Gartenbau

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Als Gartenbau bezeichnet man pflanzenbauliche Aktivitäten jenseits des landwirtschaftlich dominierenden Ackerbaus. Der Gartenbau hat sich sukzessive aus der Privatversorgung entwickelt (die Geschichte des Gartens ist ausführlich im Artikel Garten beschrieben).

Eine große Zahl von Pflanzenarten wird von erwerbsmäßigen Gartenbaubetrieben und privaten Gärtnern kultiviert. Die Züchtung neuer Pflanzen und Kultursorten wird von einzelnen, teils im weltweiten Verbund arbeitenden Gartenbaufirmen betrieben. In der Blumen- und Zierpflanzenzüchtung sind deutsche Jungpflanzenunternehmen Weltmarktführer. Urbaner Gartenbau mit seinen spezifischen Problemen gewinnt aufgrund der zunehmenden Urbanisierung sowie der damit assoziierten Probleme weltweit zunehmend an Bedeutung.

Der Gartenbau erzielt in Deutschland auf etwa 1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche 10 % des Wirtschaftsvolumens der gesamten Landwirtschaft. Die Haus- und Kleingartenfläche übertrifft die Anbaufläche des Erwerbsgartenbaus in Deutschland um ein Vielfaches. In den Niederlanden macht der Gartenbau und die anhängigen Branchen und Dienstleistungen ca. 18 % des Bruttosozialproduktes aus.

Die erste Gartenbau-Gesellschaft wurde 1822 in Berlin als „Verein zur Beförderung des Gartenbaues im Preußischen Staate“ gegründet. Daraus entwickelte sich die Deutsche Gartenbaugesellschaft. Unter den Vorstandsmitgliedern des Jahres 1822 war auch der berühmte Parkschöpfer Peter Joseph Lenné. 1823 entstand aus diesen Aktivitäten die Gärtner-Lehranstalt in Neu-Schöneberg.

Verschiedene Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen) bieten einen Studiengang Gartenbau an. Die teils international ausgerichteten Studiengänge enden mit den akademischen Abschlüssen Diplom, Bachelor und Master.

[Bearbeiten] Erwerbsgartenbau

Man unterscheidet im deutschen Erwerbsgartenbau heute folgende Sparten:

Die früher eigenständige Sparte "Samenbau und Pflanzenzüchtung" wurde inzwischen in die einzelnen Produktionsgartenbausparten integriert. Die Floristik wird zum Handwerk gezählt.

[Bearbeiten] Einordnung des Gartenbaus in die Landwirtschaft

Inwieweit der Gartenbau mit seinen Sparten generell zur Landwirtschaft gezählt werden kann oder soll, ist diskutabel. Mit Sicherheit ist der Feldgemüsebau der Landwirtschaft noch am ehesten nahestehend. Auch Baumschulen zählen aufgrund der Produktionsverfahren und dem Technikeinsatz zu den Sparten, die der Landwirtschaft nahe stehen.

Im Bereich des Unterglasgemüseanbaus und vor allem der marktwirtschaftlich in Deutschland bedeutenden Sparte Blumen- und Zierpflanzenbau kommen schon andere, nicht-landwirtschaftliche Aspekte zur Geltung, so z.B. der Einsatz von Gewächshäusern oder anders gearteter Technikeinsatz wie Düngecomputer, Klimarechner oder Entkeimungsanlagen in geschlossenen Kultursystemen. "Urban Horticulture" oder die bereits erwähnte Innenraumbegrünung sowie Vermarktung und globaler Handel (Trend zum "Erlebnis-Gartencenter") setzen eher Akzente in Richtung Umwelt- oder Dienstleistungsgartenbau. Der Garten- und Landschaftsbau ist ebenfalls Teil des Dienstleistungsgartenbaues und arbeitet eng mit den planerischen Sparten des Berufsfeldes Landschaftsarchitektur (Freiraum- und Grünplanung) zusammen.

[Bearbeiten] Weblinks

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