nach Bad Schmiedeberg (-Eilenburg) ab (Regionalverkehr mit Startpunkt in Lutherstadt Wittenberg, 2h-Takt). Die Strecke Bad Schmiedeberg - Bad Düben - Eilenburg sowie die Strecke Pretzsch (Elbe) - Torgau sind außer Betrieb und werden nicht mehr bedient. Folgende Bahnhöfe befinden sich auf dem Stadtgebiet der Lutherstadt Wittenberg:

  • Lutherstadt Wittenberg - Piesteritz
  • Lutherstadt Wittenberg West
  • Lutherstadt Wittenberg Altstadt
  • Lutherstadt Wittenberg
  • Lutherstadt Wittenberg - Labetz
  • Pratau

[Bearbeiten] ÖPNV

Der ÖPNV wurde in der Lutherstadt Wittenberg bis zum 31.12.2006 von der Firma SCALAR durchgeführt. Durch eine neue Ausschreibung zur Durchführung des ÖPNV in Stadt und Kreis Wittenberg, mit Wirkung zum 01.01.2007, gibt es einen neuen Betreiber für den öffentlichen straßengebundenen Personennahverkehr. Vier regionale Busunternehmen haben die Genehmigung erhalten und bilden die Nahverkehrskooperation "Neuer Wittenberger Busverkehr". Das Liniennetz wurde infolge dessen verändert und es wurden neue Liniennummern vergeben. Zentraler Umsteigepunkt für Bus- und Bahnreisende ist in der Lutherstadt Wittenberg der ZOB, der Busbahnhof, mit direktem barrierefreiem Zugang zum Hauptbahnhof.

[Bearbeiten] Wasserwege

Durch die direkte Lage an der Elbe verfügt die Lutherstadt Wittenberg über zwei Güterumschlaghäfen in Kleinwittenberg und Piesteritz sowie zwei Anlegestellen für die Passagierschifffahrt. Von dort aus werden Fahrten mit der MS "Lutherstadt Wittenberg" nicht nur für Touristen angeboten, gefahren wird u.a. flussaufwärts in Richtung Torgau, vorbei am UNESCO -Biosphärenreservat Mittlere Elbe. Die Anlegestelle für die Passagierschifffahrt mit der MS "Lutherstadt Wittenberg" befindet sich in direkter Nähe zum Gewerbepark Elbe und unweit des historischen Stadtzentrums.

[Bearbeiten] Verwaltung

Als 1293 Wittenberg das Stadtrecht erhielt, führte ein „Vocatus“ (Vogt) die Verwaltung der Stadt. Die Bewohner des Ortes waren einst Leibeigene gewesen, die sich nun als Bürger nach und nach in Innungen organisierten. So geht die älteste Gründung der Tuchmacherinnung auf das Jahr 1300 zurück. Ein Rat mit einem Proconsul (Bürgermeister) und 7 Consulen (Ratsmitglieder) wird erstmalig 1317 erwähnt. Dieser übernahm zunehmend die Verwaltungsrechte der Stadt und dessen 4 Innungen (Tuchmacher, Schuhmacher, Fleischer und Bäcker), aus denen er zusammengesetzt war. Durch den ständigen Geldbedarf der Regenten konnte dieser Rat nach und nach verschiedene Rechte und Grundbesitze gegen Bezahlung von diesen erwerben. Durch verwandtschaftliche Ratswahlinteressen hatte sich im Laufe eines Jahrhunderts ein Patriziat gebildet. Dies wurde durch den Regenten um 1425 durch neue Satzungen geändert. Das Ratskollegium bestand nun aus 3 besonderen Räten, deren Zahl zusammen 24 betrug, die alle 3 Jahre einander in der Regierung abwechselten und die kurfürstliche Bestätigung benötigten. Im Laufe der Entwicklung der Stadt stiegen auch die Ansprüche an den Rat. Während anfänglich vorwiegend die Ratsmitglieder beratende Funktionen erfüllten, wurden nach und nach Funktionen an die Ratsmitglieder gekoppelt (Syndikus, Richter, Kämmerer, Bauherr, Beisitzer Bürgermeister etc.), und die Größe des Rates stieg damit an. 1696 wurde die Struktur des Rates auf eine ständig anhaltende Dienstzeit geändert. In der nachfolgenden Zeit entwickelten sich aus Funktionen im Rat Kommissionen, die bestimmte Thematiken der Stadt berieten. Der Titel des Oberbürgermeisters wurde 1703 und 1918 bereits auf königlichen Erlass ehrenhalber vergeben. Mit dem Erreichen einer Einwohnerzahl von 25.000 erhielt Wittenberg 1922 den Status einer kreisfreien Stadt. Damit erhielt das Stadtoberhaupt auch offiziell die Bezeichnung Oberbürgermeister. Durch die Verwaltungsreform vom 1. August 1950 wurde der Status der kreisfreien Stadt aufgehoben, womit auch der Titel des Oberbürgermeisters verschwand. Die Verwaltung der eingemeindeten Ortsteile Piesteritz, Kleinwittenberg, Teuchel, Trajuhn, Labetz und Wiesigk wurde in der Stadtverwaltung zentralisiert. 1994 wurde entsprechend der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalts wieder der Oberbürgermeistertitel eingeführt, dessen Beigeordneter trägt den Titel eines Bürgermeisters. Die eingemeindeten Gemeinden Apollensdorf, Reinsdorf, Pratau, Seegrehna, Nudersdorf und Schmilkendorf besitzen einen Ortsbürgermeister und einen Ortschaftsrat.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Die Lutherstadt Wittenberg setzt sich aus mehreren Ortsteilen zusammen: die Altstadt Wittenberg mit den dazugehörigen ursprünglichen Gemarkungen Elstervorstadt, Schlossvorstadt (1417), Friedrichstadt (1301 als Broder Annendorf) und Rothemark (1391). Durch Eingemeindungen gelangten 1938 Teuchel, 1938 Labetz, 1945 Kleinwittenberg, 1950 Wiesigk, 1950 Piesteritz, 1950 Trajuhn, 1974 Apollensdorf, 1993 Reinsdorf mit dem 1937 eingemeindeten Dobien und dem 1950 eingemeindeten Braunsdorf, 1993 Pratau mit dem 1929 eingemeindeten Wachsdorf, 1993 Seegrehna mit dem ehemaligen Vorwerk Bleesern, 2005 Nudersdorf und Schmilkendorf hinzu.

