ESA
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Die European Space Agency (ESA) ist die Europäische Weltraumorganisation mit Sitz in Paris (Frankreich).
Sie wurde am 30. Mai 1975 zur besseren Koordinierung der europäischen Raumfahrtaktivitäten gegründet, da der technologische Rückstand in der Raumfahrt gegenüber der UdSSR und den USA auf Grund der immensen Anstrengungen beider Länder Mitte des 20. Jahrhunderts immer größer wurde. Sie hat 17 Mitgliedstaaten und beschäftigte 2004 1.904 Mitarbeiter (2003: 1.790).
Sie ist die Nachfolgeorganisation der ELDO und der ESRO. Wie diese ist sie gemäß Art. II ihres Statuts auf „ausschließlich friedliche Zwecke“ der Raumfahrt beschränkt.
Die ESA ist gemeinsam mit der NASA Gründungsmitglied des Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS).
Generaldirektor der ESA ist seit 2003 Jean-Jacques Dordain.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Standorte
- ESA Hauptquartier in Paris, Frankreich
- ESTEC (European Space Research and Technology Centre) in Noordwijk, Niederlande
- ESOC (European Space Operations Centre) in Darmstadt
- EAC (European Astronaut Centre) in Köln
- ESRIN (European Space Research Institute) in Frascati nahe Rom in Italien
- Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana
- Esrange Basis für Höhen- und Mikroschwerkraftforschung bei Kiruna, Schweden
Daneben betreibt die ESA Büros in den USA, Russland und Belgien.
[Bearbeiten] Geschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen viele europäische Wissenschaftler Westeuropa um entweder in den Vereinigten Staaten oder der Sowjetunion zu arbeiten. Obwohl der Aufschwung in den 50er Jahren es westeuropäischen Ländern ermöglichte in Forschung und insbesondere in die Raumfahrt zu investieren, erkannten die europäischen Wissenschaftler, dass nationale Projekte es nicht schaffen würden, mit den beiden Supermächten zu konkurrieren. Bereits 1958, nur wenige Monate nach dem Sputnik Schock trafen sich Edoardo Amaldi und Pierre Auger, zwei bedeutende Mitglieder der westeuropäischen Wissenschaftsgemeinde, um die Gründung einer gemeinsamen Westeuropäischen Weltraumorganisation zu besprechen. Das Treffen wurde von wissenschaftlichen Repräsentaten aus acht Ländern begleitet.
Die Westeuropäischen Nationen entschieden sich, zwei getrennte Agenturen zu schaffen, eine die sich mit dem Bau von Trägersystemen beschäftigen sollte (ELDO European Launch Development Organisation) und eine die sich mit der Entwicklung von wissenschaftlichen Satelliten beschäftigen sollte (ESRO European Space Research Organisation). ESRO wurde am 20. März 1964 durch ein am 14. Juni 1962 unterzeichnetes Abkommen gegründet. Zwischen 1968 und 1972 feierte ESRO ihre ersten Erfolge: Sieben Forschungssatelitten wurde mit Hilfe Amerikanischer Trägersystem in den Orbit gebracht.
Die Nachfolgeorganistation der ESRO ESTEC (European Space Research and Technology Centre) ist immernoch ein Teil der ESA, obwohl die ESA heute eine viel größere Organisation ist. Die ESA in ihrer heutigen Form wurde 1974 als Zusammenschluss der ESRO mit der ELDO gegründet. Da sich die Franzosen und Deutschen über die Führung nicht einigen konnten, wurde der Engländer Roy Gibson zum ersten Director General ernannt. In den späteren Jahren waren die Franzosen erfolgreicher in der Beanspruchung der Führung:
- E.Quistgaard 1980 - 1984 (Schweden)
- R. Lüst 1984 - 1990 (Deutschland)
- Luton 1990 - 1997 (Frankreich)
- Rodota 1997 - 2003 (Italien)
- J.J.Dordain 2003 bis auf weiteres (Frankreich).
Die ESA startete ihre erste große wissenschaftliche Mission 1975 mit dem Satelliten COS-B.
[Bearbeiten] Mitgliedstaaten und Kooperationspartner
Zu den Gründungsmitgliedern von 1975 gehören:
Weitere Mitgliedstaaten:
- Finnland (seit 1987)
- Griechenland (seit März 2005)
- Irland
- Luxemburg (seit Dezember 2005)
- Norwegen
- Österreich (seit 1987)
- Portugal
Seit dem 1. Januar 1979 besteht ein Kooperationsvertrag mit Kanada, der dem Land die Teilnahme an den Entscheidungsprozessen und Programmen der ESA und eine gerechte Zuteilung an Industrieverträgen zusichert.
