Fachzeitschrift
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Eine Fachzeitschrift ist eine regelmäßige Druckschrift, die sich überwiegend mit einem klar eingegrenzten Fachgebiet befasst und an professionell interessierte Leser wendet. Die Zielgruppe unterscheidet von Publikumstiteln; ihre professionelle und fachliche Orientierung von einer sogenannten Special-Interest-Zeitschrift. Letztere hat ebenfalls fachlich geprägte Spezialthemen, wird jedoch zumeist privat veranlasst gelesen.
Eine Fachzeitschrift erscheint periodisch gedruckt und informiert im Unterschied zu einer Monografie rasch und aktuell. Fachzeitschriften und ihre Verlage sind in der zuständigen Abteilung Fachpresse des Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert.
Fachzeitschriften lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien gliedern, u.a.:
- in wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Titel,
- nach ihrer Orientierung auf bestimmte Wirtschaftszweige (z.B. Chemie), Berufsbilder (z.B. Sozialarbeiter), Themenfelder (z.B. Umweltpolitik) und organisatorische Funktionsbereiche (z.B. Controlling),
- nach Aufmachung und Gestaltung,
- nach Finanzierung (Abonnement, Werbung, Coupon, Mischformen),
- nach Vertriebskanälen (Buchhandel, Zeitschriftenhandel, Versand, Mischformen).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Prozess der Veröffentlichung
Meist unterziehen ein oder mehrere Fachleute des betreffenden Gebietes (Peer, Gutachter) die bei einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift eingereichten Beiträge vor dem Druck einer Begutachtung. Oft sind Quoten bekannt, wieviele Artikel sie prozentual ganz abweisen. Bei Feststellung von Mängeln erhält der Autor (der Hauptautor) Gelegenheit zur Überarbeitung, bzw. bei fachlichen Zweifeln zur Gegendarstellung, wobei die Namen der Gutachter im Regelfall ungenannt bleiben.
Vorteile des Peer Review sind erhöhte Qualität der Arbeiten und allgemein verständlichere Formulierungen. Nachteilig sind Aufwand und Dauer des Review-Verfahrens, bzw. die häufige Ablehnung unüblicher Forschungsansätze, wenn wenige Experten ein Fachgebiet dominieren.
Liegt einem Artikel die schriftliche Fassung eines Vortrags (etwa bei einer Fachveranstaltung oder einem Symposium) zugrunde, spricht man im internationalen Sprachgebrauch von einem „Invited“ bzw. „Presented Paper“. Nach positiver Begutachtung nennt man den Beitrag Reviewed Paper.
Der Vorausdruck eines einzelnen Artikels heisst Preprint, ein (nachträglicher) Einzeldruck hingegen Separatum oder Sonderdruck. Bei traditionellen Zeitschriftenveröffentlichungen erhalten die Autoren meist 20 bis 30 kostenlose Sonderdrucke als Belegexemplare, u.a. zur wissenschaftlichen Kommunikation mit Kollegen. Die früher für Korrekturzwecke oft üblichen "Druckfahnen" sind heute im selben Maß seltener geworden, wie die elektronische Publikation an Bedeutung gewinnt.
Die in einigen Fachgebieten stark zunehmende elektronische Publikation führt in letzter Zeit zum verstärkten Ruf nach Open Access - dem freien, kostenlosen Zugang wissenschaftlicher Literatur im Internet.
[Bearbeiten] Bekannte wissenschaftliche Fachzeitschriften
Die ersten Fachzeitschriften sind das erstmals im Januar 1665 in Paris erschienene „Journal des Sçavans“ und die Londoner „Philosophical Transactions of the Royal Society“ aus demselben Jahr.
Die internationalen naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften mit dem höchsten Impact Factor sind Nature und Science. Im deutschsprachigen Raum ist Spektrum der Wissenschaft (siehe Scientific American) populärwissenschaftlich ausgerichtet und steht somit zwischen Fachzeitschrift und Publikumszeitschrift.
Unter den wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften weist The American Economic Review das höchste Ranking auf.
[Bearbeiten] Literatur
- Zimpel: Fachzeitschriften ISSN 0946-3968 (siehe auch [1])
[Bearbeiten] Siehe auch
- Wissenschaftszeitschrift,
- Liste von Abkürzungen für Fachzeitschriften
- Zeitschriftendatenbank, Elektronische Zeitschrift, Bibliothekarische Fachzeitschrift,
- Zeitschriftenkrise
[Bearbeiten] Weblinks
|
|
|