Des Weiteren gehören zu der Lutherstadt Wittenberg noch die Ortsteile Apollensdorf Nord, Birkenbusch, Hohenroda, Kienberge, Luthersbrunnen und die Probstei. Diese sind den entsprechenden Ortsverwaltungen zugeordnet.

[Bearbeiten] Die Oberbürgermeister Wittenbergs

[Bearbeiten] Die Bürgermeister Wittenbergs

Da der Rat Wittenbergs von 1317 bis 1695 alljährlich wechselte, sollen hier nur die bekanntesten Bürgermeister genannt werden.

[Bearbeiten] Diverses

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Wittenberger Kneipenmusiknacht
Bei ausgelassener Stimmung erwarten ca. 20 gastronomische Einrichtungen in der Wittenberger Altstadt im April (letztes Wochenende) ihre Gäste. Untermalt von Livemusik, die von Künstlern unterschiedlicher Stilrichtungen dargeboten wird, kann man sich hier reichhaltigen Hörgenüssen hingeben.
Wittenberger Maiblumenfest
Dieses Fest ist den in Wittenberg traditionell gezüchteten Maiglöckchen gewidmet. Gärtner und Gartenbaubetriebe der Region schmücken Anfang Mai dazu den gesamten Markt mit Frühlingsblumen und Gehölzen in allen Farben aus.
Regio Pedale
Bei der Veranstaltung im Mai fahren große Radwandergruppen an verschiedene Punkte der Region.
Luthers Hochzeit
Alljährlich findet am zweiten Wochenende im Juni eines der größten und schönsten Themenstadtfeste Deutschlands an den Originalschauplätzen der Reformation in Wittenberg statt. Das Fest erinnert an die Hochzeit Martin Luthers und Katharina von Boras im Jahr 1525. Höhepunkt ist der historische Festumzug am Samstagnachmittag.
Luther Cup
Kleinfeld – Fußballturnier im Juni mit ca. 100 mitwirkenden Frauen- und Männermannschaften aus 12 Bundesländern;
Wittenberger Kultursommer mit den Wittenberger Hofkonzerten
An drei Wochenenden im Sommer finden die Wittenberger Hofkonzerte statt. Dabei kann man bei ausgesuchter Musik und erlesenen Speisen einen gemütlichen Abend in den historischen Altstadthöfen genießen.
Wittenberger Erlebnisnacht
Ungewöhnliche Dinge zu ungewöhnlichen Zeiten an ungewöhnlichen Orten zu ungewöhnlich günstigen Preisen erleben. Eine bezaubernde Tour durch das nächtliche Wittenberg. In den Museen, den Altstadthöfen, im Schloss und in den Kirchen werden Rundgänge und Einblicke in das Stadtleben einst und jetzt, garniert mit Musik und kulinarischen Angeboten, kostengünstig serviert. Alljährlich am 3. Wochenende im August.
Wittenberger Töpfermarkt
Auf dem Marktplatz präsentieren sich am letzten Wochenende im September über 80 Töpferwerkstätten aus ganz Deutschland und bieten ihre Ware feil. Im Cranachhof findet ein historischer Bauernmarkt statt.
Reformationsfest
Am 31. Oktober wird alljährlich das Reformationsfest mit Festgottesdiensten, Konzerten, Disputationen und einem bunten historischen Treiben auf dem Markt und in den Altstadthöfen gefeiert.
Wittenberger Weihnachtsmarkt
Der historische Marktplatz und die gemütlichen Altstadthöfe bieten eine wunderschöne Kulisse für den Weihnachtsmarkt, der alljährlich am ersten Advent eröffnet wird und bis zum 4. Advent seine Türen offen hält.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1791 handelt es sich meist um berechnete Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter, beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.

