Enzyklika

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Eine Enzyklika ist ein vom römisch-deutschen Kaiser oder dem römischen Papst (meist) in lateinischer Sprache verfasstes Rundschreiben. Gebräuchlich sind sie seit Papst Benedikt XIV. Im Falle des Papstes wendet es sich an die ganze Kirche. Enzykliken können grundsätzlichen Themen der Glaubensverkündigung gewidmet sein oder auch besondere pastorale Akzente aufweisen. Sie sind dann typischerweise nur als disziplinäre, nicht als unfehlbare Lehrautorität zu verstehen. Daraus ergibt sich, dass sie dem Wandel der Dinge folgen, dieses zeigt sich deutlich an den Sozialenzykliken der Päpste. Die kaiserlichen Enzykliken sind meistens Krönungsberichte gewesen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Päpstliche Enzykliken seit 1800

Das Wort Enzyklika, aus dem Griechischen "enkyklios" kommend, bedeutet wörtlich "im Umkreis" oder "im Kreis laufend". Die Enzyklika ist somit als Rundschreiben an die Bischöfe des Erdkreises zu verstehen. Manche Enzykliken, beginnend mit der Friedensenzyklika Papst Johannes XXIII. von 1963 "Pacem in terris", sind nicht nur an die Gläubigen, sondern auch "an alle Menschen, die guten Willens sind" gerichtet.

Die Enzykliken werden mit den ersten zwei oder drei Anfangsworten des ersten Satzes zitiert (so gen. "Incipit", seltener auch nur das erste Wort, z.B. bei der Enzyklika "Libertas" Leo XIII. von 1888, oder mit mehr Worten wie "Graves de communi re" Leo XIII. von 1901).

Hier sei beispielsweise die (im Original auf Deutsch verfasste) Enzyklika "Mit brennender Sorge" (lat.: Ardenti cura) genannt, die Papst Pius XI. angesichts der Situation im deutschen Reich am 14. März 1937 herausgab und die sich gegen die nationalsozialistische Ideologie richtete. Im übrigen erschien am 19. März desselben Jahres eine Enzyklika, die den Kommunismus verurteilte und wenig später eine Enzyklika zur Lage in Mexiko ("Nos es muy conocida"). Drei Enzykliken innerhalb zweier Wochen publiziert zu haben, das blieb Rekord in der gesamten Papstgeschichte.

Ihre Veröffentlichung erfolgt im Amtsblatt des Hl. Stuhles, öfters ist auch zugleich eine amtliche Übersetzung in anderer Sprache beigegeben.

Die moderne Form der Enzyklika als Lehrschreiben hat Papst Benedikt XIV. 1740 mit der Enzyklika Ubi primum etabliert. Bekannt ist auch seine Enzyklika Vix pervenit (1745), in der er massiv gegen Zins und Wucher Stellung bezieht.

Seit Gregor XVI. (1831-1846) haben die Päpste regelmäßig Enzykliken herausgegeben, Leo XIII. (1878-1903) insgesamt über 80, Pius XI. genau 30, Pius XII. wiederum 41. Seit Paul VI. werden auch päpstliche Lehrschreiben häufiger als zuvor in weniger feierlicher Form abgefasst (Exhortatio apostolica), etwa das jeweilige Apostolische Schreiben im Anschluss an eine Bischofssynode. Die noch kürzere Form der Breven ist heute für Lehraussagen ungebräuchlich.

Papst Leo XII. verurteilte bereits 1824 in seiner Enzyklika Ubi primum den religiösen Indifferentismus; Pius VIII. wehrte sich in seinem kurzen Pontifikat mit Traditi humilitate nostrae gegen angebliche Geheimgesellschaften, insbesondere die Freimaurer, die er als Gefahr für den Kirchenstaat ansah. Die intransigente Richtung setzte Gregor XVI. fort, der mit Mirari vos 1832 den Indifferentismus und Rationalismus verurteilte und 1834 den Liberalismus verwarf (gegen Lamennais). Wenn auch zunächst in defensiver Haltung, so beginnt unter Gregor XVI. doch das Ringen der kath. Kirche um die angemessene Distanz von der Staatspolitik, zunächst noch restaurativ als Abwehr gegen jedweden politischen Naturalismus formuliert. Die große, einheitliche Linie über Leo XIII. und Pius XI. bis Johannes Paul II. überrascht: Wenn man die kontextbedingte Ausdrucksweise relativierend würdigt, so bleibt der Gesamteindruck, dass das moderne Lehramt der Päpste sich mehr und mehr darauf konzentriert, den geistlichen Anspruch des Christentums zu profilieren, um so der Zukunft einer Zivilisation im Umbruch zu nützen.

Da die päpstliche Lehrtätigkeit mit Pius IX. seinen bis heute anhaltenden Aufschwung begonnen hat (seit dem I. Vatikanum von 1870), lohnt es sich, die seither ergangenen Enzykliken zu dokumentieren:

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Pius IX. (Auswahl)

Nr.NameDatumBeschreibung
1Qui pluribus9. November 1846Antrittsenzyklika
2Ubi primum17. Juni 1847über die Disziplin in der Religion
3In suprema Petri sede6. Januar 1848über die Einheit der Kirche und die Orthodoxie
4Ubi primum2. Februar 1849über die Unbefleckte Empfängnis
5Inter multiplices21. März 1853über die Liturgie und das Missale sowie die Einheit des Geistes in Frankreich
6Amantissimus8. April 1862über den Katholizismus im Orient
7Quanto conficiamur10. August 1863über den Indifferentismus und die Veröffentlichung falscher Lehren
8Quanta Cura8. Dezember 1864über die Freiheit der Kirche vom Staat, gegen Zeitirrtümer (beigefügt der Syllabus errorum)
9Ubi nos15. Mai 1871über die zeitlichen Güter der Kirche
10Vix dum a nobis7. März 1874über die Kirche und die liberale Gesetzgebung in Österreich
11Quod numquam5. Februar 1875über und gegen den Kulturkampf in Preußen

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Leos XIII.

