Garde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Begriff Garde, für den gleichnamigen Ort im spanischen Navarra siehe: Garde (Ort)


Der Begriff Garde (französisch Wache) hat die ursprüngliche Bedeutung Leibwache bzw. Leibgarde (franz. Garde du Corps) von Fürsten oder militärischen Führern. Später war dies auch die Bezeichnung für größere Elitetruppen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vatikan

Ab 1300 gab es an fast allen europäischen Höfen Schweizergarden. Die Schweizergarde im Vatikan beschützt seit 1505 als Leibgarde den Papst.

[Bearbeiten] Österreich

Die Arcierenleibgarde war eine der Leibgarden des Kaisers von Österreich. Im Jahre 1763 wurde sie von Maria Theresia gegründet. Der Dienst wurde zu Fuß geleistet und bestand in der Bewachung der kaiserlichen Vorräume.


Im Österreichischen Bundesheer ist heute die Garde ein eigener Truppenkörper, der ausschließlich in der Maria Theresien-Kaserne in Wien stationiert ist und sowohl für Repräsentationsaufgaben sowie als infanteristische Kampftruppe Verwendung findet. Auf Grund der Verkürzung des Wehrdienstes auf 6 Monate und des sehr zeitintensiven (Parade-)Exerzierens, ist die infanteristische Ausbildung jedoch zweitrangig geworden, so dass der österreichische Gardesoldat, vor allem in Vergleich zu anderen Ländern, infanteristisch eher benachteiligt ist. Die Garde setzt sich aus der 1.- 4. Gardekompanie, der Stabskompanie Garde und der Gardemusik zusammen.

Von den vier Kompanien sind maximal zwei als Ehrenkompanien aktiv und übernehmen die militärischen Repräsentationsaufgaben für den Bundespräsidenten bzw. die Bundesregierung (Akkreditierungen, Ehrenbegräbnisse und Empfänge mit militärischen Ehren). Die Garde unterscheidet sich durch das scharlachrote Barrett sowie das Exerzieren mit dem StG 58 von den übrigen Einheiten des Bundesheeres. Außerhalb des Protokolldienstes wird aber das Standardgewehr StG 77 verwendet.

Die Grundausbildung findet in Allentsteig oder in seltenen Fällen in Bruck/ Neudorf sowie Amstetten und Götzendorf statt. Zur Ausbildung gehören neben einer umfassenden infanteristischen Ausbildung das intensive Einüben von Gewehrgriffen und des Paradeschritts.

Die Rekruten einiger Einrückungstermine erlernen neben den Standard-Exerziergriffen auch zusätzliche, besonders effektvolle Griffe, um an Showvorführungen teilzunehmen.

[Bearbeiten] Preußen

Bis 1918 bildete die Preußische Garde ein Armeekorps, das Gardekorps. Dem Gardekorps gehörten sämtliche Gardetruppenteile der Königlich-Preußischen Armee an. Das Gardekorps war nach dem letzten Friedensstand von 1914 in 2 Garde-Infanteriedivisionen mit 5 Garde-Infanteriebrigaden, eine Garde-Kavalleriedivision mit 4 Garde-Kavalleriebrigaden, 2 Garde-Feldartilleriebrigaden, eine Eisenbahnbrigade und sonstige Truppen und Behörden gegliedert.

Die Tradition der Preußischen Garde wurde nach 1918 in der Reichswehr vom Potsdamer Infanterieregiment 9 übernommen.

[Bearbeiten] Frankreich

[Bearbeiten] Kaisergarde

In Frankreich war unter Kaiser Napoleon die Kaiserliche Garde eine Eliteabteilung der Grande Armée mit zeitweise mehr als 100.000 Mann. Die Garde des Kaiserreichs umfasste alle Waffengattungen der Zeit. Aufgeteilt war die Kaiserliche Garde in die Alte und Junge Garde. Nach besonderen Leistungen auf dem Schlachtfeld konnten einzelne Regimeter zu Garderegimentern erhoben oder innerhalb der Garde befördert werden. Napoleon nutzte die Garde in seinen Schlachten häufig als Reserve und setzte sie bevorzugt in schlachtentscheidenden Situationen ein. Insbesondere den Einsatz der Alten Garde zögerte er gerne so lange wie möglich heraus.


