Labor

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Laboratorium. Für den Komponisten siehe Josef Labor


Das Labor (eigentlich Laboratorium, vom lateinischen laborare = arbeiten, leiden bezeichnet einen Arbeitsplatz vor allem im Bereich der Naturwissenschaften. Im Gegensatz zum Büro wird im Labor praktisch gearbeitet, das heißt es werden die verschiedensten Experimente durchgeführt.

Laboratorien findet man in der Chemie, Physik, Biologie, Pharmazie und Medizin, in den Psycho-Wissenschaften und im Ingenieurwesen. Ein bekanntes Beispiel außerhalb der Naturwissenschaften ist das „Schlaflabor“.

Die Laborausstattung hängt dabei stark von der Art des Einrichtung ab und trägt den besonderen Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Sauberkeit, Verfügbarkeit von Materialien, Werkzeugen und Geräten Rechnung.

In chemischen und biochemischen Laboratorien werden viele verschiedene Glasgeräte (Rundkolben, Destillationsbrücken, Kühler, Bechergläser, etc.) benötigt, mit denen Analysen und Synthesen durchgeführt werden. Zudem wird hauptsächlich innerhalb von Abzughauben (Links im Bild) gearbeitet, in denen entstehende Gase oder Aerosole während der Reaktion aus der Luft abgesaugt werden, und welche den Arbeitenden bei einem Unfall vor Splittern oder spritzenden Flüssigkeiten schützen.

In mikrobiologischen Labors werden außerdem Sicherheitswerkbänke verwendet, die durch geeignete Pumpen und Filteranlagen steril gehalten werden, um den Arbeitenden und seine Experimente vor dem Einfluss von Mikororganismen zu schützen.

Bedingt durch den Umgang mit gesundheitsschädlichen und brennbaren Stoffen darf in chemischen Laboratorien weder gegessen noch getrunken noch geraucht werden, zudem ist in der Regel das Tragen geeigneter Schutzkleidung (Laborkittel, geeignete sonstige Kleidung, Schutzbrille, Schutzhandschuhe, festes Schuhwerk) verpflichtend.

Laboratorien in der Physik verfügen meist über Anschlüsse für Drehstrom, Druckluft, sowie vom normalen Trinkwassernetz getrennte Kühlwasserleitungen. Zur Ausstattung gehören darüber hinaus verschiedene meist elektronische Messgeräte, häufig auch Vakuumapparaturen sowie je nach speziellem Arbeitsgebiet weitere Geräte. Eine wichtige Art von Labor insbesondere in der Festkörperphysik ist der Reinraum, in dem durch eine spezielle Belüftungsanlage, das Tragen von Schutzkleidung und Vermeidung bestimmter Tätigkeiten eine besonders saubere, insbesondere staubfreie Arbeitsumgebung herrscht.

In den Ingenieurwissenschaften werden als Labor nicht nur entsprechend ausgestattete und genutzte Räume bezeichnet, sondern auch eine Klasse von Lehrveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen, in denen praktische Fähigkeiten und der Umgang mit bestimmten Geräten, Software o.ä. anhand von beispielhaften Aufgabenstellungen geschult werden sollen.

Neuerdings finden sogenannte Westentaschenlabore (lab-on-a-chip system) vermehrt Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Schutzstufenkonzept

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.

Für Laboratorien in welchen mit Gefahrstoffen, mit biologischen Arbeitsstoffen oder mit gentechnisch veränderten Organismen gearbeitet wird, sind in Deutschland durch unterschiedliche Rechtsvorschriften die Einstufung in vier Schutzstufen (Gefahrstoffverordnung) bzw. Risikogruppen (Biostoffverordnung) bzw. Sicherheitsstufen (Gentechniksicherheitsverordnung) vorgeschrieben, welche bauliche und organisatorische Maßnahmen nach sich ziehen. In der Schweiz gelten ähnliche Regelungen

[Bearbeiten] Schutzstufen nach der Gefahrstoffverordnung (Deutschland)

Nach der Gefahrstoffverordnung sind die im Labor verwendeten Gefahrstoffe auf ihre Gefährdung zu prüfen. Dabei ist neben der Einstufung mit den Gefährlichkeitsmerkmalen (also giftig, leicht entzündlich usw.) auch die Häufigkeit der Verwendung, die Einsatzmengen und verschiedene physikalische Eigenschaften, wie die Konzentration in der Luft die Verteilung usw. und die Arbeitsbedingungen zu berücksichtigen.