Jahr Einwohnerzahlen
1500 2.000
1532 4.500
1791 4.860
1792 4.703
1793 4.662
1794 4.617
1814 4.727
1826 6.725
1834 8.107
1846 10.283
Jahr Einwohnerzahlen
1875 12.479
1880 13.448
1885 13.836
1890 14.443
1895 16.479
1900 18.345
1905 20.331
1910 22.419
1925 24.160
1939 35.130
Jahr Einwohnerzahlen
1946 41.304
1950 49.852
1964 46.828
1971 47.323
1981 53.874
1989 51.754
1990 49.682
1995 53.207
2000 49.643
2005 47.805

[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen

  • Alaris Schmetterlingspark; Rothemark
  • Volkspark; Piesteritz
  • Arthur-Lambert-Stadion; Wallstraße
  • Platz der Jugend; Dessauer Straße
  • Stadthalle; Sternstraße
  • Freibad; Piesteritz
  • Schwimmhalle; Piesteritz
  • Strandbad; Reinsdorf
  • Reiterhof; Braunsdorf
  • Reitsportanlage; Lerchenberg
  • Reiterhof Huth; Trajuhn
  • Tennisanlage: Piesteritz
  • Fitneß-Club CityGym; Pfaffengasse
  • Wassersportgemeinschaft Wittenberg; Dresdner Straße (ehemaliges Strombad)
  • Marineclub Wittenberg; Dresdner Straße
  • Ruderclub Wittenberg; Dresdner Straße

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

  • Wittenberger Kuckucksbier (Dunkelbier)
  • Wittenberger Quarkkrempel
  • Speckkuchen = Regionalspeise, vermutlich von eingewanderten Flamen im Mittelalter eingeführt
  • "Lutherbrot" - eine Gebäckspezialität der Fa. Wikana

[Bearbeiten] Literatur

  • Schriftenreihe des Stadtgeschichtlichen Zentrums (Heft 1-14)
  • Wittenberg als Lutherstadt von Helmar Junghans 1979
  • Denkmalverzeichnis Sachsen Anhalt Landkreis Wittenberg von 2002
  • Lucas Cranach d.Ä. und die Cranachhöfe in Wittenberg
  • Berühmte Persönlichkeiten und ihre Verbindung zu Wittenberg
  • Heimatkalender von 1998-2005
  • Die Denkmale der Lutherstadt Wittenberg von 1979
  • Zusammenbruch und Neuanfang von Gottfried Herrmann von 2002
  • ...Wittenberg brennt... von Gottfried Herrmann von 1999
  • Die Wende in Wittenberg von Friedrich Schorlemmer von 1997
  • Durch die Jahrhunderte I,II und III von 1983
  • Lutherstadt Wittenberg Geschichten - Gestalten - Geschichte von Xing-hu Kuo von 1991
  • 700 Jahre Wittenberg: Stadt, Universität, Reformation hrsg. Stefan Oehmig, Weimar, Böhlau 1995
  • Berühmte Wittenberger und ihre Gäste vom Rotary Club
  • Wittenberg, in: Helga Wäß, "Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert. Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nord-Hessen, Ost-Westfalen und Südniedersachsen" (= Band 1), "Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts" (= Band 2), Bristol u.a. 2006, Band 2, S. 603-611. - ISBN 3-86504-159-0

[Bearbeiten] Siehe auch:

[Bearbeiten] Weblinks

[/Commons:Category:Wittenberg%2C_Germany?uselang=de Commons: Lutherstadt Wittenberg] – Bilder, Videos und/oder Audiodateien