ATI-Radeon-Treiber

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Treiber für ATI Radeon-Grafikkarten steuern die Interaktion zwischen der Grafikkarte und dem laufendem Betriebssystem. Dabei veröffentlicht AMD (ehem. ATI) sowohl für Windows- als auch für Linux-Systeme Treiber.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Windows

Der Treiber der ATI Radeon-Grafikkarten für PCs mit dem Betriebssystem Windows hat seit der Einführung der Radeon 8500 die Marketing-Bezeichnung "Catalyst". Neben dem eigentlichen Treiber enthält das Paket die Anwendung Control Center mit diversen Konfigurationsmöglichkeiten u.a. für die 3D-Darstellung und den TV-Ausgang. Das Catalyst-Treiberpaket unterstützt alle Radeon-Karten und wird in der Regel monatlich aktualisiert. Die Versionsnummer der Catalyst-Treiber hat die Form "JJ-NN", wobei JJ das Jahr der Veröffentlichung ist und mit NN fortlaufend nummeriert wird.

Für die verschiedenen Windows-Versionen ist jeweils ein passendes Catalyst-Treiberpaket erforderlich. ATI veröffentlicht aktualisierte Treiber auch für ältere Windows-Versionen. So ist Catalyst 7.1 vom Januar 2007 verfügbar für:

  • Windows XP, Windows XP Media Center Edition, Windows XP Professional x64 Edition
  • Windows 2000
  • Windows ME, Windows 98 SE (Dieser Treiber hat kein WHQL-Zertifikat, da Microsoft seit Januar 2004 keine Treiber für Windows ME mehr zertifiziert.)

Alternativ gibt es speziell für Computerspieler (engl. "gamer") auch nicht-offizielle Treiber wie z.B. den Omega-Treiber oder die DNA-Treiber. Diese basieren auf den offiziellen Treibern, beinhalten aber in der Regel zusätzliche Einstellmöglichkeiten und Modifikationen.

[Bearbeiten] Linux

Für Linux-Systeme stehen zumindest zwei[1] Treiber (genauer sind es Module für den X-Server) zur Verfügung: Die X.Org Foundation pflegt und erweitert den Open-Source-Treiber radeon des X.Org-Servers. ATI bietet den regelmäßig aktualisierten, proprietären Treiber fglrx an.

[Bearbeiten] radeon (X.org)

Der Treiber aus X.org 6.8 vom Dezember 2005 unterstützt die Radeon-Chips unterhalb des R300 vollständig (2D- und 3D-Funktionen), bei neueren Chips wird nur der 2D-Betrieb unterstützt. In der aktuellen Version 6.9/7.0[2] werden auch die 3D-Funktionen der R3xx und R4xx GPUs unterstützt. Diese Funktionalität basiert wegen fehlender Informationen des Herstellers auf Reverse-Engineering und wird von den Entwicklern als experimentell eingestuft.

Während ATI früher z.B. für die Entwickler des DRI-Projekts Informationen bereitgestellt hat, werden derzeit überhaupt keine Informationen herausgegeben: X.org- und Kernelentwickler erhalten selbst für die 2D-Funktionen der R5xx-Chips keine Unterstützung durch den Hersteller.[3]

Treiber radeon (X.org) -- Versionen und Neuerungen
Version Datum Neuerungen
6.8 09.09.2004  ?
6.9/7.0 21.12.2005 Volle 3D-Unterstützung für Radeon R3xx und R4xx

Unterstützung für PCI-Express [4]

7.1 22.05.2006  ?

[Bearbeiten] fglrx (AMD)

AMD (ehem. ATI) hat ein eigenes Team, das den Treiber fglrx (wahrscheinlich für Fire GL Radeon X) weiterentwickelt. Unterstützt werden die Radeon-GPUs ab R200 (R100, RV100 und RV200 also nicht). Seit Ende 2004 werden ca. alle zwei Monate neue Versionen veröffentlicht. Im Vergleich zu den Catalyst-Paketen für Windows ist der Funktionsumfang geringer, und neue GPUs werden erst mit Verspätung unterstützt. So werden die seit Oktober 2005 erhältlichen R5xx Chips erst mit dem Treiber 8.24.8 vom April 2006 unterstützt.

Das Installationspaket ist nur für Red Hat Enterprise Linux und Novell/Suse Linux angepasst. Für andere Distributionen muss in der Regel ein sogenannter Wrapper auf dem System des Anwenders kompiliert werden. Der Wrapper bindet dann die binären Kernelmodule von ATI in das System ein. Das Kompilieren und die Installation sind nur erfahrenen Anwendern zu empfehlen, da eine ganze Reihe von Bibliotheken benötigt werden und je nach System auch Konfigurationdateien per Hand bearbeitet werden müssen. Außerdem kommt es bei Verwendung dieses Treibers häufiger zu Stabilitätsproblemen, so dass dieser Treiber eigentlich ebenfalls als experimentell angesehen werden muss.

[Bearbeiten] Anmerkungen und Quellen

  1. In XFree86 sind ebenfalls Treiber bzw. X-Server für Radeon-Chips enthalten. Der genaue Funktionsumfang fehlt in diesem Artikel noch. Entsprechende Informationen gerne ergänzen.
  2. X.org 6.9 und 7.0 wurden gleichzeitig veröffentlicht und sind funktionsgleich, haben aber eine unterschiedliche Architektur: 6.9 ist ein monolithisches System, bei dem alle Komponenten stark miteinander verknüpft sind. 7.0 ist modular aufgebaut und erlaubt zukünftig eine unabhängige Weiterentwicklung der Einzelkomponenten.
  3. Thorsten Leemhuis: Verwaschene Aussichten. Aktuelle Grafikchips von ATI, Intel und Nvidia unter Linux. in c't 12/2006 S. 222-227. Die Aussage zu ATIs eingestellter Unterstützung für Open-Source-Entwickler findet sich auf S. 223 unten links.
  4. X.org: 'X11R6.9 Release Notes'. 21.12.2005 [Zugriff am 31.05.2006]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel ATI-Radeon-Treiber aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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