Florenz

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Florenz
Staat: Italien
Region:Toskana
Provinz:Florenz (FI)
Geographische Koordinaten:Koordinaten: 43° 47′ 0″ N, 11° 15′ 0″ O 43° 47′ 0″ N, 11° 15′ 0″ O
Höhe:50 m s.l.m.
Fläche:102 km²
Einwohner:366.488 (28. Februar 2006)
Bevölkerungsdichte:3.593 Einw./km²
Postleitzahl:50100
Vorwahl:055
ISTAT-Nummer:048017
Einwohner:Fiorentini
Schutzpatron:Johannes der Täufer
Website:http://www.comune.firenze.it

Florenz (italienisch Firenze) ist eine mittelitalienische Stadt am Fluss Arno mit 382.000 Einwohnern. Sie ist Hauptstadt der Toskana und der Provinz Florenz. Wegen ihrer kulturellen Bedeutung – insbesondere für die Kunst – wird Florenz als das „italienische Athen“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Florenz liegt direkt am Fluss Arno, der durch die Altstadt fließt. Er spielte eine wichtige Rolle in der Versorgung der Menschen ebenso wie er essenziell für den Handel war. Der Arno sorgte allerdings durch seine Überflutungen ebenso für Leid und Zerstörung.

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte von Florenz

Auf den Hügeln am Fluss Arno hatte sich bereits im achten Jahrhundert v. Chr. das antike Volk der Etrusker angesiedelt. Die Römer gaben der Neugründung einer kleinen Siedlung im ersten Jahrhundert v. Chr. den Namen Florentia (die Blumige). Schnell entstand eine richtige Stadt mit einem Forum, Thermalbädern und einem Amphitheater.

Mit dem Untergang des Römischen Reiches wurde die Stadt während der Völkerwanderungen fast vollständig zerstört. Erst mit Aufkommen des Feudalismus expandierte die Stadt im 12. Jahrhundert und wurde autonom. Die Bürger gewannen an Macht, und es kam zu erbitterten Streitereien zwischen den kaisertreuen Ghibellinen und den später siegreichen Anhängern des Papstes, den Guelfen.


Im 14. und 15. Jahrhundert (Mittelalter) blühte die Stadt auf und setzte die Maßstäbe in der europäischen Kunst und Kultur. Viele Künstler und Gelehrte siedelten sich an (z.B. Donatello, Botticelli; später Michelangelo, Machiavelli, Leonardo da Vinci, Galileo Galilei). Es entwickelte sich die kulturgeschichtliche Epoche der Renaissance.

Florenz wurde gleichzeitig Handels- und Finanzzentrum. Die reiche Familie der Medici stieg im 15./16. Jahrhundert zu einer Großmacht auf. Sie förderten weiterhin die Künste und Wissenschaft und regierten die Stadt. Doch die kulturelle Bedeutung von Florenz schwand im 17. Jahrhundert. Die Medici, die lange die Stadt geprägt hatten, starben aus und als Franz I. Stephan, der Ehemann von Maria Theresia deren Nachfolger wurde, wurde Florenz Besitz der Habsburger.

Erst im 19. Jahrhundert beginnt ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung. Florenz wird das Ziel von Bildungsreisen, den Grand Tours, und Teil Österreichs. 1859 verloren die Österreicher aber gegen Frankreich und das Königreich von Sardinien-Piemont, Florenz wurde 1861 Teil des Vereinigten Italiens. Die Stadt folgte Turin 1865 als italienische Hauptstadt nach und beherbergte so das erste Parlament des neuen Staates, verlor die Würde aber bereits 1871 an Rom.

Nachdem die Stadtbevölkerung sich im 19. Jahrhundert verdoppelt hatte, verdreifachte sie sich im 20. Jahrhundert und profitierte stark von den neuen Wirtschaftszweigen des Tourismus und der Industrie, während Fernhandel und Finanzwirtschaft wieder aufblühten. Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt von 1943 bis 1944 von den Deutschen besetzt.