Nr.NameDatumBeschreibung
1Inscrutabili Dei consilio21. April 1878Antrittsenzyklika über die Übel in der Gesellschaft
2Quod apostolici muneris28. Dezember 1878über die Rechte der Menschen in der Gesellschaft
3Aeterni Patris4. August 1879über die Philosophie und die Autorität des Heiligen Thomas von Aquin
4Arcanum divinae sapientia10. Februar 1880über die christliche Ehe
5Grande Munus30. September 1880über die Heiligen Kyrill und Methodius
6 Sancta Dei Civitas3. Dezember 1880Erste Missionsenzyklika über die Missionsgesellschaften
7 Diuturnum illud29. Juni 1881über die Herkunft der zivilen Gewalt
8 Licet Multa3. August 1881über die Katholiken in Belgien
9 Etsi nos15. Februar 1882über die Verhältnisse in Italien
10Auspicato concessum17. September 1882über den Heiligen Franz von Assisi
11Cum multa8. Dezember 1882über die Verhältnisse in Spanien
12Supremi apostolatus officio1. September 1883über die Verehrung des Rosenkranzes
13Nobilissima Gallorum Gens8. Februar 1884über die religiöse Frage in Frankreich
14Humanum genus20. April 1884gegen die Geheimgesellschaften und Freimaurerei
15Superiore anno30. August 1884über das Rosenkranzgebet
16Immortale Dei1. November 1885über die christliche Staatsverfassung
17Spectata fides27. November 1885über die christliche Erziehung
18Quod auctoritate22. Dezember 1885Die Verkündung eines außerordentlichen Heiligen Jahres
19Iampridem6. Januar 1886über den Katholizismus in Deutschland
20Quod multum22. August 1886über die Freiheit der Kirche
21Pergrata nobis14. September 1886über die Kirche in Portugal
22Vi è ben noto20. September 1887über den Rosenkranz und das öffentliche Leben
23Officio sanctissimo22. Dezember 1887über die Kirche in Bayern
24Quod anniversarius1. April 1888über das eigene Priesterjubiläum
25In plurimis5. Mai 1888für die Abschaffung der Sklaverei
26Libertas20. Juni 1888über Religionsfreiheit und Menschenwürde
27Saepe nos24. Juni 1888über die Boykotte in Irland
28Paterna caritas25. Juli 1888über die Vereinigung mit Rom
29Quam aerumnosa10. Dezember 1888über die italienischen Immigranten in Amerika
30Etsi cunctas21. Dezember 1888über die Kirche in Irland
31Exeunte iam anno25. Dezember 1888über die rechte Ordnung des christlichen Lebens
32Magni nobis gaudi7. März 1889über die katholische Universität von Amerika
33Quamquam pluries15. August 1889über den Heiligen Josef
34Sapientiae christianae10. Januar 1890über Christen als Bürger
35Dall'alto dell'Apostolico Seggio15. Oktober 1890über die Freimaurerei in Italien
36Catholicae Ecclesiae20. November 1890über die Sklaverei in den Missionsgebieten
37In Ipso3. März 1891über die Bischofskonferenzen in Österreich
38Rerum Novarum15. Mai 1891Die große Sozialenzyklika zur Arbeiterfrage
39Pastoralis25. Juli 1891über die Religionsgemeinschaften
40Pastoralis Officii12. September 1891über die moralischen Probleme des Duellierens
41Octobri mense22. September 1891über den Rosenkranz
42Au Milieu Des Sollicitudes16. Februar 1892über Kirche und Staat in Frankreich
43Quarto Abeunte Saeculo16. Juli 1892zum 400. Jahrestag der Entdeckung Amerikas
44Magnae Dei matris8. September 1892über den Rosenkranz und dem christlichen Leben
45Custodi di quella Fede8. Dezember 1892über die Freimaurerei
46Inimica Vis8. Dezember 1892über die Freimaurerei
47Ad Extremas24. Juni 1893über Priesterseminare für die Urbevölkerung
48Constanti Hungarorum2. September 1893über die Kirche in Ungarn
49Laetitiae sanctae8. September 1893über den Rosenkranz und die rechte Ordnung der menschlichen Sozialgemeinschaft
50Non Mediocri25. Oktober 1893über das spanische Priesterseminar in Rom
51Providentissimus Deus18. November 1893über die Heilige Schrift
52Caritatis19. März 1894über die Kirche in Polen
53Inter Graves1. Mai 1894über die Kirche in Peru
54Litteras a Vobis2. Juli 1894über den Klerus in Brasilien
55Iucunda semper expectatione8. September 1894über den Rosenkranz als Betrachtung und Gebet
56Christi Nomen24. Dezember 1894über die Verkündung des Glaubens und die Ostkirchen
57Longinqua6. Januar 1895über den Katholizismus in den USA
58Permoti Nos10. Juli 1895über die sozialen Verhältnisse in Belgien
59Adiutricem5. September 1895über den Rosenkranz
60Insignes1. Mai 1896über die Jahrtausendfeier in Ungarn
61Satis Cognitum29. Juni 1896über die Einheit der Kirche
62Apostolicae Curae13. September 1896Apostolisches Schreiben [1] über die anglikanischen Bischofs- und Priesterweihen
63Fidentem piumque animum20. September 1896über den Rosenkranz als das Gebet zur Vermittlerin der Gnaden
64Divinum Illud Munus9. Mai 1897über den Heiligen Geist
65Militantis Ecclesiae1. August 1897über den Heiligen Petrus Kanisius
66Augustissimae virginis mariae12. September 1897über die Bruderschaft des Heiligen Rosenkranzes (Rosenkranzbruderschaft)
67Affari Vos8. Dezember 1897über die Manitoba-Schulfrage
68Caritatis Studium25. Juli 1898über die Kirche in Schottland
69Spesse Volte5. August 1898gegen die Unterdrückung katholischer Institutionen
70Quam Religiosa16. August 1898über das bürgerliche Eherecht
71Diuturni Temporis5. September 1898über den Rosenkranz
72Quum Diuturnum25. Dezember 1898über die Vollversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe
73Annum Sacrum25. Mai 1899über die Christkönigs- und Herz-Jesu-Verehrung anlässlich des Hl. Jahres 1900
74Depuis le Jour8. September 1899über die Bildung des Klerus
75Paternae18. September 1899über die Bildung des Klerus
76Omnibus Compertum21. Juli 1900über die Einheit unter den Griechisch-Melkiten
77Tametsi Futura Prospicientibus1. November 1900über Christus den Erlöser
78Graves de communi re18. Januar 1901über die christliche Demokratie im Sinne sozialer Wohlfahrtstätigkeit
79Gravissimas16. Mai 1901über religiöse Orden in Portugal
80Reputantibus20. August 1901über die Sprachenfrage in Böhmen
81Urbanitatis Veteris20. November 1901über die Gründung eines Priesterseminars in Athen
82Annum ingressi19. März 1902Anlässlich des 25. Thronjubiläums (Rückblick, Ausschau)
83In Amplissimo15. April 1902über die Kirche in den USA
84Quod Votis30. April 1902über die vorgeschlagene katholische Universität
85Mirae Caritatis28. Mai 1902über die Eucharistie
86Quae Ad Nos22. November 1902über die Kirche in Böhmen und Mähren
87Fin dal Principio8. Dezember 1902über die Ausbildung des Klerus
88Dum Multa24. Dezember 1902über die Ehegesetzgebung

