Institut für Gesundheitsaufklärung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Das sogenannte Institut für Gesundheitsaufklärung (IFGA) mit Sitz in Geldern wurde von Adel Massaad gegründet, einem professionellen Tischtennisspieler sowie PR-Unternehmer. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass das Institut aus mehr als aus seinem Inhaber besteht.

2006 enthüllte das Magazin Stern, dass Massaad verdeckt Public Relations für Pharmaunternehmen betreibt und dafür allein im Frühjahr 2006 von verschiedenen Pharmafirmen insgesamt mehr als 1,2 Millionen Euro erhalten hat. Massaad dementierte die Zahlungen nicht, bemühte sich aber, dem Stern auf juristischem Wege die Veröffentlichung zu untersagen.

Massaad hatte versucht, das in Köln gelegene pharmakritische Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und dessen Leiter Prof. Dr. Peter Sawicki zu diffamieren. Er hatte sich selbst dem Stern als Informant angeboten, um der Redaktion angeblich „belastendes Material“ über die unabhängigen Qualitätsprüfer zu übergeben.

Im Jahr zuvor hatte Massaad bereits mit der These „Mehr Sex gleich Aufschwung“ die Öffentlichkeit gesucht. Aus einer einfachen Personenbefragung gewann das Massaad-Institut die Erkenntnis „wer im Bett nicht kann, ist schlecht gelaunt, unkonzentriert und macht Fehler“. Aus den laut Befragtenauskunft bei schlechtem Sex durchschnittlich weniger gearbeiteten 1,06 Stunden errechnete Massaad durch Multiplikation einen „Volkswirtschaftlichen Schaden der Impotenz“ von 65,3 Milliarden Euro.

Aufgefallen ist Massaad unter anderem im Zusammenhang mit Berichten über die Arzneimittel Botox, Levitra, Tamiflu und Analoginsuline. Das „Institut“ bemüht sich regelmäßig, mit zugespitzten Aussagen über mehr oder weniger bekannte medizinische Sachverhalte in die Schlagzeilen zu kommen. Dabei ging es bisher unter anderem um hormonelle Gefahren von Damenbärten sowie um „Turbo-Schönheitsoperationen“.

Eine eigene wissenschaftliche Tätigkeit, die mit der Bezeichnung Institut üblicherweise verbunden wird, gibt Massaad nicht an. Die Arbeitsmethode des Instituts besteht laut Eigenaussage darin, dass „bestehende Studien von den Experten der IFGA analysiert“ werden. Über den Institutsinhaber Massaad hinaus sind indessen keine Mitarbeiter bekannt. Zur fachlichen Qualifikation des Inhabers gibt es keine Auskunft; ein Abitur hat Massaad jedoch nicht, damit auch nicht die Möglichkeit zu einem Hochschulstudium. Massaad gibt an, einen medizinischen Beirat zu haben, der aus „Vertretern medizinischer Verbände, Institutionen, Fachkliniken und Universitäten" bestehe, nennt aber keinerlei Namen, die eine Überprüfung dieser Behauptung ermöglichen würden. Das "Institut“ verkauft einen Newsletter für 650 Euro im Monat.

[Bearbeiten] Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Institut für Gesundheitsaufklärung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
webtemplates | Plastikkarten und Plastikkartendrucker

© 2006 www.power-labels.com