Häufig wird fälschlicherweise von einer Verbindung zwischen der Europäischen Union und der ESA ausgegangen bzw. dass die ESA die Raumfahrtbehörde der EU sei. Die ESA ist jedoch eine völlig eigenständige Organisation, die jedoch enge Verbindungen mit der EU unterhält. Diese Beziehungen werden unter anderem durch das ESA/European Commission Framework Agreement geregelt. Nichtsdestotrotz sind nur 15 der 17 Mitgliedsstaaten der ESA auch gleichzeitig Mitglieder der Europäischen Union. Dies bedeutet wiederum, dass einige EU Staaten (2007: 12 von 27) wie zum Beispiel Polen nicht Mitglieder der ESA sind.
Da der Sprung zwischen Nichtmitgliedschaft und Vollmitgliedschaft einigen Ländern zu groß war, wurde mit dem Plan for European Co-operating States (PECS) eine Möglichkeit zur engeren Kooperation geschaffen. Die Firmen und Agenturen in diesen Ländern können sich an Ausschreibungen beteiligen, um an Projekten der ESA teilzunehmen. Die Teilnehmerländer können sich bis auf das Basic Technology Research Programme an fast allen Programmen beteiligen. Auch ist die Abgabenbelastung geringer als bei einer Vollmitgliedschaft.
Momentan beteiligen sich diese Staaten an dem Programm:
- Ungarn (seit November 2003)
- Tschechien (seit November 2004)
- Rumänien (seit Februar 2006)
[Bearbeiten] Finanzierung
| 2006 | 2,904 Mrd Euro |
| 2005 | 2,977 Mrd Euro |
| 2004 | 2,7 Mrd Euro |
| 2003 | 2,677 Mrd Euro[1] |
| 2003 | 2,993 Mrd Euro |
Die ESA finanziert sich aus dem Staatshaushalt der Mitgliedstaaten. Die Anteile der einzelnen Staaten richten sich nach dem Bruttoinlandsprodukt des jeweiligen Staates. Es wird dabei unterschieden zwischen obligatorischen Tätigkeiten, an denen sich alle Mitgliedstaaten beteiligen müssen, sowie einer Reihe fakultativer Programme, bei denen es den einzelnen Staaten freigestellt ist, ob sie sich beteiligen möchten oder nicht. Im Gegensatz zum Ausschreibungswesen der EU richtet sich die Vergabe der ESA-Aufträge an die Industrie nach dem Finanzierungsanteil des zugehörigen Mitgliedsstaates. Das Budget der ESA betrug im Jahr 2005 etwa 2,977 Milliarden Euro (vgl. Nasa: ca. 15 Mrd. Dollar). Für das Jahr 2006 wird mit etwa 2,904 Milliarden Euro gerechnet. Die drei Größten Beitragszahler sind Frankreich (2005: 29,3%), Deutschland (22,7%) und Italien (14,2%) und bringen zusammen etwa zwei Drittel des Gesamtbudgets auf. Die größten Ausgaben fallen auf dem Gebiet der Trägerraketen an, welches einen Anteil von 22% ausmacht.
[Bearbeiten] Projekte
Die ESA betreibt eine Vielzahl von Projekten. Diese werden häufig in Kooperation mit anderen Raumfahrtagenturen durchgeführt.
[Bearbeiten] Trägerraketen
Die Trägerraketen der ESA heißen Ariane, sie starten nahe dem Äquator in Kourou (Französisch-Guyana). Der Raketenstart in der Nähe des Äquators bietet prinzipielle Vorteile gegenüber äquatorfernen Startplätzen auf der Nord- oder Südhalbkugel. Durch die Erdrotation hat die Rakete dort bereits die auf der Erdoberfläche maximal vermittelte Grundgeschwindigkeit und benötigt weniger Treibstoff, um auf die im Orbit benötigte Geschwindigkeit zu kommen. Die neueste Generation ist die Ariane 5.
Daneben wird für kleinere Nutzlasten die Trägerrakete Vega entwickelt.
Zurzeit entsteht ein neuer Abschusskomplex frz. Guyana, um ab 2009 von dort auch Raketen vom Typ Sojus-2 starten zu können. Dies wird dann der erste Start einer Sojus Rakete sein, der nicht in Baikonur oder Plesetsk stattfindet.
