Heidelberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Heidelberg (Begriffsklärung).
Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Stadtkreis
Koordinaten: Koordinaten: 49° 25′ N, 8° 43′ O 49° 25′ N, 8° 43′ O
Höhe: 114 m ü. NN
Fläche: 108,83 km²
Einwohner: 142.993 (30. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 1314 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 69115–69126 (alt: 6900)
Vorwahlen: 06221 (und 06202 im Grenzhof)
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 21 000
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 10
69117 Heidelberg
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Dr. Eckart Würzner ('Parteilos')

Heidelberg ist eine Großstadt am Neckar im Südwesten von Deutschland. Sie ist durch die malerische Schlossruine oberhalb von Fluss und Altstadt sowie ihre alte Universität weltbekannt und eines der beliebtesten Ziele für Touristen aus aller Welt in Deutschland.

Mit über 140.000 Einwohnern ist Heidelberg die fünftgrößte Stadt Baden-Württembergs. Sie selbst ist kreisfreie Stadt und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises. Die dicht besiedelte Metropolregion, in der Heidelberg liegt, wird als Rhein-Neckar-Dreieck bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie


Heidelberg liegt zum Teil in der Oberrheinischen Tiefebene überwiegend am linken Ufer des unteren Neckar, vor dessen Ausfluss aus dem Odenwald in einer länglich, flussaufwärts sich zuspitzenden Talsohle, umgrenzt vom Königstuhl (568 m) und Gaisberg (375 m). Der Neckar fließt hier von Ost nach West. Am rechten Neckarufer erhebt sich der Heiligenberg (445 m). Der Neckar mündet etwa 22 km nordwestlich, gemessen vom Ende der Talsohle, in den Rhein. Die im 20. Jahrhundert eingemeindeten Orte reichen über das Neckartal in die Bergstraße hinein, die am Rand des Odenwalds entlang führt.

Heidelberg liegt im Verlaufe des Europäischen Fernwanderweges (Mittelschweden - Silkeborg - HD - Umbrien).

[Bearbeiten] Flora und Fauna

Da Heidelberg in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt, gedeihen hier für mitteleuropäische Verhältnisse einige Besonderheiten, wie etwa Mandel- und Feigenbäume, oder auch ein Ölbaum im Freiland (Gaisbergstraße). Der Balkon der Stadt mit vielen exotischen Gewächsen ist der Philosophenweg gegenüber der Altstadt. Dort wurde 2000 auch wieder erfolgreich mit dem Weinanbau begonnen.

Außerdem gibt es in Heidelberg eine der vitalsten freilebenden Populationen des Halsbandsittichs sowie eine einzigartige freilebende Population der bestandgefährdeten Schwanengans, die man vor allem auf der Neckarinsel vor Bergheim und auf den Neckarwiesen antreffen kann.

[Bearbeiten] Verwaltungsstrukturen, Region

Heidelberg ist Sitz des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreis innerhalb der Region Rhein-Neckar. Die Stadt selbst ist kreisfrei innerhalb des Regierungsbezirks Karlsruhe. Heidelberg gehört zum Verdichtungsraum Rhein-Neckar, der neben Teilen von Süd-Hessen und der Vorderpfalz in Rheinland-Pfalz, in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst und bildet mit einer großen Anzahl von weiteren Kommunen den als Rhein-Neckar-Dreieck bekannten Wirtschaftsraum. 2005 wurde das Rhein-Neckar-Dreieck europäische Metropolregion.

Innerhalb der Region Rhein-Neckar bildet Heidelberg neben Mannheim ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Heidelberg übernimmt für die umliegenden Gemeinden Dossenheim, Schriesheim, Wilhelmsfeld, Heddesbach, Heiligkreuzsteinach, Schönau, Neckargemünd, Wiesenbach, Bammental, Gaiberg, Leimen, Nußloch, Sandhausen und Eppelheim auch die Funktion eines Mittelbereichs im Rahmen der Verwaltungsstrukturen des Landes.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen direkt an die Stadt Heidelberg, beginnend im Westen im Uhrzeigersinn: Edingen-Neckarhausen, Dossenheim, Schriesheim, Wilhelmsfeld, Schönau, Neckargemünd, Bammental, Gaiberg, Leimen, Sandhausen, Oftersheim, Plankstadt, Eppelheim (alle Rhein-Neckar-Kreis) und Mannheim (kreisfreie Stadt).

[Bearbeiten] Stadtgliederung


Die Stadt Heidelberg ist in 14 Stadtteile gegliedert. Dazu gehören sieben ehemalige Nachbardörfer, die bis 1975 eingemeindet wurden.

[Bearbeiten] Innenstadt

Der älteste Stadtteil Heidelbergs ist die Altstadt. Er befindet sich auf der Südseite des Neckars und beinhaltet den zwischen Neckar und Königstuhl gelegenen historischen Kern der Stadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs, wie das Heidelberger Schloss, befinden sich in der Altstadt. Wegen ihres reichen kulturellen Erbes bewarb sich Heidelberg 2004 um eine Anerkennung der Altstadt als Weltkulturerbe der UNESCO. Ebenfalls zu diesem Stadtteil gehören die weiter außerhalb gelegenen Gebiete die Molkenkur, der Kohlhof sowie der Speyerer Hof.

Der andere Heidelberger Stadtteil, der zusammen mit der Altstadt die Innenstadt bildet, ist das westlich der Altstadt gelegene Bergheim. Das ehemalige Dorf Bergheim ist interessanterweise älter als die Altstadt. Überreste menschlicher Besiedlung lassen sich bis in die frühe Steinzeit zurückverfolgen. Bergheim wurde 769 erstmals im Lorscher Kodex urkundlich erwähnt. 1392 wurde das Dorf Bergheim aufgelöst und die Bewohner in die schnell wachsende Residenzstadt Heidelberg zwangsumgesiedelt.

[Bearbeiten] Zentrum

Unmittelbar südwestlich der Heidelberger Innenstadt befindet sich die Weststadt, die im Süden in die Südstadt übergeht. Diese Stadtteile entstanden durch das rasche Bevölkerungswachstums Heidelberg während der Industrialisierung sowie nach dem 2. Weltkrieg. In der Südstadt befindet sich der Heidelberger Bergfriedhof, auf dem zahlreiche berühmte Persönlichkeiten beigesetzt sind. Besonders erwähnenswert ist weiterhin das Mark-Twain-Village der Südstadt, in dem US-Soldaten mit ihren Angehörigen wohnen. In naher Zukunft werden die West- und Südstadt wohl weiter expandieren: Der sich zur Zeit in Gründung befindende Stadtteil Bahnstadt schließt sich im Westen an die Weststadt an.

Ehemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Heidelberg eingegliedert wurden
Jahr Orte Zuwachs in ha
1891 Neuenheim 497
1903 Handschuhsheim 1.546
1920 Wieblingen 966
1920 Kirchheim 1.375
1927 Rohrbach 1.140
1920/35 Grenzhof 445
1. Januar 1975 Ziegelhausen 1.475

[Bearbeiten] Süden

Weiter südlich liegt der Stadtteil Rohrbach mit dem Hasenleiser und dem Bierhelder Hof. Nach Südosten wird Heidelberg durch die beiden noch jungen Stadtteile Boxberg und Emmertsgrund abgeschlossen.

