Isidor von Sevilla
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Isidor von Sevilla (* um 560 in Carthago nova, dem heutigen Cartagena, Spanien; † 4. April 636 in Hispale, dem heutigen Sevilla), auch Isidorus hispalensis genannt, wurde als Nachfolger seines Bruders Leander Bischof von Hispale.
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[Bearbeiten] Leben
Isidor von Sevilla zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des Frühmittelalters, kann aber auch, wenn auch nur bedingt, als einer der letzten Autoren der Spätantike gelten, deren Wissen er sammelte und ordnete. Das spanische Westgotenreich war zu dieser Zeit ein Beispiel für die Koexistenz und Vermischung von römischen und germanischen Elementen. Teile der iberischen Halbinsel – unter anderem Isidors Geburtsstadt – befanden sich zudem in den Jahrzehnten um 600 unter der Kontrolle des oströmischen Kaisers, wodurch der Zugang zu antiken Werken noch erleichtert wurde. Seine Schriften verfasste Isidor auf Latein; sie wurden im Mittelalter von Mönchen eifrig kopiert. Manche Aussagen antiker Autoren sind nur noch durch seine Zitate bekannt. Isidor befasste sich mit sehr unterschiedlichen Wissengebieten und hinterließ eine immense Anzahl von Werken. Besonders bekannt ist sein 20 Bücher umfassendes Werk Etymologiarum sive originum libri XX (kurz: Etymologiae) von 623, eine Enzyklopädie.
Isidor gilt oft als letzter abendländischer Kirchenvater und hatte einen enormen Einfluss auf die nachfolgenden Generationen, eben durch seine Bibelexegese und seine Vermittlung antiken Wissens an die Welt des Mittelalters. Seine Werke wurden nachweislich schon bald darauf in andere Sprachen übersetzt und fanden weite Verbreitung.
Sein anerkannter Name wurde jedoch auch von anderen Autoren benutzt, um ihren Werken mehr Autorität zu verleihen. Darunter fällt die Erwähnung der Mission des Apostels Jakobus in Spanien und weit folgenreicher: die Begründung des päpstlichen Weltherrschaftsanspruchs im sogenannten Pseudo-Isidor.
[Bearbeiten] Gedenktag
- Katholisch: 4. April (Nicht gebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender). Die Heiligsprechung erfolgte 1598.
- Isidor wurde 2001 zum Patron des Internets benannt (vgl. [1]).
- Seit 2001 gibt es den so genannten Isidor-Award, der Shareware-Programme auszeichnet (vgl. [2]).
[Bearbeiten] Werke
Erhaltene Werke Isidors von Sevilla:
- Etymologiae libri viginti
- De natura rerum
- Sententiarum libri tres
- De ecclesiasticis officiis
- Regula monachum
- De ordine creaturarum
- Differentiae
- De fide catholica contra Iudaeos
- Synonymorum
- Chronica maiora
- Historia de regibus Gothorum, Vandalorum et Suevorum
- Questiones in vetus testamentum
- De ortu et obitu patrum
[Bearbeiten] Weblinks
| Wikisource: Isidorus Hispalensis – Quellentexte (lat.) |
- Literatur von und über Isidor von Sevilla im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Eintrag (mit Literaturangaben) im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon (BBKL)
- Isidor von Sevilla: Etymologiae (LacusCurtius)
- Isidor von Sevilla: De natura rerum
- De etymologiarum libri XX (lateinisch)
| Vorgänger Leander | Erzbischof von Sevilla 600-636 | Nachfolger Honorato |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Isidor von Sevilla |
| ALTERNATIVNAMEN | Isidorus hispalensis |
| KURZBESCHREIBUNG | Bischof von Hispale; Verfasser der lateinischen Etymologiae und exegetischer Texte |
| GEBURTSDATUM | um 560 |
| GEBURTSORT | Carthago nova, heute Cartagena, Spanien |
| STERBEDATUM | 4. April 636 |
| STERBEORT | Hispale, heute Sevilla |
Kategorien: Heiliger | Kirchenlehrer | Kirchenvater | Theologe (7. Jahrhundert) | Römisch-katholischer Bischof (7. Jahrhundert) | Autor | Spätantike | Mittelalter (Literatur) | Literatur (Latein) | Literatur (7. Jahrhundert) | Sachliteratur | Mann | Geboren im 6. Jahrhundert | Gestorben 636 | Sevilla | Philologe der Antike
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