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Pius X.

Nr.NameDatumBeschreibung
1E supremi apostolatus4. Oktober 1903Antrittsenzyklika über die Pflichten des Papstes
2Ad diem illum laetissimum2. Februar 1904Marianische Enzyklika über die Marienverehrung
3Iucunda Sane12. März 1904über Papst Gregor den Großen
4Acerbo Nimis15. April 1905über die Unterrichtung des christlichen Glaubens
5Il Fermo Proposito11. Juni 1905über die katholische Aktion
6Vehementer nos11. Februar 1906Gegen die Laizität in Frankreich
7Tribus Circiter5. April 1906über die Kirche in Polen
8Pieni L'Animo28. Juli 1906über den Klerus in Italien
9Gravissimo Officii Munere10. August 1906über die französischen Anbetungsvereine
10Une Fois Encore6. Januar 1907über die Trennung von Kirche und Staat
11Pascendi Dominici gregis8. September 1907über die Irrtümer des Modernismus
12Communium Rerum21. April 1909über den Heiligen Anselm von Aosta
13Editae Saepe26. Mai 1910über den Heiligen Karl Borromäus
14Iamdudum24. Mai 1911über das Trennungsrecht in Portugal
15Lacrimabili Statu7. Juni 1912über die Indianer in Südamerika
16Singulari Quadam24. September 1912über den Gewerkschaftsstreit in Deutschland

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Benedikts XV.

Nr.NameDatumBeschreibung
1Ad beatissimi Apostolorum principis1. November 1914Antrittsenzyklika gegen den Weltkrieg und für die Einheit der Kirche
2Humani Generis Redemptionem15. Juni 1917über die Predigt des Wortes Gottes
3Quod Iam Diu1. Dezember 1918über die bevorstehende Friedenskonferenz
4In Hac Tanta14. Mai 1919zur 1200-Jahrfeier der Evangelisierung Deutschlands
5Paterno Iam Diu24. November 1919über die Not der Kinder Zentraleuropas
6Pacem, Dei Munus Pulcherrimum23. Mai 1920über den Frieden und das Völkerrecht
7Spiritus Paraclitus15. September 1920über die Heilige Schrift
8Principi Apostolorum Petro5. Oktober 1920über den Heiligen Ephrem den Syrer
9Annus Iam Plenus1. Dezember 1920erneut über die Kinder in Zentraleuropa
10Sacra Propediem6. Januar 1921über den Dritten Orden des Heiligen Franziskus
11In Praeclara Summorum30. April 1921über Dante Alighieri
12Fausto Appetente Die29. Juni 1921über den Heiligen Dominikus

Schon das erste Apostolische Schreiben des Papstes "Ubi primum" vom 8. September 1914 war ein Friedensaufruf angesichts des Krieges. Während desselben übte er Zurückhaltung betreffend weitere Enzykliken. Der berühmteste Text dieses Papstes war das Apostolische Schreiben an die Häupter der kriegführenden Staaten Dès le début vom 1. August 1917, die mutigste Friedensinitiative des Papstes. Von bleibender Bedeutung ist auch das Apostolische Schreiben Maximum illud über die katholischen Missionen (1919).

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Pius XI.