[Bearbeiten] Westen

Der größte und am schnellsten wachsende Stadtteil Heidelbergs ist Kirchheim. Kirchheim bildet den südwestlichen Teil Heidelbergs und wurde 1920 eingemeindet. Ebenfalls zu Kirchheim gerechnet werden der Kirchheimer Hof, das Patrick-Henry-Village (eine 1947 gegründete Siedlung der US-Army), der Pleikartsförster Hof sowie Neurott.

Am westlichen Rand von Heidelberg befindet sich der Pfaffengrund. Er lässt sich in ein nördlich gelegenes Industriegebiet und ein Wohngebiet im Süden aufteilen. Der Name Pfaffengrund leitet sich von von dem mittelalterlichen Flurnamen ab, die Gegend selbst wurde bis 1920 als Ackerland verwendet.

Weiter nördlich liegt Wieblingen mit dem Grenzhof und dem Ochsenkopf. Ebenso wie Kirchheim und der Pfaffengrund wurde Wieblingen 1920 ein Stadtteil Heidelbergs. Urkundlich erwähnt wurde Wieblingen erstmals im Lorscher Kodex im Jahr 767.

[Bearbeiten] Norden

Gegenüber der Innenstadt, auf dem nördlichen Ufer des Neckars, liegt der Stadtteil Neuenheim. Die Entwicklung Neuenheims begann bereits in der vorrömischen Zeit; im Jahre 1891 wurde es eingemeindet. Es ist der erste Stadtteil Heidelbergs, der durch Eingemeindung einer bereits bestehenden Siedlung Teil des Stadtgebiets wurde. Besonders erwähnenswert ist das Neuenheimer Feld, in dem sich der neue Campus der Ruprecht-Karls-Universität befindet.

Weiter nördlich liegt Handschuhsheim, welches wenige Jahre nach Neuenheim, im Jahre 1903, eingemeindet wurde. Der Name Handschuhsheim geht vermutlich auf einen Gutsbesitzer im Frühmittelalter zurück, in dessen Wappen eine Hand oder ein Handschuh abgebildet war.

[Bearbeiten] Osten

Im Osten, auf der Südseite des Neckars liegt Schlierbach. Es wurde 1245 erstmals urkundlich erwähnt. Die Gegend zählt heute zu den gehobenen Wohngegenden Heidelbergs.

Auf der anderen Neckarseite liegt Ziegelhausen mit dem Peterstal. Ziegelhausen wurde einige Jahre vor Schlierbach urkundlich erwähnt, im Jahre 1220. Die Gegend wurde vermutlich bereits schon zu römischer Zeit besiedelt.

[Bearbeiten] Sonstige Gebiete

Zu einigen Stadtteilen gehören noch weitere, kleine, separat gelegene Wohnplätze und Gehöfte.

[Bearbeiten] Klima

[1]

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Heidelbergs

Die Stadt Heidelberg wurde im 12. Jahrhundert gegründet, kann aber auf eine Geschichte zurückblicken, die bis in keltische und römische Zeiten zurückreicht. Heidelbergs Ruhm und Bedeutung entstanden in dem 500 Jahre dauernden Abschnitt der Geschichte, als die Stadt zwischen dem 13. Jahrhundert und dem Jahr 1720 Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein und Hauptstadt der Kurpfalz war.

[Bearbeiten] Vorgeschichte

Der Homo heidelbergensis, ein Urmensch, von dem der Neandertaler abstammt, erhielt seinen Namen, weil sein erster Fundort die Gemeinde Mauer südlich von Heidelberg war. Dort fand man 1907 in einer Sandgrube einen rund 600.000 Jahre alten Unterkiefer eines Homo heidelbergensis. Dabei handelt es sich um einen der ältesten Urmenschenfunde in Europa überhaupt.

Ab etwa 500 v. Chr. treten in der Geschichte Heidelbergs die Kelten auf. Sie gründeten auf dem Heiligenberg eine größere befestigte Siedlung. Deren doppelter Ringwall, zum Schutz gegen die vordringenden Germanen angelegt, ist immer noch zu erkennen. 200 Jahre später wurde diese Anlage aus nicht gänzlich geklärten Gründen wieder aufgegeben.

[Bearbeiten] Antike

Im 1. Jahrhundert n. Chr. erreichten die Römer Heidelberg. Im Gebiet des heutigen Neuenheim entstand im Jahr 90 ein steinernes Kastell sowie um das Jahr 200 eine Steinpfeilerbrücke über den Neckar, die eine ältere hölzerne Konstruktion ersetzte. Auf dem Gipfel des Heiligenberg entstand ein Merkur-Tempel, auch der Mithras-Kult war in Heidelberg verbreitet. Der Hauptort der Region war in römischer Zeit das benachbarte Lopodunum (heute Ladenburg), aber auch um das Militärlager in Heidelberg (dessen lateinischer Name unbekannt ist) entwickelte sich ein florierendes Töpfereizentrum.

Nach 260 mussten sich die Römer vor dem Germanenstamm der Alamannen, der den Limes durchbrochen und in römisches Territorium eingefallen war, an den Rhein zurückziehen. Der Sieg des Merowingerkönigs Chlodwig I. über die Alamannen im Jahr 506 machte Heidelberg schließlich zu einem Teil des Frankenreichs, zugleich wurde das Gebiet christianisiert.

[Bearbeiten] Mittelalter

870 wurde auf dem Gipfel des Heiligenbergs an Stelle des alten Merkurtempels das Michaelskloster als Filialkloster des Klosters Lorsch, das zu jener Zeit mit dem Bistum Worms um die Vorherrschaft der Region rang, gegründet. Später folgten eine weitere Filiale, das Stephanskloster, und der Stift Neuburg.

Die älteste schriftliche Erwähnung Heidelbergs stammt aus dem Jahr 1196. Es ist aber davon auszugehen, dass der Ort bereits im Laufe des 12. Jahrhunderts entstanden war. Zu jener Zeit war Heidelberg im Besitz des Bistums Worms und bestand aus einer Burg auf der Molkenkur am Hang des Königsstuhls und einem Burgweiler im Bereich der Peterskirche am Fuße des Berges. Viele der heutigen Stadtteile Heidelbergs gehen aber auf Dörfer zurück, die schon zur Frankenzeit im 6. Jahrhundert entstanden waren. Einige von ihnen werden im Lorscher Kodex erstmals urkundlich erwähnt, Neuenheim und Handschuhsheim etwa im Jahr 765.


Der Vorgängerbau des Heidelberger Schlosses wurde im 13. Jahrhundert auf dem Jettenbühl errichtet, wohl zur gleichen Zeit wurde die Stadt im Bereich zwischen Königstuhl und Neckar planmäßig mit einem rechtwinkligen Grundriss und dem Marktplatz im Zentrum angelegt. Diese Stadtanlage nahm den östlichen Teil der heutigen Altstadt bis zur Grabengasse ein. Sie war von einer Stadtmauer umgeben, über den Neckar führte eine Brücke.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte 1156 seinen Halbbruder Konrad den Staufer zum Pfalzgrafen bei Rhein ernannt. Die Pfalzgrafschaft wurde von der Dynastie der Wittelsbacher regiert und entwickelte sich zu einem größeren Territorialgebilde innerhalb des Heiligen Römischen Reichs. Im Jahr 1225 erhielt der Pfalzgraf bei Rhein das vormalig Wormser Heidelberg als Lehen. In der Goldenen Bulle erhielten 1356 die Pfalzgrafen bei Rhein die Kurwürde. Von nun an waren sie als Kurfürsten von der Pfalz bekannt, ihr Herrschaftsgebiet begann man als Kurpfalz zu bezeichnen. Anfangs hatten die Pfalzgrafen keine feste Residenz gehabt, sondern hielten sich an verschiedenen Orten ihres Herrschaftsbereichs auf. Schon im 13. Jahrhundert hatte Heidelberg den Charakter einer Residenzstadt entwickelt, und als im 14. Jahrhundert dann die Reiseherrschaft aufgegeben wurde, konnte sich die Stadt gegen Neustadt an der Haardt durchsetzen und wurde zur Hauptstadt der Kurpfalz.

