Glauben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Glauben allgemein. „Der Glauben“, grammatikalisch unkorrekt für „religiöser Glaube“: siehe Glaube.

Das Glauben ist eine Annahme über einen Sachverhalt. In diesem Sinn ist der mit Abstand größte Teil unseres Wissens Glaubenswissen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie

Das Wort glauben kommt von mhd. gelouben, ahd. gilouben «für lieb halten», «gutheißen», verwandte Wörter sind „geloben“ oder auch „verloben“. In diesem Sinne entspricht es dem Wort „Glaube“ und impliziert die Verpflichtung, etwas für wahr zu halten.

[Bearbeiten] Philosophie

Im philosophischen und speziell erkenntnistheoretischen Sinn bedeutet Glauben ein Fürwahrhalten eigener Wahrnehmungen, Überzeugungen (Glaube, Dogma, Paradigma) und Schlussfolgerungen, die hier jedoch nicht logisch zwingend sein müssen. Dieses Fürwahrhalten bedarf nicht zwingend objektiver Begründung und kann subjektiv sein.

Lange Zeit nahm man an, dass gerechtfertigter wahrer Glaube Wissen sei (GWG-Behauptung). Gettier gab dazu Gegenbeispiele an, die zeigten, dass zum Wissen gerechtfertigter wahrer Glaube nicht ausreicht (Gettier-Problem)

[Bearbeiten] Glauben mit Sachbezug

Im alltäglichen Sprachgebrauch beschreibt das Verb glauben die im Rahmen von Unsicherheit festgestellte Erwartung bezüglich irgendwelcher Tatsachen oder Zusammenhänge. Etwa: „Ich glaube, dass morgen die Sonne scheinen wird“ oder „Ich glaube, es geht hier entlang und nicht dort.“

In solchem Glauben drückt sich die Meinung aus: „Vielleicht ist es wahr bzw. wird es wahr, vielleicht auch nicht.“ Dann bedeutet glauben „meinen, vermuten“.

Der Glaube kann dabei plausibel und pragmatisch sein, zum Beispiel „Ich glaube, dass ich kein Gehirn in einem Glas bin und dass die Umwelt, die ich sehe, real ist.“

In aller Regel bedeutet glauben etwas Fürwahrhalten auf Grund eines glaubwürdigen Zeugen. Auch ist das Fürwahrhalten von wissenschaftlichen Theorien, die nicht verifiziert wurden, bzw. werden können, gemeint.

[Bearbeiten] Glauben mit Personenbezug

Glauben findet sich im alltäglichen Sprachgebrauch eben auch in einer anderen Bedeutung als »meinen«, »vermuten«, beispielsweise in folgenden Sätzen: „Ich glaube dir.“, „Ich glaube an die Liebe zwischen uns.“

Ein solches Glauben ist hier nicht so sehr ein Vermuten über Sachverhalte, sondern primär eine personale Beziehung, in der sich eine Person vom Geglaubten her leiten lässt. Und dann bedeutet dieses Glauben „vertrauen“. »Glaube« in diesem rein menschlichen Sinn bezeichnet den Bewusstseins-Akt des Vertrauens (Vertrauensglaube) mit dem dazugehörenden vertrauenden Handlungs-Akt (Tatglaube), dass das Geglaubte eine Möglichkeit ist, die Realität werden kann, oder eine noch nicht erfahrbare Realität ist, so dass so gehandelt wird, dass das Geglaubte Realität werden kann oder als ob das Geglaubte schon erfahrbare Realität sei, denn andernfalls wäre der Glaube nur ein Pseudo-Glaube bzw. das Vertrauen nur ein Pseudo-Vertrauen.

Anders formuliert ist der Glaube, in einem engen Zusammenhang mit dem Vertrauen oder dem "vertrauen können" zu sehen. Der Glaube geht somit mit einer Aufhebung der alleinigen Verantwortung einher, die sich aus dem angenommenen Glauben nährt und dadurch das eigene Handeln rechtfertigt.

[Bearbeiten] Rechtlich

In manchen Gesetzen kommt Glaube bzw. "guter Glaube" vor, z.B. §8 PatG

Dies unterstellt der Partei eine begründete Annahme, die nicht durch besseres Wissen oder stark begründete Zweifel verworfen wird. So kann auf die Korrektheit einer Produktbechreibung in gutem Glauben ausgegangen werden, da diese ja durch gesetzliche Anforderungen korrekt sein muss.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

http://www.bayern-evangelisch.de/web/glauben.php

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Glauben aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
webtemplates | Plastikkarten und Plastikkartendrucker

© 2006 www.power-labels.com