Nr.NameDatumBeschreibung
1Ubi arcano Dei consilio23. Dezember 1922Antrittsenzyklika über den Frieden Christi im Reiche Christi
2Rerum Omnium26. Januar 1923über den Heiligen Franz von Sales
3Studiorum ducem29. Juni 1923über den Heiligen Thomas von Aquin
4Ecclesiam Dei admirabili1923über den Heiligen Josaphat
5Maximam Gravissimamque18. Januar 1924über die Probleme diözesaner Vereinigungen in Frankreich
6Quas Primas11. Dezember 1925über das Christkönigsfest
7Rerum Ecclesiae28. Februar 1926Missionsenzyklika über die Pflicht und Art der Förderung der Heiligen Mission
8Iniquis afflictisque1926über die Lage in Mexiko
9Rite Expiatis30. April 1926über den Heiligen Franz von Assisi
10Iniquis Afflictisque18. November 1926über die Verfolgung der Kirche in Mexiko
11Mortalium Animos6. Januar 1928über die christliche Einheit
12Miserentissimus Redemptor8. Mai 1928über die Verehrung des Herzens Jesu
13Rerum orientalum1928über die katholischen Orientalen
14Mens Nostra20. Dezember 1929über die Förderung geistlicher Exerzitien
15Divini Illius Magistri31. Dezember 1929über die christliche Erziehung
16Ad salutem1930über den Hl. Augustinus
17Casti connubii31. Dezember 1930über die christliche Ehe
18Quadragesimo anno15. Mai 1931Sozialenzyklika
19Non abbiamo bisogno29. Juni 1931gegen den italienischen Faschismus und über die Soziallehre ( siehe auch Sozialenzyklika)
20Nova Impendet2. Oktober 1931gegen die Weltwirtschaftskrise
21Lux veritatis1931über das Konzil von Ephesus
22Caritate Christi Compulsi3. Mai 1932über das Herz Jesu
23Acerba Animi29. September 1932über die Verfolgung der Kirche in Mexiko
24Dilectissima Nobis3. Juni 1933über die Unterdrückung der Kirche in Spanien
25Ad Catholici Sacerdotii20. Dezember 1935über das Priestertum
26Vigilanti cura29. Juni 1936über das Kino
27Mit brennender Sorge14. März 1937gegen den Nationalsozialismus und über die sozialen Pflichten ( siehe auch Sozialenzyklika)
28Nos Es Muy Conocida28. März 1937über die religiöse Situation in Mexiko
29Divini redemptoris19. März 1937gegen den atheistischen Kommunismus und der sozialen Verantwortung (siehe auch Sozialenzyklika)
30Ingravescentibus malis29. September 1937über das Gebet des Rosenkranzes als Zuflucht zur Kirche

Pius XI. beauftragte 1938 den Jesuiten John La Farge, zusammen mit Gustav Gundlach, eine weitere Enzyklika über die Einheit des Menschengeschlechts und gegen den Rassismus zu verfassen. Einige ihrer Grundgedanken gelangten in die Antrittsenzyklika des Nachfolgers, wesentliche Aussagen des Entwurfs sind erst später zum Allgemeingut der kirchlichen Lehre geworden (vgl. Nostra aetate).

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Pius XII.

Nr.NameDatumBeschreibung
1Summi pontificatus20. Oktober 1939Antrittsenzyklika über die Einheit der menschlichen Gesellschaft und gegen den Krieg
2Sertum Laetitiae1. November 1939Über den 150. Jahrestag der Schaffung der kirchlichen Hierarchie in den USA
3Saeculo Exeunte Octavo13. Juni 1940Zum 800. Jahrestag der Unabhängigkeit Portugals und der Mission ( Missionsenzyklika )
4Mystici Corporis Christi29. Juni 1943über die Kirche
5Divino Afflante Spiritu30. September 1943über die Heilige Schrift
6Orientalis Ecclesiae9. April 1944über den Heiligen Kyrill
7Communium Interpretes Dolorum15. April 1945für Friedensgebete während des Monats Mai
8Orientales Omnes Ecclesias23. Dezember 1945über den 350. Jahrestag der Vereinigung der ruthenischen Kirche mit dem Apostolischen Stuhl
9Quemadmodum6. Januar 1946über die Hilfe für bedürftige Kinder
10Deiparae virginis mariae1. Mai 1946Marianische Enzyklika über die Möglichkeit eines Dogmas der Aufnahme Mariens in den Himmel
11Fulgens Radiatur21. März 1947über den Heiligen Benedikt
12Mediator Dei20. November 1947über die Liturgie
13Optatissima Pax18. Dezember 1947Für öffentliche Gebete für die Versöhnung zwischen den Völkern
14Auspicia Quaedam1. Mai 1948Für öffentliche Gebete für den Weltfrieden und die Lösung des Palästina-Problems
15In Multiplicibus Curis24. Oktober 1948Für Gebete für den Frieden in Palästina
16Redemptoris Nostri Cruciatus15. April 1949über die Heiligen Stätte in Palästina
17Anni Sacri12. März 1950Für eine christliche Erneuerung und die Eintracht zwischen den Völkern
18Summi Maeroris19. Juli 1950Erneut für Gebete für den Frieden und die Eintracht zwischen den Völkern
19Humani Generis12. August 1950über neuere theologische Tendenzen
20Mirabile Illud6. Dezember 1950Für öffentliche Gebete für den Weltfrieden
21Evangelii Praecones2. Juni 1951über die Förderung der katholischen Missionen
22Sempiternus Rex Christus8. September 1951Zum 1500. Jahrestag des Ökumenischen Konzils von Kalkedon
23Ingruentium malorum15. September 1951über das Rosenkranzgebet, besonders im Monat Oktober
24Orientales Ecclesias15. Dezember 1952über die Orientalischen Kirchen
25Doctor Mellifluus24. Mai 1953Zum 800. Todestag des Heiligen Bernhard von Clairvaux
26Fulgens Corona8. September 1953Marianische Enzyklika zum "Marianischen Jahr"
27Sacra Virginitas25. März 1954über die geweihten Jungfrauen
28Ecclesiae Fastos5. Juni 1954Zum 1200. Todestag des Heiligen Bonifatius
29Ad Sinarum Gentem7. Oktober 1954über die Kirche in China
30Ad caeli reginam11. Oktober 1954Marianische Enzyklika über die Muttergottes als Königin
31Musicae Sacrae25. Dezember 1955über die Kirchenmusik
32Haurietis Aquas15. Mai 1956über die Herz Jesu-Verehrung
33Luctuosissimi Eventus28. Oktober 1956für öffentliche Gebete für das ungarische Volk
34Laetamur Admodum1. November 1956für Gebete für den Völkerfrieden
35Datis Nuperrime5. November 1956mit einer Verurteilung der Kämpfe in Ungarn
36Fidei Donum21. April 1957über den Zustand der katholischen Missionen, insbesondere in Afrika
37Invicti Athletae Christi16. Mai 1957über den 300. Jahrestags des Martyriums des Heiligen Andreas Bobola
38Le Pèlerinage de Lourdes2. Juli 1957über den 100. Jahrestag der Erscheinung der Muttergottes in Lourdes
39Miranda Prorsus8. September 1957Zweite Medienenzyklika über Film, Funk und Fernsehen
40Ad Apostolorum Principis29. Juni 1958über den Kommunismus und die Kirche in China
41Meminisse Iuvat14. Juli 1958für Gebete für die verfolgte Kirche