Im Jahr 1386 gründete Ruprecht I. die Universität Heidelberg als dritte Hochschule im Heiligen Römischen Reich (nach Prag und Wien). Von den Universitäten in der heutigen Bundesrepublik Deutschland ist sie die älteste. 1392 erfolgte eine umfangreiche Erweiterung Heidelbergs: Das Stadtgebiet wurde nahezu verdoppelt und hatte nun eine Ausdehnung erreicht, die der heutigen Altstadt entspricht. Von der Herrschaft Ruprecht III., der im Jahr 1400 als Ruprecht I. zum römisch-deutschen König gewählt wurde, profitierte Heidelberg etwa durch den Bau der Heiliggeistkirche. Seine Nachfolger machten die Universität Heidelberg gegen Ende des 15. Jahrhunderts zu einer Hochburg des frühen Humanismus.

[Bearbeiten] Neuzeit

Martin Luthers reformatorische Ideen hatten sich schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Südwestdeutschland verbreitet. Unter Kurfürst Ottheinrich (1556-1559) wurde der Protestantismus in der Kurpfalz schließlich Staatsreligion. Ottheinrichs Nachfolger Friedrich III. (1559-1576) wandte sich dem Calvinismus zu und machte Heidelberg zu einer Hochburg des reformierten Glaubens. Unter den folgenden Kurfürsten wechselte die Konfession mehrmals zwischen Calvinismus und Luthertum.


Um seiner Gattin, der englischen Königstochter Elisabeth Stuart, ein standesgemäßes Hofleben bieten zu können, ließ Kurfürst Friedrich V. (1610-1623) das Heidelberger Schloss durch den Bau des Hortus Palatinus umgestalten. Auf politischem Terrain verwickelte sich Friedrich als Führer der protestantischen Union in die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs, als er sich 1619 zum böhmischen König wählen ließ. Er konnte sich aber nicht gegen den katholischen Kaiser durchsetzen, und wurde bereits 1620 in der Schlacht am Weißen Berge geschlagen. Wegen seiner kurzen Herrschaft ging er als „Winterkönig“ in die Geschichte ein. Im Jahr 1622 eroberte Tilly als Heerführer der Katholischen Liga Heidelberg und erbeutete die berühmte Bibliotheca Palatina. Sie wurde von Herzog Maximilian I. von Bayern an Papst Gregor XV. verschenkt und wird bis heute in der Bibliotheca Vaticana verwahrt. Im Westfälischen Frieden, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete, wurde die Kurpfalz wiederhergestellt, sie verlor aber viel an ihrem politischen Gewicht.


Als Kurfürst Karl II. 1685 kinderlos verstarb, erlosch die Linie Pfalz-Simmern des Hauses Wittelsbach und die Kurfürstenwürde ging auf die katholische Nebenlinie Pfalz-Neuburg über. Aus den Erbansprüchen die der französische König Ludwig XIV. nun mit Verweis auf seine Schwägerin Elisabeth Charlotte (besser bekannt als Liselotte von der Pfalz) erhob, resultierte der Pfälzische Erbfolgekrieg. Im Verlaufe dieses Krieges wurde Heidelberg zweimal, 1688 und 1693, von französischen Truppen eingenommen und dabei komplett verwüstet. Nachdem der Pfälzische Erbfolgekrieges 1697 beendet worden war, baute man das zerstörte Heidelberg im Stil des Barock auf mittelalterlichem Grundriss wieder auf. Die nunmehr katholischen Kurfürsten siedelten in der Stadt Jesuiten an, die dafür sorgten, dass ein Drittel der Heidelberger Bevölkerung zum Katholizismus konvertierte.

Das Heidelberger Schloss war nach der Zerstörung durch die Franzosen unbewohnbar, entsprach aber ohnehin nicht mehr dem barocken Zeitgeschmack, der großzügige Schlossanlagen nach dem Vorbild von Versailles bevorzugte. Pläne eine solche Residenz in der Ebene im Bereich des heutigen Stadtteils Bergheim zu bauen, scheiterten am Widerstand der Heidelberger Bürgerschaft, und so entschloss sich Karl III. Philipp 1720 nach einem Streit mit den Heidelberger Protestanten, seine Residenz nach Mannheim zu verlegen. In der „Quadratestadt“, die dem barocken Zeitgeist und dem Repräsentationsinteresse des Kurfürsten weitaus mehr entsprach als das mittelalterliche Heidelberg, ließ er das prunkvolle Schloss Mannheim errichten. Heidelberg verlor indes seine Stellung als politisches Machtzentrum und litt auch ökonomisch durch den Weggang des Hofstaats. Von der Herrschaftszeit Kurfürst Carl Theodors (1743-1799) profitierte aber auch Heidelberg durch den Bau der Alte Brücke, des Karlstores und einer geplanten Wiederinstandsetzung des Schlosses, die aber 1764 nach einem verheerenden Blitzschlag wieder eingestellt wurde.

[Bearbeiten] 1803 bis 1933

Im Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst, die rechtsrheinischen Gebiete und somit auch Heidelberg wurden dem bald darauf zum Großfürstentum erhobenen Baden zugeschlagen. Der badische Grozherzog Karl Friedrich (1771-1811) machte die Hochschule zu einer staatlich finanzierten Lehranstalt und verhalf ihr zum Wiederaufstieg zu einer renommierten Bildungsstätte. Ihm und dem Universitätsgründer, Kurfürst Ruprecht I., zu Ehren erhielt die Universität Heidelberg den neuen Namen „Ruprecht-Karls-Universität“.


Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Neckarstadt nicht zuletzt dank ihrer landschaftlichen Reize und der pittoresken Schlossruine zu einem der wichtigsten Orte der deutschen Romantik. Das Wirken von Dichtern wie Friedrich Hölderlin, Ludwig Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff wurde als „Heidelberger Romantik“ bekannt. Arnim und Brentano veröffentlichten zwischen 1806 und 1808 in Heidelberg unter dem Titel Des Knaben Wunderhorn eine Sammlung deutscher Volkslieder. Auch im Bereich der Malerei entstand in Heidelberg ein Künstlerzirkel um Carl Philipp Fohr, Karl Rottmann und Ernst Fries.

Während des Vormärzes wurden an der Heidelberger Universität nationale, liberale und demokratische Ideen verbreitet. Nach Beginn der Märzrevolution versammelten sich am 5. März 1848 liberale und demokratische Politiker aus Südwestdeutschland in zur Heidelberger Versammlung, die maßgebliche Impulse zum Vorparlament und somit zur Konstituierung der Frankfurter Nationalversammlung setzte. Nach dem Scheitern der Nationalversammlung wurde der Maiaufstand in Baden von zur Hilfe gerufenen preußischen Truppen niedergeschlagen, auch in Heidelberg kam es zu Kämpfen gegen liberale Freischärler.