Die Arno-Flut vom November 1966, die viele Kunstschätze beschädigte, sorgte für einen Skandal, da die zuständigen Autoritäten bereits im Vorfeld von der möglichen Flut wussten, bis auf die Juwelenhändler auf der Ponte Vecchio aber niemanden warnten.

[Bearbeiten] Die historische Altstadt von Florenz

Die historische Altstadt von Florenz spiegelt die überragenden Leistungen der Stadt auf dem Gebiet der Architektur wieder. Hierbei sind insbesondere zahllose Bauten von der Zeit der Protorenaissance bis zur Herrschaft der Medici im 15. und 16. Jahrhundert entstanden, die die enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Stadt zu dieser Zeit widerspiegeln. Die Entstehung zahlloser Bauten der Stadt wurde dabei durch die Bankiers und Kaufleute der Stadt, gefördert. Die florentinsche Architektur ist insbesondere durch die zu Beginn des 15. Jahrhunderts durch Brunelleschi, Donatello und Masaccio formulierten Prinzipien der Renaissancearchitektur geprägt, die weit über die Stadt hinaus Bedeutung erlangt haben. Die historische Altstadt von Florenz wurde 1982 in des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen, wobei es hierzu im Antrag heißt, dass "jede Rechtfertigung hierfür lächerlich und unverfroren sei", da sich hier die "weltgrößte Anhäufung universell bekannter Kunstwerke"[1] befinde.

[Bearbeiten] Kirchen

Zentrum der Florentiner Kirchen ist die romanisch-gotische Kathedrale Dom Santa Maria del Fiore mit ihrer eindrucksvollen Kuppel von Filippo Brunelleschi. Die vom 12. bis 14. Jahrhundert gebaute Kirche steht Touristen offen. Zum Domkomplex gehören weiter der Campanile des Giotto südlich an der Kathedrale und das westlich vor der Kirche gelegene Baptisterium San Giovanni mit Paradiespforte. Wichtige Skulpturen aus der Kirche wie die Pietà des Michelangelo sind im Dommuseum zu besichtigen.

Die Basilica di San Lorenzo stammt in ihrer ersten Version von 390 (von Ambrosius geweiht) und wurde 1425 von Brunelleschi im gotischen Stil umgebaut. An ihren Chor schließt sich zwischen den beiden Sakristeien des Brunelleschi und des Michelangelo die Medici-Kapelle an, die wie diese Grablegen der Familie Medici beherbergt. An einem Kreuzgang südlich der Kirche liegt die Biblioteca Medicea Laurenziana, gleichfalls nach Plänen des Michelangelo.




[Bearbeiten] Paläste

Der Palazzo Pitti liegt gegenüber dem Piazza della Signoria auf der anderen Seite des Arno. In ihm befindet sich die ehemalige Privatsammlung der Medici, die eine umfassende Darstellung der Renaissancekunst erlaubt. Darunter sind Gemälde von Raphael. Angeschlossen an den Palast ist der Boboli-Garten mit eindrucksvoller Landschaftsgestaltung und vielen Skulpturen, dahinter der Belvedere, der einen Blick über die Stadt erlaubt.

Mittelalter

Renaissance

[Bearbeiten] Weitere Sehenswürdigkeiten

Die Uffizien, errichtet unter der Herrschaft der Medici als Verwaltungsgebäude für das Großherzogtum Toscana, beherbergen eines der wichtigsten Museen weltweit für klassische Kunst, insbesondere die italienische Malerei.

Sie liegen neben der Piazza della Signoria, dem Zentrum der historischen Altstadt. Hier sandten die Florentiner Dante 1301 ins Exil, hier verbrannten sie 1497 auf Aufforderung des Girolamo Savonarola im "Fegefeuer der Eitelkeiten" Schmuck, Kosmetika, Spiegel, Musikinstrumente und ähnliches und im darauffolgenden Jahr nach päpstlichem Urteil Savonarola selbst. Auf dem Platz befand sich ursprünglich Michelangelos David an der Frontseite des Palazzo Vecchio. Er wurde jedoch mittlerweile durch eine Kopie ersetzt, das Original befindet sich in der Accademia dell' Arte del Disegno. Auf dem Platz befindet sich zudem Bartolommeo Ammanatis marmorner Neptunbrunnen. Er bildet den Endpunkt eines noch funktionsfähigen Aquädukt aus römischer Zeit. Außer dem Palazzo Vecchio liegt die Loggia dei Lanzi an diesem wichtigsten Platz der Stadt.