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Johannes XXIII.

Nr.NameDatumBeschreibung
1Ad Petri Cathedram29. Juni 1959Antrittsenzyklika über das bevorstehende Konzil
2Sacerdotii Nostri Primordia1. August 1959über den Hl. Pfarrer von Ars
3Grata recordatio26. September 1959über den Rosenkranz
4Princeps Pastorum28. November 1959über die Missionen, den einheimischen Klerus und die Laienbeteiligung
5Mater et Magistra15. Mai 1961Sozialenzyklika
6Aeterna Dei Sapientia11. November 1961über die 1500-Jahr-Feier des Papstes Leo I. und Petrus als Zentrum christlicher Einheit
7Poenitentiam Agere1. Juli 1962über das Erfordernis innerer und äußerer Buße
8Pacem in terris11. April 1963Friedensenzyklika und Sozialenzyklika

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Pauls VI.

Nr.NameDatumBeschreibung
1Ecclesiam Suam6. August 1964Antrittsenzyklika über die Wege der Kirche, ihre Identität und den Dialog
2Mense Maio29. April 1965Marianische Enzyklika über die Marienverehrung im Monat Mai
3Mysterium Fidei3. September 1965über die Eucharistie
4Christi Matri15. September 1966Marianische Enzyklika über das "marianische Friedensgebet" im Oktober
5Populorum Progressio26. März 1967über den Fortschritt der Völker, eine wichtige Sozialenzyklika
6Sacerdotalis Caelibatus24. Juni 1967über die ehelose Lebensform der Priester in der Nachfolge Jesu Christi
7Humanae Vitae25. Juli 1968über die Weitergabe des Lebens der Menschheit (die sog. "Pillenenzyklika")

Die fünf größeren Enzykliken stehen allesamt thematisch im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Die Enzykliken zum Zölibat und zur Geburtenregelung ergingen zu Themen, die der Papst dem Konzil entzogen hatte.

Unter den zehn größeren Apostolischen Schreiben (neben ca. zwanzig weiteren) Pauls VI. sind insbesondere zu nennen:

NameDatumBeschreibung
Octogesima Adveniens1971zur Soziallehre
Marialis Cultus1974Drittes und ausführlichste Schreiben zur Marienverehrung
Gaudete in Domino1975über die christliche Freude
Evangelii Nuntiandi1975Nachsynodal: vgl. Bischofssynode

[Bearbeiten] Papst Johannes Paul I.

Er hat in seinem 33-tägigen Pontifikat 1978 keine Enzyklika verfasst. Seine vier Katechesen zur Generalaudienz sind jedoch in Buchform veröffentlicht worden.

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Johannes Pauls II.

Nr.NameDatumBeschreibung
1Redemptor Hominis4. März 1979Antrittsenzyklika über die Erlösung des Menschen
2Dives in Misericordia30. November 1980über das Erbarmen Gottes
3Laborem Exercens14. September 1981über die Arbeit (1. Sozialenzyklika)
4Slavorum Apostoli2. Juni 1985über die Hll. Kyrill und Method
5Dominum et Vivificantem18. Mai 1986über den Heiligen Geist
6Redemptoris Mater25. März 1987über die Marienverehrung
7Sollicitudo Rei Socialis30. Dezember 19872. Sozialenzyklika
8Redemptoris Missio7. Dezember 1990über den Missionsauftrag
9Centesimus Annus1. Mai 19913. Sozialenzyklika
10Veritatis Splendor6. August 1993über die Wahrheit als Fundament der sittlichen Ordnung
11Evangelium Vitae25. März 1995über die Würde des menschlichen Lebens
12Ut Unum Sint25. Mai 1995über den Ökumenismus
13Fides et Ratio14. September 1998über Glaube und Vernunft
14Ecclesia de Eucharistia17. April 2003über die Eucharistie

[Bearbeiten] Enzykliken Papst Benedikts XVI.