Die Industrialisierung ging an der Neckarstadt ohne größere Spuren vorbei. Hingegen entwickelte sich der Tourismus ab dem frühen 19. Jahrhundert, vor allem ab dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz im Jahr 1840, zu einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in Heidelberg. Ebenfalls prägend für Heidelberg ist seit dem 19. Jahrhundert die Präsenz der Universität und die zahlreichen Studenten, von denen viele Studentenverbindungen angehörten. Joseph Victor von Scheffels Gedicht Alt-Heidelberg, du feine (später in der vertonten Version ein populäres Studentenlied) und das 1901 uraufgeführte Schauspiel Alt-Heidelberg machten Heidelberg zu einem Sinnbild des Studentenlebens im 19. Jahrhundert.

Während der Gründerzeit erlebte Heidelberg eine rasante Expansion, während der das Stadtgebiet durch zahlreiche Eingemeindungen vergrößert wurde und die Einwohnerzahl Heidelbergs sich von 20.000 im Jahr 1871 auf 85.000 im Jahr 1933 mehr als vervierfachte. Zugleich wurde die Infrastruktur mit der Einführung der Straßenbahn und der Bergbahn sowie der Kanalisierung des Neckars ausgebaut. 1930 ermöglichten Spenden von US-Bürgern die Grundsteinlegung für das Hörsaalgebäude der Neuen Universität.

[Bearbeiten] Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Die NSDAP hatte schon zu Zeiten der Weimarer Republik überdurchschnittliche Ergebnisse eingefahren, schon bei den Reichstagswahlen 1930 war sie in der Stadt die stärkste Partei gewesen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann dann auch in Heidelberg die organisierte Diskriminierung von Juden und anderen „Nichtariern“. Schon im April 1933 wurden alle „nichtarischen“ Beamten zwangsbeurlaubt, bis 1939 verlor die Heidelberger Universität ein Drittel ihres Lehrkörpers aus rassischen oder politischen Gründen. Während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 brannten Heidelberger Bürger die Synagogen in Heidelberg und Rohrbach nieder. Am nächsten Tag begann die systematische Deportation Heidelberger Juden mit der Verschleppung 150 jüdischer Mitbürger in das Konzentrationslager Dachau. Etwa zwei Jahre später, am 22. Oktober 1940, fand die „Wagner-Bürckel-Aktion“ statt. Über 6000 badische Juden, darunter 280 Heidelberger, wurden in das Internierungslager Gurs deportiert.

Als sichtbarste bauliche Hinterlassenschaft hinterließen die Nationalsozialisten in Heidelberg die Thingstätte auf dem Heiligenberg, einer zwischen 1934 und 1935 vom Reichsarbeitsdienst und Heidelberger Studenten errichteten Freilichtbühne nach dem Vorbild griechischer Theater an der Stelle einer angeblichen germanischen Kultstätte.

Heidelberg überstand als eine der wenigen deutschen Großstädte den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt. Kleinere Luftangriffe in den Jahren 1944 und 1945 hatten nur geringe Schäden angerichtet. Bei ihrem Rückzug am 29. März 1945 sprengte die Wehrmacht die Alte Brücke, dennoch konnten nur einen Tag später amerikanische Truppen in die Stadt einmarschieren, ohne auf nennenswerten Widerstand zu treffen.

[Bearbeiten] Nach dem 2. Weltkrieg

Das unversehrte Heidelberg zog nach dem Zweiten Weltkrieg viele ausgebombte und vertriebene Deutsche an. Heidelberg wurde Teil der amerikanischen Besatzungszone und wurde Standort hoher Kommandostellen der US-Armee und der NATO. Dafür enteigneten die amerikanischen Behörden Immobilien, was zunächst für Unmut sorgte. Bis heute ist die Stadt Sitz des NATO-Landhauptquartiers Mitteleuropa und des Hauptquartiers der 7. US-Armee, der amerikanische Armeerundfunk AFN sendet aus Heidelberg und in der Stadt leben tausende amerikanische Armeeangehörige samt ihrer Familien.

Die Ruprecht-Karls-Universität nahm im Januar 1946 als erste westdeutsche Hochschule den Lehrbetrieb wieder auf. Schon vor dem Krieg waren vereinzelte Einrichtungen der Universität vom Altstadtcampus nach Neuenheim auf die andere Neckarseite verlegt worden, ab 1951 begann man dann mit dem Aufbau eines komplett neuen Campus, des Neuenheimer Feldes, am westlichen Stadtrand. Mitte der 1970er Jahre war der Ausbau des 120 Hektar großen Geländes im wesentlichen beendet. 1955 wurde der Hauptbahnhof an seine heutige Stelle rund 1,2 Kilometer westlich des alten Standortes verlegt. Die freigewordene Fläche nutzte man für den Bau zahlreicher Verwaltungsgebäude an der Kurfürstenanlage. Um der wachsenden Einwohnerzahl Heidelbergs Rechnung zu tragen, entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Süden der Stadt zwei gänzlich neue Wohngebiete, Boxberg und Emmertsgrund. Mit der Eingemeindung der im Neckartal gelegenen Gemeinde Ziegelhausen war die flächenmäßige Expansion Heidelbergs 1975 abgeschlossen. Während der Amtszeit des Oberbürgermeisters Reinhold Zundel (1966-1990) wurde die Altstadt saniert, die Hauptstraße wurde in eine 1,6 Kilometer lange Fußgängerzone umgewandelt und der Bismarckplatz erhielt seine heutige Form.

In den 1970er und 1980er Jahren verübte die Untergrundorganisation RAF (Rote Armee Fraktion) in Heidelberg zwei Terroranschläge gegen amerikanische Einrichtungen. Am 24. Mai 1972 tötete ein Sprengstoffanschlag aus das US-Hauptquartier drei amerikanische Soldaten und verletzte fünf. Ein Attentat mit einer Panzerfaust auf den Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa Frederick James Kroesen am 15. September 1981 scheiterte.

Ein Antrag auf die Aufnahme des Schlosses und der Altstadt in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes wurde 2005 abgelehnt, Heidelberg bemüht sich aber weiterhin um die Anerkennung als Weltkulturerbestätte. Die Zukunft der amerikanischen Militärpräsenz in Heidelberg ist indes angesichts der veränderten US-Sicherheitspolitik nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und Plänen für eine Verlagerung des Hauptquartiers der Landstreitkräfte nach Wiesbaden ungewiss.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl der Stadt Heidelberg überschritt 1946 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Sie ist eine Stadt mit internationaler Bevölkerung - davon eine der größten US-amerikanischen Gemeinden außerhalb Nordamerikas, die allerdings in der Heidelberger Einwohnerstatistik nicht geführt wird. Ende Dezember 2004 zählte Heidelberg (ohne die Soldaten und Angestellten der US-Armee und deren Angehörige, insgesamt rund 20.000 Personen) nach amtlicher Fortschreibung 143.123 Einwohner mit Hauptwohnsitz - historischer Höchststand.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.