[Bearbeiten] Auswahlprozess
Ein wissenschaftliches Projekt der ESA durchläuft diese Phasen[2] bevor es verwirklicht wird.
- Ideenfindung (Call for Ideas): Während dieser Phase wird die wissenschaftliche Gemeinschaft um Missionsvorschläge gebeten. Diese Vorschläge werden durch Peer-Review Kommissionen geprüft und es werden Empfehlungen gegeben, welche Vorschläge die nächste Phase erreichen sollen.
- Einschätzungsphase (Assessment Phase): Nun werden maximal vier Missionen vom Science Programme Committee ausgewählt. Das jeweilige Missionsteam entwirft zusammen mit ESA Ingenieuren die Nutzlast. Dabei soll der Wissenschaftliche Wert und die technische Realisierbarkeit der Mission gezeigt werden. Eine der vier Missionen wird dann vom Space Science Advisory Committee für die nächste Phase ausgewählt.
- Definitionsphase: Hier sollen die Kosten und der Zeitplan für die Mission geplant werden. Am Ende wird der Vertragspartner, der mit dem Bau der Instrumente betraut wird, ausgewählt.
- Entwicklungsphase: In dieser Phase wird zusammen mit dem ausgewählten Industriepartner das Programm entwickelt und verwirklicht.
[Bearbeiten] Abgeschlossene Projekte
Diese Satelliten haben ihre Missionen erfolgreich abgeschlossen. Sie befinden sich in einem Parkorbit oder sind in der Atmosphäre verglüht.
| 1975 - 1982 | COS-B | Erste Mission der ESA, die Gamma-Strahlungsquellen untersuchte. |
| 1978 - 1996 | IUE | Weltraumteleskop, das Bilder im Bereich der Ultraviolettstrahlung macht, die sonst durch die Atmosphäre absorbiert werden würde. |
| 1978 | GEOS 2 | Messungen der Erdmagnetosphäre im GEO. (Ersatzsatellit für GEOS 1) |
| 1983 - 1986 | EXOSAT | Erste Mission der ESA, die Röntgen-Strahlungsquellen untersuchte. |
| 1985 - 1992 | Giotto | Erste Deep-Space-Mission der ESA, die den Halleyschen Kometen und den Kometen Grigg-Skjellerup besuchte. Dabei fand Giotto zum ersten Mal Spuren von organischem Material auf einem Kometen. |
| 1989 - 1993 | Olympus | Für damalige Verhältnisse ein extrem großer experimenteller Kommunikationssatellit. Er war ein Hochleistungsfernsehsatellit, der im BSS-Band arbeitete und Experimente im Ku-Band und Ka-Band durchfürte. |
| 1989 - 1993 | Hipparcos | Kartographierte etwa 100.000 Sterne mit sehr hoher und mehr als eine Million Sterne mit niedrigerer Präzision. |
| 1991 - 2000 | ERS-1 | Mit dem ersten „Earth Remote Sensing“-Satellit begann für die ESA eine neue Ära der Erdfernerkundung. Ausgerüstet mit sechs Instrumenten, darunter ein Synthetic Aperture Radar, ein Mikrowellen-Altimeter und diversen optischen Sensoren wurden von dieser Mission umfangreiche Daten zum Zustand der Meere, der Atmosphäre und der Landoberflächen gesammelt. |
| 1992 - 1993 | EURECA | Europas frei fliegende Plattform war der erste wiederverwendbare Satellit der ESA und führte Mikrogravitationsexperimente und vieles mehr aus. EURECA wurde von einem Space Shuttle ausgesetzt und von einem anderen wieder eingefangen. |
| 1995 - 1998 | ISO | Weltraumteleskop im Infrarotbereich |
| 1997 - 2005 | Huygens | Im Januar 2005 landete die Sonde Huygens auf dem größten Saturn-Mond, Titan, fotografierte die Oberfläche und führte chemische Analysen durch. (Beitrag der ESA zur NASA/ASI-Mission Cassini) |
| 2003 - 2006 | SMART-1 | Eine Mission zum Mond, die dessen chemische Zusammensetzung bestimmen sollte. Dabei wurden auch neue Technologien (beispielsweise ein Ionenantrieb als Hauptantrieb) erfolgreich getestet. Am 3. September 2006 schlug die Sonde planmässig auf dem Mond auf. |
[Bearbeiten] Laufende Projekte
Diese Projekte sind in der aktiven Phase, in der Daten aufgenommen und bearbeitet werden.