Nr.NameDatumBeschreibung
1Deus Caritas est25. Dezember 2005Antrittsenzyklika über die christliche Liebe

[Bearbeiten] Antrittsenzykliken

Mit der ersten Enzyklika Qui pluribus (1846) des Sel. Papstes Pius IX. begann eine neue Form von Enzykliken, die über die Führung des Pontifikats Aussagen machten, fortan nannte man die erste Enzyklika eines Papstes auch Antrittsenzyklika. Es folgten dann weitere:

PapstNameDatumThema
Papst Leo XIII.Inscrutabili Dei consilio21. April 1878über die Übelstände in der Gesellschaft
Papst Pius X.E supremi apostolatus4. Oktober 1903Erklärt der neue Papst "Alles in Christus erneuern" zu seinem Programm.
Papst Benedikt XV.Ad beatissimi Apostolorum principis1. November 1914Gegen den Weltkrieg und für die Einheit der Kirche.
Papst Pius XI.Ubi arcano Dei 23. Dezember 1922über den Frieden Christi im Reiche Christi .
Papst Pius XII.Summi pontificatus20. Oktober 1939Gegen den Krieg; der Friede als Werk der Gerechtigkeit und über die Einheit der menschlichen Gesellschaft.
Papst Johannes XXIII.Ad Petri Cathedram25. Januar 1959Richtete seine erste Enzyklika an die Christen, die in Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl stehen. Wahrheit, Einheit und Frieden waren die Themen, die er im Blick auf das von ihm einberufene Konzil behandelte.
Papst Paul VI.Ecclesiam Suam6. August 1964In seiner Antritts-Enzyklika ("Seine Kirche") charakterisiert Papst Paul VI. die Kirche als zum Dialog mit der modernen Welt berufen und befähigt. Unter dem Kommunismus jedoch sei sie eine „unterdrückte, gedemütigte Gemeinschaft, in der die Rechte des Geistes von denen vergewaltigt werden, in deren Händen die Macht liegt“
Papst Johannes Paul II.Redemptor Hominis4. März 1979Sie wirkte im Rückblick wie ein Programm des Pontifikats, in ihr behandelte u.a. er die politischen Herrschaftsformen, die sich im Osten wie im Westen gebildet hatten. Die Idee der Menschenwürde und der Menschenrechte wird christlich profiliert.
Papst Benedikt XVI.Deus Caritas est25. Dezember 2005In seiner ersten Enzyklika („Gott ist Liebe“) befasst sich mit der Liebe als "Mitte des christlichen Glaubens", die entscheidend mit Gott zu tun (und in ihm ihren Ursprung) hat.

[Bearbeiten] Marianische Enzykliken

Als Marianische Enzyklika werden Enzykliken benannt, die als Schwerpunkt der Marienverehrung gewidmet sind. Die Erneuerung der Marienverehrung wurde durch Papst Pius IX. angestoßen, der das Dogma über die Immaculata Conception, also die „Unbefleckte Empfängnis“ am 8. Dezember 1854 verkündigte. Auf den Höhepunkt wurde die Marienverehrung auch durch das Dogma vom 1. November 1950 über die Aufnahme Mariens in den Himmel durch Papst Pius XII. geführt. Von den Päpsten des 20. Jahrhunderts, die sich als eifrige Marienverehrer erwiesen, stammen programmatische Enzykliken zu marianischen Themen:

[Bearbeiten] Missionsenzykliken

Im kirchlichen Sprachgebrauch wird mit dem Wort „Mission“ ein zweifaches bezeichnet: Erstens die Weltmission und zweitens die Volksmission (siehe hierzu auch Hauptartikel Mission). Zum Missionsauftrag haben die Päpste diverse Enzykliken, Apostolische Schreiben und Dekrete veröffentlicht, sie alle Beschreiben den Missionsauftrag und die christliche Missionsarbeit.

Enzykliken

  • Die bedeutende Missionsenzyklika „Sancta Dei Civitas“ (Heiliger Gottesstaat) von Papst Leo XIII. wurde am 3. Dezember 1880 veröffentlicht und trägt den Untertitel: „Über die Missionsarbeit“
  • Papst Leo XIII. wandte sich am 20. November 1890 mit der Missionsenzyklika Catholicae Ecclesiae an die Missionare in Afrika und schreibt „über die Sklaverei in der Mission“.
  • Christi Nomen (Gottes Name) ist die Enzyklika von Papst Leo XIII., die er am 24. Dezember 1894 veröffentlicht und in der er "über die Verbreitung des Glaubens und die Ostkirchen" schreibt.
  • Starke Impulse gingen von der Missionsenzyklika Pius XI.Rerum Ecclesiae “ aus. Sie trägt den Untertitel: „Über die Pflicht und Art der Förderung der heiligen Mission“ und wurde am 28. Februar 1926 veröffentlicht.
  • Mit der Enzyklika „Saeculo Exeunte Octavo“, vom 2. Juni 1940, würdigt Papst Pius XII. die 800. Jahrfeier Portugals. In diesem Apostolischen Rundschreiben wendet er sich an den portugiesischen Episkopat und betont die Wichtigkeit der Missionsarbeit.
  • Eine weitere Missionsenzyklika ist „Evangelii Praecones“ (Herolde des Evangeliums) diese veröffentlichte Papst Pius XII. am 2. Juni 1951, hierin schreibt er „über die Förderung der katholischen Mission“, sie erinnert gleichzeitig an das 25-jährige Jubiläum der Enzyklika Rerum Ecclasiae von Pius XI.
  • Mit der Enzyklika „Fidei Donum“, Papst Pius XII. vom 21. April 1957, rief er auf, Priester nach Afrika, Asien und Südamerika zu entsenden, um den dortigen Priestermangel zu beheben. „Fidei Donum“ ist lateinisch und bedeutet „Geschenk des Glaubens“.
  • Mit eindringlichen Anweisungen weist Papst Johannes XIII. , in seiner Enzyklika „Princeps Pastorum“ ( Der Erste Hirte) vom 28. November 1959, auf die Bedeutung der Missionsarbeit, der Wichtigkeit des einheimischen Klerus und der Laienbeteiligung hin.
  • Mit seiner achten Enzyklika „Redemptoris Missio“ (Die Sendung des Erlösers) vom 7. Dezember 1990 schreibt Papst Johannes Paul II. über die fortlaufende Gültigkeit des missionarischen Auftrages.