Jahr Einwohner
1439 5.200
1588 6.300
1717 4.800
1784 10.754
1810 10.312
1812 9.826
1830 13.345
3. Dezember 1852 ¹ 14.564
3. Dezember 1858 ¹ 15.600
3. Dezember 1861 ¹ 16.300
3. Dezember 1864 ¹ 17.666
3. Dezember 1867 ¹ 18.300
1. Dezember 1871 ¹ 19.983
1. Dezember 1875 ¹ 22.334
Jahr Einwohner
1. Dezember 1880 ¹ 24.417
1. Dezember 1885 ¹ 26.900
1. Dezember 1890 ¹ 31.739
2. Dezember 1895 ¹ 35.190
1. Dezember 1900 ¹ 40.121
1. Dezember 1905 ¹ 49.527
1. Dezember 1910 ¹ 56.016
1. Dezember 1916 ¹ 47.554
5. Dezember 1917 ¹ 47.483
8. Oktober 1919 ¹ 60.831
16. Juni 1925 ¹ 73.034
16. Juni 1933 ¹ 84.641
17. Mai 1939 ¹ 86.467
31. Dezember 1945 95.811
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 111.488
13. September 1950 ¹ 116.488
25. September 1956 ¹ 121.910
6. Juni 1961 ¹ 125.264
31. Dezember 1965 125.507
27. Mai 1970 ¹ 129.656
31. Dezember 1975 129.368
31. Dezember 1980 133.227
31. Dezember 1985 134.724
25. Mai 1987 ¹ 127.768
31. Dezember 1990 136.796
31. Dezember 1995 138.781
31. Dezember 2000 140.259
31. Dezember 2005 142.933

¹ Volkszählungsergebnis

[Bearbeiten] Religionen


[Bearbeiten] Christentum

In Heidelberg wurde schon sehr früh die Reformation eingeführt. Anfangs war die Bevölkerung eher Martin Luther zugetan, doch führte Kurfürst Ottheinrich 1556 das reformierte Bekenntnis nach Johannes Calvin ein, 1563 entstand der für alle reformierten Gläubigen wegweisende „Heidelberger Katechismus“. Über lange Zeit war Heidelberg somit eine protestantische Stadt. Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt zum Teil rekatholisiert, die katholische Fürstenfamilie siedelte zu diesem Zweck (Gegenreformation) Jesuiten an. Doch blieb das reformierte beziehungsweise lutherische Bekenntnis vorherrschend. Die Hauptkirche (Heiliggeistkirche) wurde bis 1930 durch eine Mauer zwischen den Konfessionen geteilt (Simultankirche).

Allmählich machte die katholische Bevölkerung jedoch fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus.

1821 wurde im Großherzogtum Baden die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden durchgeführt. Heute gehören die protestantischen Gemeinden, sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören, zum Dekanat Heidelberg innerhalb des Kirchenkreises Nordbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Die römisch-katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Heidelberg der Erzdiözese Freiburg.

[Bearbeiten] Judentum

Gegen die jüdischen Bewohner der Stadt kam es schon vor der Zeit des Nationalsozialismus gelegentlich, z. B. 1819 zu Ausschreitungen. Mit dem Bergfriedhof wurde auch ein neuer jüdischer Friedhof angelegt, der auch den Nationalsozialismus überstanden hat. 1938 wurden die Synagogen und viele Privathäuser zerstört. Im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion, in der über 6000 Juden aus Baden und der Saarpfalz nach Frankreich deportiert wurden, wurden am 22. Oktober 1940 auch 282 Heidelberger Juden in das Internierungslager Gurs verschleppt. Die meisten deportierten Heidelberger wurden danach in Auschwitz ermordet. Seit 1990 gibt es wieder eine Synagoge in der Stadt (einer liberalen Reformgemeinde). Neben der Universität und mit ihr verbunden, gibt es eine Hochschule für Jüdische Studien. Sie bietet ein breites Fächerspektrum und ermöglicht auch die Ausbildung zum Rabbiner.

[Bearbeiten] Sonstige

Neben diesen gibt es eine Vielzahl weiterer Glaubensgemeinschaften z. B. Alt-Katholiken (Gemeinde Heidelberg-Ladenburg), Baptisten, Brüdergemeinde, Mormonen, Neuapostolische Kirche.

[Bearbeiten] Politik

Wahlergebnisse der Gemeinderatswahlen
1999 2004 2006 ¹
ParteiStimmenSitzeStimmenSitzeSitze
CDU 32,5 %1425,9 %1110
SPD 22,6 %1021,6 %910
GAL 14,5 %621,4 %98
HD'ler13,1 %510,6 %44
FDP 4,4 %26,8 %33
FWV 5,1 %24,5 %23
gen.hd0,5 %  3,2 %11
Bunte Linke    3,1 %11
Andere7,4 %12,8 %0
Wahlbeteiligung
48,7 % 50,5 %

¹ Zusammensetzung nach zwei Fraktionswechseln seit der Wahl 2004.

[Bearbeiten] Stadtoberhäupter und Gemeinderat

An der Spitze der Stadtverwaltung in Heidelberg stand als herrschaftlicher Beamter über lange Zeit der Stadtschultheiß, der seit 1717 den Titel Stadtdirektor trug. Nach dem Übergang an Baden trug das Stadtoberhaupt zunächst den Titel Oberbürgermeister, ab 1819 Erster Bürgermeister und ab 1875 erneut Oberbürgermeister.

Die Bürgermeister von 1701 bis 1884 finden sich auf der Seite Persönlichkeiten von und zu Heidelberg.

Die Stadtoberhäupter seit 1900:

Der Gemeinderat besteht aus 40 ehrenamtlichen Mitgliedern und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Rat wird jeweils für die Dauer von fünf Jahren gewählt. Aufgabe des Gemeinderates ist, zusammen mit dem im Rat stimmberechtigten, aber separat gewähltem Oberbürgermeister über alle Angelegenheiten der Stadt zu entscheiden. Der Rat kontrolliert die Stadtverwaltung und überwacht die Durchsetzung seiner Beschlüsse.

[Bearbeiten] Sonstige Gremien

[Bearbeiten] Bezirksbeirat

Die Vertretung der 14 Stadtteile und Gemeindebezirke wird durch die Bezirksbeiräte in den Stadtteilen gewährleistet. Sie sollen ein bürgernahes Funktionieren der Stadtverwaltung sicherstellen. Die Mitglieder des jeweiligen Bezirksbeirats dienen als Ansprechpartner für Probleme direkt vor Ort. Sie werden proportional durch die Fraktionen des Gemeinderats benannt. Sie werden von der Stadtverwaltung bei vielen Fragen informiert und einbezogen. Die Bezirksbeiräte haben eine beratende Funktion für den Gemeinderat der Stadt und tagen regelmäßig mindestens dreimal im Jahr.

Für alle 14 Stadtteilen hat die Stadtverwaltung einne Stadtteilrahmenplanung initiiert. Darin stehen ausführlich alle wichtigen bei der Stadt vorhandenen Stadtteilinformationen, ein Entwicklungskonzept und Maßnahmenvorschläge sowohl der Stadtverwaltung als auch aus der Bürgerbeteiligung. Dadurch stehen für Interessierte und die Gemeinde- und Bezirksbeiräte relativ aktuelle Informationspakete bereit.[2]

[Bearbeiten] Ausländerrat/Migrationsrat



Seit 1989 tagt der Ausländerrat/Migrationsrat. Der Ausländerrat arbeitet mit allen ausländischen und deutsch-ausländischen Vereinigungen der Stadt Heidelberg zusammen. Seit 2003 ist er auch für Migranten zuständig, was sich in der Namenserweiterung widerspiegelt. Der Ausländerrat/Migrationsrat vertritt die Interessen ausländischer Einwohner gegenüber dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung.