Das Bargello-Museum konzentriert sich auf Bildhauerei und beherbergt Werke von Donatello, Giambologna und auch Michelangelo.

Die einzige Brücke, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand, ist der Ponte Vecchio. Die das erste Mal von den Etruskern gebaute Brücke verbindet die Uffizien mit dem Palast der Medici. Sie zeichnet sich heute vor allem durch ihre beeindruckende Zahl an Ständen aus, die ihre Ränder bevölkern.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Der Hauptwirtschaftszweig von Florenz ist Fremdenverkehr. In den Sommermonaten liegt die Zahl der Touristen deutlich über der der Florentiner, die großen Museen der Stadt sind regelmäßig ausverkauft.

Florenz beherbergt das Hauptquartier der Haute couture-Firma Gucci, das damit eines der wenigen italienische Modehäuser ist, das nicht in Mailand ansässig ist. Bedeutende Zweigstellen in Florenz oder der näheren Umgebung betreiben darüber hinaus auch Prada, Pucci, und Roberto Cavalli.

Als Handelsstadt profitiert Florenz als größte Stadt der Toskana und kann so einen umfangreichen Weinhandel beherbergen.

Kulinarisch ist Florenz auch für die Produktion von Cantuccini bekannt.

[Bearbeiten] Verkehr

Florenz liegt an den Autobahnen Bologna-Rom und Pisa-Florenz. Hinzu kommen verschiedene Schnellstraßen. Durch Florenz verläuft die wichtigste Nord-Süd-Eisenbahnverbindung Italiens von Norditalien nach Rom. Im Nordwesten von Florenz liegt der kleine Flughafen Amerigo Vespucci, der unter anderem von Alitalia und Lufthansa angeflogen wird.

[Bearbeiten] Sport

Florenz beheimatet den bekannten Serie A-Verein AC Fiorentina.

[Bearbeiten] Bildung

Die 1321 gegründete Universität Florenz ist zentral, das Europäische Hochschulinstitut außerhalb gelegen. Accademia delle Belle Arti

[Bearbeiten] Klima

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Mittlere Höchsttemperatur (°C) 8 10 15 19 23 29 33 32 27 21 14 11 20,1
Mittlere Tiefsttemperatur (°C) 1 2 5 8 11 16 19 18 14 10 5 2 9,2
Mittlere Niederschlagsmenge (mm) 73,60 68,58 81,28 78,74 73,66 55,88 40,64 76,20 78,74 88,90 111,76 91,44 914,8

Florenz hat ein gemäßigtes Kontinentalklima mit sehr warmen Sommern und kalten und feuchten Wintern. Aufgrund seiner Lage und des damit verbundenen Mangels an Ventilation, ist es in Florenz im Sommer spürbar wärmer als an der Küste.

Die höchste gemessene Temperatur lag bei 44 °C im Juli 1983. Die tiefste fetgestellte Temperatur waren -23 °C im Januar 1985.

[Bearbeiten] Berühmte Florentiner

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Viele Päpste, Schauspieler, Schriftsteller wurden in Florenz geboren, siehe Söhne und Töchter von Florenz.

[Bearbeiten] Galerie

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Florenz unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.

[Bearbeiten] Demografische Entwicklung

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[Bearbeiten] Quellen

  1. Advisory Body Evaluation [1]

[Bearbeiten] Weblinks

[/Commons:Firenze?uselang=de Commons: Firenze] – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
[/Commons:Panorami_di_Firenze?uselang=de Commons: Panorami di Firenze] – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

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