Kupfersteinzeit
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Als Kupfersteinzeit oder Kupferzeit (Chalkolithicum, Äneolithikum) bezeichnet man den letzten Abschnitt der Jungsteinzeit. Während dieser Zeit wurden grundlegende Techniken der Metallgewinnung und -verarbeitung entwickelt. Auf die Kupferzeit folgte die Bronzezeit. Es ist die Übergangsperiode vom Ende des Neolithikums zur frühen Bronzezeit.
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[Bearbeiten] Name
In der Forschung hat sich aus einer Reihe von Gründen kein einheitlicher Name durchsetzen können. Zum Teil hängt das mit der Tatsache zusammen, dass Kupfer nicht in allen Regionen den gleichen Zuspruch fand und durchaus auch keine Beachtung finden konnte. Andere Träger der Kultur waren nur nicht in der Lage, auf Kupfer als Rohstoff zurück zu greifen. So bildet das Material in den Hinterlassenschaften einen derart geringen Anteil, dass Archäologen nicht mehr von einer Kupferzeit sprechen mögen. Archäologisch wird eine Metallzeit - und ganz besonders die Kupferzeit - am Niederschlag des Materials in den Fundensembles festgemacht. Hierbei genügt jedoch nicht das Vorhandensein des Materials etwa als Schmuckstück, sondern die Kupferzeit wird definiert über den Einsatz des Metalls beim Schwergerät, also den Äxten und Beilen etwa. Da dies jedoch in vielen Gegenden nicht der Fall ist, wird für diese Regionen nicht von einer Kupferzeit gesprochen.
Der Begriff Äneolithikum als Epochenbezeichnung wird vor allem in Südosteuropa (Vinča-Kultur, Cucuteni-Tripolje-Kultur) und im vorderen Orient (Halaf-Kultur) verwendet.
[Bearbeiten] Metallbearbeitung
Die Metallbearbeitung wurde zunächst an gediegenen (elementar vorkommenden) Metallen wie Gold, Silber und Kupfer entwickelt. Die ältesten Kupferfunde datieren aus dem 8. Jahrtausend v. Chr. und stammen aus Anatolien. In Mitteleuropa begann die Kupferzeit um 4300 v. Chr. und dauerte bis ca. 2200 v. Chr.
Einer der bekanntesten Menschen der Kupferzeit ist Ötzi, der ca. 3300 v. Chr. lebte. Seine Leiche ist als gefriergetrocknete Mumie erhalten. Er hatte typische Gerätschaften der Jungsteinzeit bei sich und trug bereits ein Kupferbeil. Die Klinge des Beils war gegossen und geschäftet. Die Form ist ähnlich wie bei aus Stein geschliffenen Beilen.
Vor der Entwicklung der Bronze war der Gebrauchswert der Metallgegenstände noch nicht sehr hoch, da Kupfer auch in kaltem Zustand biegsam ist und Kupferschneiden schnell stumpf wurden. Grundlegende Metallbearbeitungstechniken wie der Metallguss wurden gleichwohl schon vor der Bronzezeit entwickelt. Durch den Guss war erstmals eine Serienfertigung gleichartig aussehender Werkzeuge möglich.
Nicht nur für die Bearbeitung, sondern auch für die Gewinnung von Metallen stellt die Kupferzeit eine Zäsur dar. So wurden erste Techniken der Prospektion und Gewinnung von Erzen, vornehmlich von Kupfererzen in offenen Gruben (Bergbau) entwickelt. Durch die Entwicklung der Verhüttung von Kupfer konnte der Engpass an gediegenem Kupfer entschärft werden. Auch Blei wurde zu dieser Zeit bereits verhüttet, und wird oft im Zusammnenhang mit der Gewinnung des Silbers gesehen. Zusammen mit dem Abbau von Zinn legte dies eine technologische Basis für die nachfolgende Bronzezeit.
Der kupferzeitliche Verhüttungsprozess ging vor allem von oxidischen bzw. karbonatischen Erzen Malachit und Azurit aus. Diese konnten in einem einstufigen Prozess unter Erhitzung in einer reduzierenden Atmosphäre verhüttet werden. Diese Erze entstehen in der Oxidationszone der Erzgänge und können Mächtigkeiten bis zu 30 m aufweisen. Neben oxidischen Erzen wurden teils auch komplexere Erze, wie Chalkopyrit (Kupferkies, CuFeS2) und Chalkosin (Kupferglanz, CuS) verhüttet. Bei diesen Erzen liegt das Kupfer als Sulfid vor und musste zunächst geröstet werden, um den Schwefel in Schwefeldioxid zu überführen. In einem separaten Prozess erfolgte dann die Reduktion zu Kupfer. Für diese Reduktion war Holzkohle notwendig, da der Kohlenstoff das Kohlenmonoxid der reduzierenden Atmosphäre liefert. Das Schmelzen für den Kupferguss benötigt ebenfalls Holzkohle, da Kupfer erst bei 1083°C schmilzt.
Kulturell brachte die Kupferzeit mehrere Veränderungen mit sich: Die Siedlungen in Mitteleuropa wurden tendenziell kleiner, dafür aber stärker befestigt. Sie lagen vor allem auf Anhöhen. Insbesondere im Mittelmeeraum führte die Entwicklung der Kupfertechnologie zu einem verstärkten Fernhandel. Kupfer aus dem Balkan wurde zum Teil bis nach Deutschland gehandelt, wie eine am Bodensee gefundene Kupferscheibe beweist.
Es ist anzunehmen, dass die Nutzbarmachung von Metall zu einem starken sozialen Wandel führte. Die ersten Oberschichten begannen sich zu bilden, die den Abbau und die Verhüttung des Metalls kontrollierten. Einen Hinweis hierauf liefert das Gräberfeld von Varna an der Westküste des Schwarzen Meers in Bulgarien. Hier liegt eine Oberschicht begraben, die sich durch extremen Reichtum auszeichnete, der sich in reichen Goldbeigaben (Waffen, Werkzeug, Schmuck, Keramik mit Goldauflage) ausdrückte.
In Südamerika gab es ab dem 1. Jahrhundert eine Parallelentwicklung in der Mochica-Kultur, die im Bereich der Pazifikküste des nördlichen Peru siedelte. Auf einem schmalen, aber rund 600 km langen Streifen in der Küstenwüste betrieben die Mochica einen ertragreichen Bewässerungsfeldbau mit Guanodüngung. Die Keramik war hoch entwickelt, ebenso die Metallverarbeitung. Neben Gold und Silber wurde auch Kupfer verarbeitet. Die Mochica stellten auch Kupferlegierungen her, vor allem Tumbago. Technologisch bemerkenswert ist auch ein Verfahren, um Kupfer zu vergolden.
[Bearbeiten] Kulturen und Fundorte
- Spielberg (Österreich): Siedlung
- Bisamberg (Niederösterreich): Fragment eines Gusslöffels
- Götschenberg bei Bischofshofen (Salzburg): Bergbausiedlung, Kupfererz, Werkstücke aus Kupfer
- Jevisovice-Kultur
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
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