[Bearbeiten] Jugendgemeinderat

Im November 2005 wurde zum ersten Mal der Heidelberger Jugendgemeinderat (JGR) gewählt. Er setzt sich aus insgesamt 30 Schülern aus Heidelberger Schulen zusammen und wird für die Dauer von zwei Jahren von allen Heidelberger Schülern gewählt. Mitglieder dürfen zum Wahlzeitpunkt nicht älter als 19 Jahren sein. Die Sitze verteilen sich auf die Schultypen wie folgt: 5 Haupt- oder Förderschüler, 5 Realschüler, 10 Gymnasiasten sowie 10 Berufsschüler. Der JGR hat beratende Mitglieder im Jugendhilfe-, Kultur-, Sport und Stadtentwicklungsausschuss. Der Jugendgemeinderat löste den bisherigen Jugendrat ab, der 1999 gegründet und bislang ausschließlich von den Heidelberger Schülersprecherinnen und -sprechern gewählt wurde. Die Initiative zur Weiterentwicklung des Modellprojekts Heidelberger Jugendrat und der Einrichtung eines Jugendgemeinderates ging von den Mitgliedern des Jugendrates selbst aus. Sie strebten damit eine stärkere Mitarbeit im Gemeinderat und seinen Ausschüssen an.

[Bearbeiten] Dezernate

Die Verwaltung der Stadt ist in Form von vier Dezernaten organisiert, welche für die Arbeitsbereiche Allgemeine Verwaltung, Bauen und Sport, Soziales, Schule und Kultur und Umwelt und Energie zuständig sind. Insgesamt 38 Ämter und Referate sind den Dezernaten zugeordnet. Jedes Dezernat wird von einem Bürgermeister geleitet.

[Bearbeiten] Ombudsmann

Der inzwischen dritte Bürgerbeauftragte ist Roland Blatz. Heidelberg hat als einzige Stadt Deutschlands einen ehrenamtlichen, von der Verwaltung völlig unabhängigen Bürgerbeauftragten (Ombudsmann). Der Bürgerbeauftragte kann in laufenden Verwaltungsverfahren von der Verwaltung Auskünfte und Einsicht in Akten und Unterlagen verlangen. In Gerichtsverfahren kann der Bürgerbeauftragte nicht eingreifen.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Stadt Heidelberg zeigt in Schwarz auf grünem Dreiberg schreitend, den rot bewehrten, rot bezungten und rot gekrönten goldenen kurpfälzischen Löwen. Das Wappen wurde in seiner heutigen Form 1898 von der Stadt angenommen und wird in der heutigen stark stilisierten Form seit 1969 geführt. Die Stadtfarben sind schwarz-gelb.

Der Löwe ist das Wappentier der Pfalzgrafen, da Heidelberg lange Residenzstadt der Kurpfalz war. Der Dreiberg spielt wohl auf den Namen der Stadt an und ist insofern ein so genanntes redendes Symbol. Zeitweise war dieser Dreiberg auch nicht im Wappen abgebildet.

Daneben gibt es seit einigen Jahren auch ein modernes Logo für das städtische Corporate Design: Im weißen Quadrat drei markanten Linien für Burg, Fluss und Brücke in den Farben Blau und Rot (Entwurf von Erwin Poell).

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Heidelberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Montpellier, Frankreich, seit 1961
Cambridge, Großbritannien, seit 1965
Rehovot, Israel, seit 1983
Simferopol, Ukraine, seit 1991
Bautzen, Deutschland (Sachsen), seit 1991
Kumamoto, Japan, seit 1992

Im Oktober 2006 unterzeichnete Oberbürgermeisterin Beate Weber einen Freundschaftsvertrag ("Charta der Freundschaft") mit der Stadt Heidelberg (Gauteng), Südafrika.

Außerdem gibt es in Heidelberg ein Amerika-Haus (DAI, Deutsch-Amerikanisches Institut) und ein Montpellier-Haus in der Altstadt in der Kettengasse. In Montpellier gibt es entsprechend ein Heidelberg-Haus.

[Bearbeiten] Die Stadt als Namenspate

Wegen ihrer historischen Signifikanz dient die Stadt Heidelberg häufig als Namenspate. So benannte die Lufthansa in ihrer Geschichte bereits vier Flugzeuge nach der Stadt am Neckar: Zuletzt 1990 einen Airbus A320-200 für 139 Passagiere. Ein ICE-Zug der Deutschen Bahn trägt ebenfalls den Namen Heidelberg.

Ein etwa 600.000 Jahre alter Unterkiefer eines bis dahin unbekannten Vorläufer des Menschen wurde 1907 auf dem Land der Gemeinde Mauer bei Heidelberg gefunden. Die neue Spezies wurde Homo heidelbergensis, nach der Region und dem Arbeitsplatz (Uni Heidelberg) des namengebenden Forschers, benannt.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen

Jahrhundertelang war Heidelberg eine 'Residenz des Geistes'. Auch heute noch ist die Universitätsstadt das Dienstleistungs- und Wissenschaftszentrum der Region Rhein-Neckar: Im Jahr 2004 arbeiteten 81,8 % aller Menschen im Dienstleistungssektor, ungefähr ein Viertel von ihnen - rund 18 % - sind an der Universität Heidelberg oder einer angegliederten Forschungseinrichtung beschäftigt. Das Verlagswesen ist eine weitere bedeutende Quelle von Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich. Lediglich 18,0 % arbeiteten im produzierenden Gewerbe, und mit gerademal 0,2 % aller Arbeitsplätze ist die Forstwirtschaft in Heidelberg völlig bedeutungslos.

Die dominierende Rolle des Dienstleistungssektors ist jedoch nicht nur historisch bedingt, seine Bedeutung hat in den vergangenen Jahren sogar noch kontinuierlich zugenommen. So ist die Gesamtzahl der Arbeitsplätze zwischen 1970 und 2004 von 70.100 auf 97.500 angewachsen, gleichzeitig hat die Zahl der Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe jedoch von 28.000 auf 17.550 stark abgenommen. Mit dieser Entwicklung folgte Heidelberg dem selben Trend wie viele andere deutsche Großstädte auch.

Mit einer Arbeitslosenquote von 7,9  % wies Heidelberg im Oktober 2006 den viertniedrigsten Wert unter den baden-württembergischen Stadtkreisen auf. Im historischen Vergleich ist dieser Wert jedoch ungewöhnlich hoch für Heidelberg, 1970 lag die Arbeitslosenquote unter 3 %. Der Grund für diese Entwicklung war die gesamtwirtschaftlich schlechte Lage Deutschlands.

Lediglich 39% der Arbeitsplätze im Stadtgebiet wurden 2004 von einem Heidelberger eingenommen. Die Mehrzahl der Angestellten lebt außerhalb des Stadtgebiets. Die Zahl der Berufspendler hat sich seit 1970 von 28.600 auf rund 59.600 mehr als verdoppelt. Da die meisten Pendler ein motorisiertes Individualverkehrsmittel benutzen hat die Verkehrsbelastung in diesem Zeitraum extrem stark zugenommen.