Apostolische Schreiben

Mit folgenden Apostolischen Schreiben werden die Aussagen der Missionsenzykliken nochmals unterstrichen und verdeutlicht:

Nachsynodale Apostolische Schreiben

Papst Johannes Paul II. verfasste mehrere „ Nachsynodale Apostolische Rundschreiben “ über die Evangelisierung und die Missionstätigkeit :

Dekrete

Das Zweite Vatikanische Konzil erließ über die Missionstätigkeit und dem Laienapostolat zwei Dekrete:

„Ad gentes“ [2] und „Apostolicum actuositatem“ [3]

[Bearbeiten] Rosenkranzenzykliken

Die Praxis den Rosenkranz im Monat Oktober zu beten, entwickelte sich zum Ende des 18. Jahrhunderts. Papst Leo XIII. ( Pontifikat: 1878-1903) förderte die Hingabe zur Gottesmutter, indem er den konstanten Gebrauch des Rosenkranzes anregte. Leo XIII. und seine Nachfolger veröffentlichten meherere Enzykliken (Rosenkranzenzykliken) und Apostolische Schreiben.

[Bearbeiten] Enzykliken über den Rosenkranz von Papst Leo XIII.

[Bearbeiten] Apostolische Schreiben über den Rosenkranz von Papst Leo XIII.

[Bearbeiten] Enzykliken und Apostolische Schreiben der nachfolgenden Päpste

[Bearbeiten] Sozialenzykliken

Das Zusammenwachsen von Kirche und Gesellschaft begründete neue Betätigungsfelder der Katholischen Kirche, die Folge war die Entwicklung einer eigenständigen Soziallehre und das Unterstreichen der sozialen Verantwortung. Nicht alle herausgegebenen Enzykliken haben einen ausgesprochenen sozialpolitischen Charakter und so hat sich deren Bezeichnung auch als „Sozialenzyklika“ und „kleine Sozialenzyklika“ etabliert. Darüber hinaus wurden zwei Apostolische Schreiben veröffentlicht, deren Inhalt dem Charakter einer Sozialenzyklika zugesprochen werden kann.

[Bearbeiten] Die bedeutendsten Sozialenzykliken und Apostolischen Schreiben

  • Papst Leo XIII. verfasste die epochale und als "Mutter aller Sozialenzykliken" bezeichnete Enzyklika Rerum Novarum . Sie wurde am 15. Mai 1891 veröffentlicht und ließ Papst Leo XIII. als den "Arbeiterpapst" eingehen. Obgleich sich auch Leo XIII. noch sehr verhaltend gegenüber den modernen Bestrebungen verhielt, verteidigte er die Rechte der Arbeiter und fordert für sie das Recht des Eigentums.
  • Quadragesimo anno (Im vierzigsten Jahr) heißt die am 15. Mai 1931 von Papst Pius XI. veröffentlichte Enzyklika und wurde unter dem Eindruck der damaligen Wirtschaftskrise verfasst. Ihr Name leitet sich aus den Anfangsworten ab und bezieht sich auf den vierzigsten Jahrestag der Veröffentlichung der Enzyklika Rerum novarum unter Papst Leo XIII. In dieser Enzyklika wird über die Arbeiterfrage hinausgehend die gesamte gesellschaftliche Ordnung angepackt. Pius XI. drängt auf Gesellschaftsreformen und greift das Subsidaritätsprinzip auf.
  • Die Enzyklika Non abbiamo bisogno (Wir haben keinen Bedarf ) wurde am 29. Juni 1931 von Papst Pius XI. in italienischer Sprache herausgegeben. Sie befasst sich mit der Katholischen Aktion, dem Faschismus in Italien und dem Nationalsozialismus in Deutschland und vertritt die Soziallehre während dieser Geschichtsperiode.
  • Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ wurde von Papst Pius XI. am 14. März 1937 unterzeichnet. In ihr wird besonders die Situation der römisch-katholischen Kirche und ihrer Mitglieder in Deutschland in der konkreten Situation zur Zeit des Nationalsozialismus behandelt. Ihr Besonderheit liegt darin, dass sie in deutscher Sprache verfasst wurde. Obwohl sie in ihrer Ausdrucksform sanft begann, ließ sie an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Sie gelangte schließlich zur härtesten Verdammung eines nationalen Regimes.
  • Die Enzyklika Divini redemptoris wurde von Papst Pius XI. verfasst und am 19. März 1937 veröffentlicht. Energisch stellte sich der Papst gegen den atheistischen Kommunismus und bezeichnete diesen „als im innersten Kern schlecht“. Er warnte vor dessen Verbreitung und vor einer Zusammenarbeit mit diesen Regimen, um die christlich soziale Kultur zu retten.
  • Die Enzyklika Mater et Magistra (Mutter und Lehrmeisterin) von Papst Johannes XXIII. wurde aus Anlass des siebzigjährigen Jubiläums der Enzyklika Rerum novarum am 15. Mai 1961 veröffentlicht. Diese Enzyklika beschreibt sehr lebensnah die Situation der Arbeitswelt und der Arbeiter, die in ihr leben müssen. In seiner Weltanalyse erkennt er die entstehenden Unterschiede zwischen Nord und Süd und weist auf die Überlegungen einer möglichen Entwicklungshilfe hin.
  • Pacem in terris ("Über den Frieden auf Erden") ist der Titel der von Papst Johannes XXIII. am 11. April 1963 veröffentlichten Enzyklika "über den Frieden unter allen Völkern in Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit“. Wenn diese Enzyklika auch als eine bedeutende „Friedensenzyklika“ bekannt wurde, so trägt sie doch große Elemente der Soziallehre in sich, die, so erkennt er, in der globalen Entwicklung Berücksichtigung finden müsse. Des Weiteren betont Johannes XXIII. die Bedeutung der Achtung der Menschenrechte als notwendige Konsequenz des christlichen Verständnisses vom Menschen. Indem der Papst die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von 1948 gutheißt und unterstützt, integriert er in die katholische Soziallehre das Konzept unveräußerlicher Menschenrechte und Grundfreiheiten
  • Populorum Progressio ( Die Entwicklung der Völker) ist der Titel der Enzyklika des Papstes Paul VI. vom 26. März 1967. Sie trägt den Untertitel „über die Entwicklung der Völker“. In Ergänzung der Sozialenzykliken Mater et Magistra von 1961 und Pacem in terris von 1963 , erweitert Paul VI. den Friedensauftrag der Kirche um das Engagement für den Ausgleich zwischen Nord und Süd. Es geht darin auch weniger um das Selbstverständnis der Kirche, als vielmehr um die Ordnung der sozialen Verhältnisse