Aufgrund dieser Daten erfolgt dann die Einstufung:

Schutzstufe Gefahrstoffe mit den Eigenschaften Maßnahmen
1 reizend, gesundheitsschädlich, ätzend (geringe Mengen und geringe Einwirkzeit) *Minimierung der Gefahren durch geeignete bauliche (z.B. Abzug) und organisatorische (z.B. besondere Arbeitsplatzhygiene) Maßnahmen
  • alle Stoffe kennzeichnen
  • es dürfen keine Lebensmittelbehälter für Gefahrstoffe verwendet werden
  • sichere Lagerung der Gefahrstoffe
2 reizend, gesundheitsschädlich, ätzend *Maßnahmen der Stufe 1
  • Ersatz von Gefahrstoffen prüfen
  • Essen, Trinken und Rauchen verbieten
  • Arbeits- und Privatkleidung trennen
  • Alleinarbeit nur bei geeigneten Schutzmaßnahmen erlauben
3 Gefahrstoffe, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert überschritten wird *Maßnahmen der Stufe 3
  • Arbeitsbereich deutlich kennzeichnen
  • Maßnahmen zur Erkennung von Stofffreisetzung treffen

[Bearbeiten] Sicherheitsstufen nach der Gentechniksicherheitsverordnung (Deutschland)

Die Laboratorien werden in vier Sicherheitsstufen eingeteilt, die sich jeweils nach dem Grad des Risikos der verwendeten Organismen ergeben. Dabei wird zusätzlich noch unterschieden in Sicherheitsstufen für Laboratorien und Produktionsbereiche. Die höhere Stufe schließt die Sicherheitsmaßnahmen aller niedrigeren Stufen ein.

Maßnahmen der Stufe 1

  • Arbeitsraum als Gentechnischen Arbeitsbereich mit Angabe der zugelassenen Sicherheitsstufe kennzeichen.
  • Arbeiten nur in abgegrenzten und ausreichend bemessenen Räumen durchführen. Jedem Mitarbeiter muss ein ausreichend großer Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt sein. Im Raum muss ein Waschbecken vorhanden sein.
  • Oberflächen im Arbeitsbereich müssen leicht zu reinigen und beständig gegen Arbeitsmaterialien und verwendete Reinigungsmittel sein.
  • Die Türen sind während der Arbeit geschlossen zu halten, sie sollen ein Sichtfenster haben und in den Gang aufschlagen (Notausgang).
  • Mit dem Mund darf nicht pipettiert werden.
  • Spitze Gerätschaften wie Kanülen sollen nur im Ausnahmefall benutzt werden.
  • Es sollen keine Aersole gebildet werden. Die Exposotion von gentechnisch veränderten Organismen muss minimiert werden (z.B. durch eine Sicherheitswerkbank).
  • Nach der Arbeit und vor dem Verlassen des Arbeitsraumes sind die Hände zu desinfizieren und zu waschen.
  • Laborräume sauber halten und auf den Arbeitsflächen nur die notwendigen Geräte lagern.
  • Die Identität und Reinheit der benutzten Organismen ist, falls notwendig, regelmäßig zu überprüfen. Die zeitlichen Abstände richten sich nach dem möglichen Gefährdungspotential. Sie sind sicher aufzubewahren.
  • Ungeziefer ist zu vernichten
  • Verletzungen müssen dem Projektleiter gemeldet werden.
  • In Arbeitsräumen darf nicht gegessen, getrunken, geraucht, geschnupft oder geschminkt werden; Lebensmittel und Kosmetika dürfen auch nicht in Laboratorien gelagert werden. Die Beschäftigten müssen dies in Sozialräumen tun, die der Arbeitgeber einzurichten hat.
  • Es muss Schutzkleidung getragen werden.
  • Ein Autoklav muss sich im Betriebsgebäude befinden.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary: Labor – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
[/Commons:Laboratory?uselang=de Commons: Labor] – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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