[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

In der Stadt sind mehrere bedeutende Unternehmen ansässig, u. a. die Heidelberger Druckmaschinen AG (Druckmaschinen mit dem Markenname Heidelberg), die HeidelbergCement (HZAG, Zementfabr.), Henkel-Teroson. Der größte Arbeitgeber der Region ist die Universität Heidelberg mit einem großen Klinikum und vielen formal selbständigen Forschungseinrichtungen . Auch der Mittelstand ist mit traditionsreichen Firmen vertreten. z. B. der weltweit tätige Wissenschaftsverlag Springer (Bücher, Fachzeitschriften, Online-Publikationen), Kluthe Chemie, die Hotellerie, der Softwaredienstleister SAS Institute und Karl Scholl GmbH (Autokranverleih). Wichtige Arbeitgeber sind aber auch die vielen Landesbehörden und Verwaltungssdienstleister. Der Einzelhandel ist durch mehrere Großunternehmen präsent. Im Gesundheitssektor sind die Wohlfahrtsverbände als Arbeitgeber zu nennen. Als Sitz von Konzernzentralen oder Verbänden können genannt werden: die Deutschen Elektrizitätsversorgungsunternehmen, Berufsgenossenschaft der Chemischen Industrie

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Durch das westliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn A 5 (Frankfurt am MainKarlsruhe), die im Nordwesten der Stadt die Autobahn A 656 (nach Mannheim) kreuzt. Im Süden kreuzt die A 6 von Saarbrücken über Mannheim, Heilbronn und Nürnberg nach Waidhaus an der deutsch-tschechischen Staatsgrenze.

Ferner durchziehen die Stadt die Bundesstraßen B 3 (Frankfurt am Main - Karlsruhe) und B 37 Mannheim–Eberbach, die sich im Stadtzentrum am Bismarckplatz kreuzen. Die B 535 beginnt im Süden Heidelbergs und führt nach Schwetzingen.

Ab 2010 dürfen wegen der Feinstaub-Belastung in Heidelberg nur noch KFZ fahren, die die EURO-2-Norm erfüllen.

[Bearbeiten] Schienenverkehr

[Bearbeiten] Fernverkehr

Im Fernverkehr der Bahn ist Heidelberg mit den ICEs der Linie StuttgartKöln (L 45, zweistündlich), ZürichFrankfurt am Main (L 87, einzelne Züge) und mit den ICE StuttgartHamburg (L 20, einzelne Züge) erreichbar, sowie mit ECs/ICs der Linie Salzburg–Frankfurt (L 62, zweistündlich), Stuttgart–Dortmund (L 60, zweistündlich) und ICs KarlsruheStralsund (L 26, zweistündlich).

[Bearbeiten] Nahverkehr

Der wichtigste Nahverkehrsknotenpunkt Heidelbergs ist der Bismarckplatz. Mehrere Hauptverkehrsadern der Stadt kreuzen sich hier, und eine der längsten Fußgängerzonen Europas führt von hier durch die gesamte Heidelberger Altstadt. Der Bismarckplatz ist daher auch ein beliebter Treffpunkt. In unmittelbarer Nähe befand sich lange Zeit auch der Hauptbahnhof, der damals noch ein kombinierter Kopf- und Durchgangsbahnhof war. Er wurde 1955 etwa 1,5 km weiter nach Westen hin verschoben, so dass auch die nach Süden verkehrenden Züge keinen Richtungswechsel mehr benötigten. Der neue Hauptbahnhof stieg damit zum zweiten wichtigen Verkehrsknotenpunkt Heidelbergs auf.

Seit 1883 gibt es in Heidelberg den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), zu dieser Zeit noch in der Form einer Pferdebahn, die in jenem Jahr in Betrieb genommen wurde. Aufgrund der rasant ansteigenden Transportaufkommens wurde 1901 die erste elektrische Straßenbahn im Raum Heidelberg in Betrieb genommen. Bis in die 50er Jahre wurde das Straßenbahnnetz Stück für Stück erweitert. Als das schnell beliebter werdende Automobil die Betreiber des Personennahverkehr vor immer größere Probleme stellte, wurde das Straßenbahnnetz schrittweise zu einem auf die Grundversorgung ausgerichteten Netzwerk zurückgebaut. In jüngster Vergangenheit erlebte die Straßenbahn jedoch eine Renaissance. Derzeit sind mehrere neue Strecken geplant, und mehrere Stadtteile und Ortschaften sollen neu an das Straßenbahnnetz angeschlossen werden. Heutzutage ist die RNV für das Betreiben der Straßenbahn- und Buslinien zuständig. Seit 1989 können sie alle mit einem einheitlichen Tarif innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) benutzt werden. Zusätzlich gibt es in Heidelberg ein Carsharing-Angebot. Kooperationen des Verkehrsverbundes und der RNV mit Stadtmobil ermöglichen die besonders günstige Nutzung von CarSharing durch Besitzer von Jahrestickets für den ÖPNV.

Seit 2003 ist Heidelberg an das Netz der S-Bahn RheinNeckar angeschlossen, die den gesamten Rhein-Neckar-Raum erschließt und Linien bis in die Pfalz und nach Südhessen führt. Eine Anknüpfung an das S-Bahn-Netz nach Karlsruhe ist bereits erfolgt. Damit war der Rhein-Neckar-Raum eines der letzten Ballungsgebiete, das eine eigene S-Bahn erhielt. Mit der Planung wurde schon vor Jahrzehnten begonnen, weil sich jedoch drei Bundesländer untereinander koordinieren mussten (Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz) verzögerte sich die Durchführung so lange.

Siehe auch: Nahverkehr in Heidelberg, Bergbahn

[Bearbeiten] Medien

In Heidelberg erscheint als Tageszeitung die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ). Sie hat mehrere Lokalausgaben. Die Stadt gibt ein wöchentliches Amtsblatt, das Stadtblatt, heraus. Als Stadtmagazin mit Veranstaltungskalender erscheint Heidelberg aktuell.

Heidelberg ist Standort einiger Rundfunk-Sendeanlagen. Neben dem Fernsehturm des SWR auf dem Königstuhl bei 8° 43' 46" östlicher Länge und 49° 24' 16" nördlicher Breite gibt es auch die direkt benachbarte Sendeanlage der Deutschen Telekom AG und der gegen Erde isolierte, abgespannte Sendemast des AFN im Stadtteil Wieblingen bei 8° 38' 42" östlicher Länge und 49° 25' 57" nördlicher Breite, der zur Verbreitung von AFN-Programmen auf der MW-Frequenz 1143 kHz und der UKW-Frequenz 104,6 MHz dient. Der Süddeutsche Rundfunk (heute Südwestrundfunk) unterhielt lange Jahre ein Regionalstudio, das inzwischen seinen Sitz in Mannheim hat. Ferner gibt es das Rhein-Neckar Fernsehen als lokalen Fernsehsender. Seit Beginn der neunziger Jahre entwickelte sich auch seitens der Studentenschaft reges Interesse, mit eigenen Medien vertreten zu sein. Neben der Studierendenzeitung Ruprecht, sendet auf UKW 105,4 MHz das Campusradio Rhein-Neckar, RadioAktiv. Heidelberger Studenten engagieren sich gemeinsam mit Kommilitonen aus der Nachbaruniversität Mannheim, um den Radiobetrieb aufrecht zu erhalten und die Studentenschaft mit Musik und News vom Campus zu versorgen.