| 1977 - 1997 | Meteosat 1 - 7 | Europäische Geostationäre Wettersatelliten der ersten Generation. Ab Meteosat-4 sind es offiziell operationelle Satelliten. Die Satelliten Meteosat-5, -6 und -7 sind noch in Betrieb. |
| 1990 | Hubble-Weltraumteleskop | Optisches Teleskop (NASA und ESA) |
| 1990 | Ulysses | Sonde, die als erste über die Sonnenpole flog. Lieferte Erkenntnisse über das Magnetfeld der Sonne und den Sonnenwind. (ESA und NASA, in Europa gebaut) |
| 1995 | SOHO | Sonnen- und Heliosphärenobservatorium. Hat Entdeckungen über das Innere und die Atmosphäre der Sonne gemacht und überwacht permanent Sonnenstürme. (ESA und NASA, in Europa gebaut) |
| 1995 | ERS-2 | Setzt die Arbeit von ERS-1 zur Untersuchung der Erde mit Radar-, Mikrowellen- und Infrarotsensoren fort und führt außerdem ein neues Instrument zur Überwachung des Ozonlochs mit. |
| 1999 | XMM-Newton | Weltraumobservatorium mit drei Teleskopen, die jeweils mit 58 ineinandergeschachtelten Spiegeln ausgestattet sind, für die Röntgenastronomie. |
| 2000 | Cluster | Vier im Verbund betriebene Satelliten. Vermitteln ein dreidimensionales Bild von Kollisionen zwischen dem Sonnenwind und dem Magnetfeld der Erde und von den damit verbundenen Stürmen im Weltraum. (ESA und NASA, in Europa gebaut) |
| 2001 | Artemis | Nachrichtensatellit. Soll direkte Verbindungen zu Mobilfunknutzern am Boden demonstrieren, über Laserstrahlen Daten von anderen Satelliten sammeln und Navigationssignale für EGNOS übertragen. (ESA und Japan) |
| 2001 | Proba | Ein Kleinsatellit, der weitgehend autonom und intelligent handelt und trotzdem nicht teuer ist. Vorstellung neuer Technologien. |
| 2002 | Envisat | Der mit acht Tonnen größte europäische Fernerkundungssatellit. Beobachtet die Erde mit weiterentwickelten Ausführungen der bei ERS-2 eingesetzten Instrumente sowie mit mehreren neuen optischen Sensoren. |
| 2002 - 2005 | MSG | Die Nachfolger der erfolgreichen Meteosat-Satelliten sammeln zusammen mit anderen Daten Bilder im sichtbaren und im Infrarot-Spektrum. (MSG-1 gestartet 2002 und seit 2004 als Meteosat 8 im operationellen Betrieb, MSG-2 gestartet am 21. Dezember 2005) (ESA und EUMETSAT) |
| 2002 | Integral | Erstes Weltraumteleskop, das Objekte sowohl im sichtbaren, Gammastrahlen- als auch Röntgen-Bereich beobachten kann. Eines der Hauptziele ist die Erforschung von Gamma-Bursts. |
| 2003 | Mars Express | Erste europäische Marssonde. Besitzt neben einer hochauflösenden Stereokamera ein Fourier-Spekrometer zur Suche von Wasservorkommen. (ESA plus Landegerät unter britischer Leitung) |
| 2003 | Double Star | Diese von der ESA und der chinesischen CNSA gestartete Mission soll ähnlich den Cluster-Satelliten mit zwei gemeinsam arbeitenden Satelliten die Effekte der Sonne auf das Klima untersuchen. |
| 2004 | Rosetta | Sonde und Landegerät, sollen zunächst um Erde, Mars und danach wieder an der Erde Schwung nehmen und sich dann dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko nähern, wo das Landegerät 2014 abgesetzt werden soll. (ESA plus Landegerät unter deutsch-französischer Leitung) |
| 2004 | EGNOS | Ein Projekt zur Unterstützung der Satellitennavigation durch Angabe des Fehlers auf die Positionsbestimmung. |
| 2005 | SSETI-Express | Der „Studenten-Satellit“ wurde von Studenten gebaut und soll Technologie für weitere Studentenprojekte erproben. Deutsche Beteiligung kam von den Universitäten aus Stuttgart, Würzburg und Dortmund. |
| 2005 | Venus Express | Raumsonde, die nach dem Muster des Mars Express die Venus untersuchen soll. |
| 2005 - 2010 | Galileo | Im Auftrag der EU soll dieses Satellitennavigationssystem als Alternative zum russischen GLONASS oder amerikanischen GPS höhere Genauigkeit und Verfügbarkeit liefern. |
| 2006 | METOP-1 | Wettersatellit auf einer polaren Umlaufbahn, der als Nachfolger zweier Satelliten der NOAA dienen soll. (ESA und EUMETSAT) |
| 2006 | COROT | Diese Mission soll Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems finden. Dabei ist die geplante Auflösung so gut, dass man nicht nur Gasriesen, sondern auch erdähnliche Planeten damit finden will. |
[Bearbeiten] Projekte in der Entwicklung
Diese Projekte haben die assessment Phase überstanden und es wurde entschieden, dass diese Projekte verwirklicht werden sollen.