Da Papst Paul VI. nach seiner Enzyklika Humanae Vitae keine weiteren Enzykliken veröffentlichte, nahm er den 80. Jahrestag der Enzyklika Rerum novarum als Anlass um am 14. Mai 1971 ein Apostolisches Schreiben mit den Anfangsworten "Octogesima Adveniens", adressiert an den kanadischen Kurienkardinal Maurice Roy zu senden. Er bezieht zu den politischen und sozialen Herausforderungen der Gegenwart deutlich Position . Nach Inhalt, Form und Aussagekraft, hätte dieses Dokument auch einer Enzyklika gleichgestellt werden können. Doch noch konkretere Probleme spricht er in diesem Schreiben an, hierzu gehörten die Urbanisierung, die Stellung der Frau, die Diskriminierung, das Recht auf Auswanderung und die Beschaffung von Arbeitsplätzen.

Ein weiteres Apostolische Schreiben Evangelii Nuntiandi von Papst Paul VI. behandelt die Evangelisierung der Welt von heute und stammt vom 1975. Er beschreibt Christus als Urheber der Evangelisierung, die Kirche und deren Repräsentanten als Träger der Evangelisierung. Darüber hinaus spricht er Inhalte, Wege, Methoden und Adressaten der Evangelisierung an und flechtet die soziale Verantwortung in seine Aufforderungen ein.

  • In seiner Sozialenzyklika Enzyklika Laborem exercens vom 14. September 1981 schreibt Papst Johannes Paul II. über die Arbeit als eines der Kennzeichen des Menschen, die ihn von anderen Geschöpfen unterscheidet. Die Enzyklika ist nicht nur der Wiederkehr der Veröffentlichung von Rerum novarum gewidmet. Sie erscheint auch, weil gerade in diesen Jahren die soziale Frage neue Dimensionen angenommen hatte.
  • Sollicitudo Rei Socialis (Besorgnis über gesellschaftliche Angelegenheiten) ist eine Enzyklika vom 30. Dezember 1987, in der Papst Johannes Paul II. die Katholische Soziallehre weiterentwickelt und sich dabei auf die Problemstellungen des Nord-Süd-Konfliktes konzentriert. Die neue Sozialenzyklika, zwanzig Jahre nach Populorum progressio , fand in der kirchlichen wie außerkirchlichen Öffentlichkeit ein positives Echo. In ihr wird zum Bewusstsein gebracht, dass es hinsichtlich der Soziallehre Missverständnisse und Fehlinterpretationen gebe.
  • Die Enzyklika Centesimus Annus (Das hundertste Jahr) ist ein am 1. Mai 1991 veröffentlichtes Apostolisches Rundschreiben von Papst Johannes Paul II. , 100 Jahre nach der Enzyklika Rerum Novarum und zum Ende der kommunistischen Staatsformen in Europa. Der Papst macht deutlich, dass die Soziallehre eine wechselseitige Beziehung zu Gott und den Menschen sei, so dass Gott in jedem Menschen und jeder Mensch in Gott die Voraussetzung zu einer menschlichen Entwicklung schaffe.

[Bearbeiten] Auswirkung der Sozialenzykliken

Diese Enzykliken wirken sich auf die Gesellschaft nicht in der Art aus, als dass man sie mit Sozialreformen vergleichen könnte. Die Elementarteile dieser Schreiben sind durch zwei wesentliche Aspekte gekennzeichnet, hierzu gehört unverkennbar die soziale Gerechtigkeit und der Schutz des sozialen Lebens. Bis hin zur letzten Sozialenzyklika von Papst Johannes Paul II. werden die Menschenrechte, die nicht nur ein Personalrecht sind, zu einem Recht der Völker und Nationen erweitert. Neben den zwei Elementen der Gerechtigkeit und Sicherheit, lassen sich die Rechte des Friedens und der Freiheit erkennen.

[Bearbeiten] Literatur

Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden, Kompendium der Soziallehre der Kirche , Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2006, ISBN 3-451-29078-2

[Bearbeiten] Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Enzyklika aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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