Seit Mai 2006 wird vom Fernsehturm Heidelberg DVB-T ausgestrahlt. 11 Kanäle auf 3 Transpondern, Kanal 27, 522Mhz (ZDF), Kanal 53, 706Mhz und 57, 730Mhz (ARD). Leider haben sich die Privaten TV-Sendeanstalten (Pro7Sat1 sowie RTL) dazu entschieden die EU Metropolregion Rhein-Neckar mit ihren 2,4 Millionen Einwohnern zu ignorieren. Das DVB-T Signal vom Königstuhl hat einen effektiven Radius von ca. 80km, somit kommen auch Zuschauer in Karlsruhe in den genuss des DVB-T Signals aus Heidelberg.

[Bearbeiten] Gerichte, Behörden und Einrichtungen

In Heidelberg gibt es ein Amtsgericht und ein Landgericht, die beide zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehören. Ein Arbeitsgericht gehört zum Landesarbeitsgericht Mannheim. Als Teil der freiwilligen Gerichtsbarkeit fungiert ein staatliches Notariat.

Darüber hinaus ist in der Stadt der Sitz des Kirchenbezirks Heidelberg der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Dekanats Heidelberg des Erzbistums Freiburg.

Heidelberg ist Sitz des NATO-Landhauptquartiers Mitteleuropa (Land Headquarters; früher LANDCENT) unter dem Kommando der Supreme Headquarters Allied Powers Europe. Das Hauptquartier der 7. US-Armee ist in den Campell Barracks (V. US-Corps Headquarters) ansässig. Auch in der näheren Umgebung befinden sich viele amerikanische Militäreinrichtungen.

Siehe auch: Liste ausländischer Militärbasen in Deutschland

[Bearbeiten] Bildung und Forschung

[Bearbeiten] Universität, Hochschulen, Seminar

Heidelberg ist weit über die Region hinaus bekannt für seine Bildungseinrichtungen. Die renommierteste von ihnen ist unbestritten die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Sie wurde 1386 gegründet und ist die älteste Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Ihr Campus ist aufgeteilt auf zwei Stadtgebiete sowie mehrere Einzelgebäude: In zahlreichen historischen Gebäuden in der Altstadt befinden sich die Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften. Die Naturwissenschaften und Medizin sind zum überwiegenden Teil auf dem neuen Campus im Neuenheimer Feld angesiedelt. 1904 wurde die Pädagogische Hochschule Heidelberg gegründet. Nach mehreren Erweiterungen und Umbenennungen wurde sie 1971 schließlich eine wissenschaftliche Hochschule mit dem heutigen Namen.

Mit der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg verfügt Heidelberg ebenfalls über ein auf Musik spezialisiertes Institut. Es öffnete seine Tore erstmals 1931 als Einrichtung der Evangelischen Landeskirche in Baden.

1979 wurde die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg gegründet. Es verfügt über 9 Teilbereiche der Religion und Kultur des Judentums.

Die Fachhochschule Heidelberg ist eine private Hochschule der SRH-Gruppe (Stiftung Rehabilitation Heidelberg). Sie wurde 1992 gegründet und ist staatlich anerkannt sowie durch den Wissenschaftsrat akkreditiert. Es befindet sich im "Science Tower" im Stadtteil Wieblingen.

Die Schiller International University ist mit einem Campus in Heidelberg vertreten. Die private amerikanische Universität bietet Bachelor- und Master-Studiengänge im Bereich International Business und International Relations & Diplomacy an.

Heidelberg hat auch ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien und Sonderschulen).

[Bearbeiten] Forschung

In Heidelberg gibt es eine Vielzahl von Forschungsinstituten insbesondere für Biowissenschaften.

Die wichtigste Trägergesellschaft in der Heidelberger Forschungslandschaft ist die Universität Heidelberg. Unter Ihrem Dach befinden sich zahlreiche Institute wie das Biochemie Zentrum Heidelberg (BZH), das Interdisziplinäre Zentrum für Neurowissenschaften (IZN), das Interdisziplinäre Zentrum für wissenschaftliches Rechnen (IWR), das Südasien Institut (SAI), das Heidelberg Center for American Studies (HCA), das Heidelberg Center Lateinamerika sowie das Zentrum für Astronomie Heidelberg (ZAH). Ende 2006 / Anfang 2007 wird dazu das im Neuenheimer Feld neugebaute Zentrum für quantitative Analyse molekularer und zellulärer Biosysteme (BIOQUANT) kommen.

Die wohl bekanntesten Institute sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), gegründet 1964 und das Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH), gegründet 1983. Beide Institute haben sich der biologischen Grundlagenforschung verschrieben und gehören zu den renomiertesten deutschen Forschungseinrichtungen.

Ebenfalls in Heidelberg ansässig ist die Zentraleinrichtung des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), gegründet 1974, Außenstellen befinden sich u.a. in Monterotondo (Italien), Hinxton (England), Grenoble (Frankreich) und Hamburg. Es wird von 18 europäischen Staaten betrieben und gehört zu den weltweit bekanntesten biologischen Forschungseinrichtungen.

Mit gleich vier Instituten bildet Heidelberg einen regionalen Schwerpunkt der Max-Planck-Gesellschaft. Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, das Max-Planck-Institut für Kernphysik, das Max-Planck-Institut für Astronomie sowie das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung sind hier angesiedelt.

Weitere Forschungsanstalten sind die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau, die Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie das European Media Laboratory (EML), ein privates Forschungsinstitut für angewandte Informatik.

[Bearbeiten] Schulen

Es gibt zahlreiche Grund-, Haupt- und Realschulen (staatlich und privat) sowie Berufs- und Sonderschulen. In Heidelberg finden sich, bedingt durch den großen Akademikeranteil an der Gesamtbevölkerung (der größte Arbeitgeber ist die Universität!), eine hohe Zahl von Gymnasien. Über 52 % aller Schüler der Stadt sind Gymnasiasten.

Schulen besonderer Prägung sind die Freie Waldorfschule Heidelberg (privat) und die Internationale Gesamtschule Heidelberg (IGH) (staatlich). Die IGH ist eine additive Gesamtschule, die mit zwei weiteren Gesamtschulen im Baden-Württembergschen Schulgesetz als Schule außerordentlicher Prägung namentliche Erwähnung findet. An beiden Schulen kann man das Abitur ablegen. Ebenfalls eine besondere Prägung hat die private Heidelberg International School (HIS) in Wieblingen, die noch im Aufbau von 4. Lebensjahr bis zum Abitur nach der 12. Klasse ist. 2005 war die Klasse 9 erreicht. Die Unterrichtssprache ist Englisch und es wird Schulgeld erhoben. In der Nähe von Heidelberg existiert in Heppenheim die freie Odenwaldschule, ein Landerziehungsheim, das als Modellschule seit vielen Jahren von überregionalem Interesse ist.

Erwähnenswert ist neben der Volkshochschule auch die Musik- und Singschule der Stadt Heidelberg mit einem interessanten Aufführungsort, dem Johannes-Brahms-Saal. Außerde