| 2007 | ATV | Das Automatische Transferfahrzeug (ATV) ist ein unbemanntes Raumschiff, das die ISS mit Nachschub versorgen soll. |
| 2007 | Columbus | Europäisches Weltraumlabor an der ISS. |
| 2008 | GOCE | GOCE soll Daten liefern, aus denen man globale und regionale Modelle des Gravitationsfeldes der Erde und ihrer Form erstellen kann. Dadurch wird die Forschung im Bereich der Meereszirkulation, der Physik des Erdinnern, der Erdvermessung und -beobachtung und der Änderung der Meeresspiegel voran gebracht. |
| 2008 | SMOS | Durch SMOS sollen globale Karten der Bodenwasserkonzentration und des Salzgehaltes der Meere erstellt werden. Dies würde vor allem das Verständnis des Wasserkreislaufs und die Klima- und Unwettervorhersagen verbessern. |
| 2008 | Herschel | Herschel ist ein geplantes Weltraumteleskop, das im 2. Lagrange-Punkt die Entstehung von Sternen und Galaxien beobachten soll. |
| 2008 | ADM-Aeolus | Diese Mission soll genauere Daten über atmosphärische Bewegungen (Wind) liefern und damit Vorhersagen mit numerischen Wettervorhersagemodelle verbessern. |
| 2008 | Planck | Planck wird die kosmische Hintergrundstrahlung mit hoher Genauigkeit messen. Damit kann man Rückschlüsse auf den Urknall ziehen. |
| 2008 | HYLAS | Kleiner flexibler Nachrichtensatellit der mit ESA Unterstützung entwickelt wird. |
| 2009 | CryoSat-2 | Der Cryosat-2-Satellit wird mit einem Höhenradar ausgestattet, mit dem die Dicke der polaren Eisschicht gemessen werden soll. Der Satellit ist ein Ersatz für den 2005 durch einen Trägerraketenfehler verlorengegangenen CryoSat. |
| 2009 | LISA Pathfinder (ehm. SMART-2) | LISA Pathfinder ist eine Mission, die Technologien zur LISA-Mission testen soll. Es geht dabei vor allem um hochpräzise Formationsflüge und Interferenzmessungen. |
| 2009 | ERA | Europäischer Roboterarm, der am russischen Modul der ISS angebracht werden soll. |
| 2010 | Swarm | Swarm besteht aus drei Satelliten die die Dynamik des Erdmagnetfeldes untersuchen werden. |
| 2011 | Gaia | Diese astrometrische Mission soll als Nachfolger der Hipparcos Mission die Helligkeit, den Abstand und die Bewegung von über 1.000.000.000 Sternen genauestens vermessen. Bauvertrag mit EADS-Astium 11. Mai 2006 unterzeichnet. |
| 2013 | BepiColombo | Diese aus zwei Teilen bestehende ESA, JAXA Mission soll den Planeten Merkur kartographieren und dessen Magnetosphäre genau untersuchen. |
| 2013 | ExoMars | Ein Mars-Rover im Rahmen des Aurora-Programms, Finanzierung im Dezember 2005 genehmigt. |
| 2013 | JWST | Das James-Webb-Weltraumteleskop wird von der NASA in Zusammenarbeit mit der ESA als Nachfolger des Hubble-Teleskops entwickelt. |
| nach 2015 | Darwin | Darwin ist ein aus vier (erst sollten es acht werden) einzelnen Satelliten bestehendes Teleskop, das erdähnliche Planeten finden und zusätzlich deren Atmosphäre analysieren soll. |
| 2015 | LISA | Mit diesen Detektoren sollen Gravitationswellen nachgewiesen werden. Dazu wird der Abstand zwischen drei in Formationsflug fliegenden Detektoren präzise gemessen. Dieser Abstand soll sich durch ankommende Gravitationswellen verändern. |
| nach 2016 | Mars Sample Return | Zwei Ein Lander soll Bodenproben des Mars nehmen die dann ein Orbiter übernimmt und zur Erde bringt. |
| 2024, 2033 | Aurora | Langzeitprojekt, dass sich mit der Erforschung des Sonnensystems beschäftigt. Beinhaltet die Entwicklung von Technologien für eine bemannte Mond- und Marsmission. Den ersten Schritt könnte die ExoMars-Mission darstellen. |
[Bearbeiten] Vorgeschlagene Projekte
Bei diesen Projekten ist noch unklar, ob sie wirklich in dieser Form gestartet werden sollen.