1854 wurde Auguste Regnaud de Saint-Jean d'Angely mit der Bildung der neuen Kaisergarde Napoléon III. beauftragt. Diese nahm 1859 am Sardinischen Krieg teil.

[Bearbeiten] Garde Républicaine

Am 5. Mai 1848 wurde die Garde Républicaine gegründet. Ihre Aufgabe war es, die Sicherheit in Paris aufrecht zu erhalten und Ehrendienste zu leisten. In der Dritten Republik, die bis 1940 währte, erhielt die Garde den Namen Garde Républicaine de Paris. während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 und der Pariser Kommune 1871 erlitt die Garde einige Verluste bei Kämpfen. Im Zweiten Weltkrieg folgte ein Teil der Garde der französischen Regierung nach Vichy zum Schutz des Vichy-Regimes; der andere Teil verblieb in Paris. 1978 gab Staatspräsident Giscard d'Estaing der Garde ihren noch heute gültigen Namen und übertrug die Polizeiaufgaben der Police nationale. Die Garde Républicaine' besteht aus zwei Infanterie-Regimentern und einem Kavallerie-Regiment. Zusätzlich gibt es noch ein Orchester. Le Régiment de cavalerie hat 500 Pferde und eine Mannschaftsstärke von 560 Soldaten. Zu den Aufgaben gehört die Begleitung des französischen Präsidenten und die Ehrenwache (zu Fuß) für Staatsgäste. Das Regiment führt auch historisierende Shows vor Publikum auf.

[Bearbeiten] Osmanisches Reich

Die Janitscharen waren im Osmanischen Reich eine Elitetruppen der Infanterie. Sie stellten auch die Leibwache des Sultans und erreichten oft höchste Positionen im osmanischen Staatswesen. Die Truppen haben ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und wurden 1826 aufgelöst.

[Bearbeiten] Vereinigtes Königreich

Im Vereinigten Königreich werden heute alle Gardetruppen in der Household Division zusammengefasst. Diese umfasst die:

Die Regimenter nehmen regelmäßig an vielen wichtigen protokollarischen Ereignissen in Großbritannien teil, z. B. an Trooping the Colour. Aber sie tun auch ihren Dienst als normale Kampfverbände. So fungiert die Household Cavalry als gepanzerte Aufklärungseinheit.

[Bearbeiten] Italien

In Italien stellte eine besondere Truppe der Carabinieri, die Corazzieri, bis 1946 die Leibgarde der Könige aus dem Haus Savoyen. Nach Abschaffung der Monarchie übernahmen die italienischen Staatspräsidenten die Corazzieri, die bis heute ihren Dienst am Amtssitz des Staatsoberhaupts versehen.

Die Granatieri di Sardegna sind eine Gardegrenadiertruppe des italienischen Heeres, die in und um Rom stationiert ist und regelmäßig zu Repräsentanzaufgaben herangezogen wird, insbesondere bei Besuchen ausländischer Staats- und Regierungsschefs. Daneben werden die Granatieri di Sardegna auch bei einfacheren Friedenseinsätzen im Ausland eingesetzt. Es handelt sich um keine Elitetruppe mehr, da das Personal vorwiegend aus Freiwilligen mit nur einjähriger Verpflichtungszeit besteht. Die Soldaten dieser Truppe tragen eine Bärenfellmütze, die traditionell eigentlich ein Uniformstück der Gardegrenadiere ist.

[Bearbeiten] Byzantinisches Reich

Die Leibgarde der byzantinischen Kaisers war die, zumindest anfänglich aus skandinavischen Wikingern bestehende, Warägergarde. Die Warägergarde entstand im Jahre 988, als der Kiewer Großfürst Wladimir I. 6000 Wikinger an Kaiser Basileios II. schickte. Das Ende der Warägergarde kam mit der Eroberung Konstantinopels während des 4. Kreuzzugs 1204.

[Bearbeiten] Siehe auch

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Garde aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
webtemplates | Plastikkarten und Plastikkartendrucker

© 2006 www.power-labels.com