| 2012 | Hyper | Hyper soll mit einem Atomlaser und Interferometrietechniken den Lense-Thirring-Effekt, der durch das Gravitationsfeld der Erde verursacht wird, untersuchen. Dabei soll eine genaue Karte der Raumzeit in der Nähe der Erde erstellt werden. |
| 2015 | Solar Orbiter | Der Solar Orbiter soll der Sonne bis auf 45 Sonnenradien nahekommen und dabei Aufnahmen der Sonnenatmosphäre mit einer Auflösung von 100 km pro Pixel liefern. Auch die Polarregionen der Sonne, die von der Erde nicht sichtbar sind, sollen studiert werden. |
| nach 2015 | XEUS | Diese Mission soll den Nachfolger der XMM-Newton Mission darstellen. Sie besteht aus zwei in Formation fliegenden Elementen, dem Detektor und dem Spiegel. Es soll sich damit auf die Suche nach den ersten schwarzen Löchern begeben. |
[Bearbeiten] Fehlgeschlagene Projekte
| 1977 | GEOS 1 | Geplant waren Messungen der Erdmagnetosphäre im GEO jedoch wegen eines Trägerraketenfehlers in einer Elliptischen Bahn gestrandet |
| 2005 | CryoSat | Der Cryosat-Satellit war mit einem Höhenradar ausgestattet, mit dem die Dicke der polaren Eisschicht gemessen werden sollte. Der Satellit erreichte jedoch keine Umlaufbahn aufgrund eines Fehlers der Trägerrakete. |
[Bearbeiten] Siehe auch
- NASA
- Europäische Raumfahrt
- Raumfahrtbüro der Europäischen Union
- Arianespace
- ESTRACK, von der ESA betriebenes Netz von Großantennen
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der ESA
- Offizielle deutschsprachige Präsenz der ESA
- Agenda 2007 - A Document by the ESA Director General (ESA Strategy Department, Paris, Oktober 2003 - PDF, 24 S., 125 kB)
- Übereinkommen zur Gründung einer Europäischen Weltraumorganisation (Vertragstext bei admin.ch)
- ESA-Programme, die (Vor-)Studien zu möglichen zukünftigen Missionen durchführen
COS-B (1975) · GEOS 1 und 2 (1977, 1978) · Meteosat (1977–1997) · IUE (1978) · EXOSAT (1983) · Giotto (1985) · Olympus (1989) · Hipparcos (1989) · Hubble (1990) · Ulysses (1990) · ERS 1 und 2 (1991, 1995) · EURECA (1992) · ISO (1995) · SOHO (1995) · Huygens (1997) · XMM-Newton (1999) · Cluster (2000) · Artemis (2001) · Proba (2001) · Envisat (2002) · MSG 1 und 2 (2002, 2005) · Integral (2002) · Mars Express (2003) · SMART-1 (2003) · Double Star (2003) · Rosetta (2004) · SSETI Express (2005) · CryoSat (2005) · Venus Express (2005) · Galileo (2005–2008) · METOP-A (2006) · COROT (2006) · GOCE (2008) · SMOS (2008) · Herschel (2008) · Planck (2008) · ADM-Aeolus (2008) · HYLAS (2008) · LISA Pathfinder (2009) · CryoSat-2 (2009) · SWARM (2010) · Gaia (2011) · ExoMars (2013) · BepiColombo (2013) · JWST (2013) · LISA (2015) · Darwin (2015) · Solar Orbiter (2015) · Mars Sample Return (frühestens 2016)
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